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Ausrüstung für den PCT (mit Gewicht)

Hier ist die Ausrüstung, die ich auf dem PCT mitnehme. Ich habe sie mal nach Bereichen / Nutzen sortiert und das jeweilige Gewicht mit eingetragen. Auf so eine lange Wanderung kommt schon so einiges zusammen. Und "Ultra-Leicht" habe ich definitiv nicht geschafft.

1) Am Körper - was ich am meisten trage


Socken: Falke TK2 70g
Unterwäsche: Merino Shorts 60g
Wanderhose: Columbia Silver Ridge Zip-off 340g
T-Shirt: Funktionshirt (kurz) 139g
Wanderhemd: Columbia Silver Ridge (lang) 250g
Buff 38g
Trekking-Stöcke: Leki Khumbu Antishock 587g
Hut: OR Helios Sun Hat 60g
Schuhe: Salomon X Ultra 3 840g
Gamaschen: Dirty Girl Gaiters 40g
Bandana 29g
2453g

2) Shelter und Tragen 


Zelt: Skyscape Trekker 815g
Zeltunterlage: Tyvek Footprint 100g
Heringe: 5 Stck (MSR) 10g
Isomatte: Thermarest Z Lite Sol 426g
Schlafsack: Phantom Spark (bis -2C) 750g
Inlet: Seiden-Liner 110g
Rucksack: Osprey Exos 58L (ohne Deckel) 1037g
Sitzpad Thermarest Seat Pad 60g
3308g

3) Wechselkleidung


Socken (2tes Paar): Falke TK2 70g
Packbeutel: Sea to Summit Ultra Sil Packsack 9L 20g
Badeshorts: 120g
Fleecejacke: Jack Wolfskin Microfleece 250g
Camp- & Flussschuhe: TEVA Sandalen 470g
Mücken-Kopfnetz: Sea to Summit Headnet 11g
Sonnebrille: mit Hülle 28g
Microspikes: Kathula Microspikes 370g
1339g


4) Schlafkleidung


Leggins: Merino Longjohn, Icebreaker 182g
T-Shirt: Merino T-Shirt (kurz) 129g
Schlafsocken: Falke TK5 kurz 45g
aufblasbares Kissen: Sea to Summit Aeros 50g
Handtuch: Microfaser 49g
465g


5) Wetterschutz


Daunenjacke: Yeti Pike 310g
Regen-/Windjacke: OR Helium II 180g
Regenhose: Tschibo :) 220g
Handschuhe: LIOD Liner 20g
Mütze: OR Polartec Fleece 45g
775g

Kleidung gesamt
Wechselkleidung - Schlafkleidung - Wetterschutz 2579g

6) Kochen


1L Flaschen: Smart Bottles (4 Stck) 129g
Wasserbeutel 1L: Sawyer Water Bags (2 Stck) 25g
Wasserfilter: Sawyer Squeeze 100g
Topf inkl. Tasse und 1L Eimer: GSI Soloist 315g
Spork: Titan Spork 18g
Messer: Baladeo Steelcraft 57g
Beutel: Foodbag 116g
Gaskartusche: Primus medium (leer) 150g
Feuerzeug: Bic mini 33g
943g

In den Sierras dazu
+ Bärenkanister BV 500 (1160g) 2103g

7) Schreiben und Dokumente


Pass, Permits, Geld, Karten: 120g
Journal, Stifte, Reparaturzeugs: 143g
Dry Bag 2L: 17g
280g

8) Hygiene


Hygienebeutel samt Nagelknipser, Pinzette, Zahnseide, Zahnbürste und -Pasta, Katzenschaufel und Klopapier 183g
Sonnencreme: 47g
Mückenmittel: 92g
Body-Glide 46g
Hand Sanitizer: 52g
Labello UV 15g
Baby Wipes 90g
525g

9) Elektronik


Handy: Pixel 3 188g
Powerbank: Anker 20100 350g
Stecker: Anker Dual USB Ladegerät 78g
Adapter: Eu nach US 35g
USB Kabel: 2 Stck. 37g
Batterien AAA 3x Reserve 33g
Solar Panel: Anker 3er Panel 430g
Stirnlampe: Black Diamond Spot 88g
Dry Bag: Sea to Summit Ultra Sil Nano 2L 17g
1252g

10) Erste Hilfe


Ibuprofens, Pflaster, Verband, Watte, Blasenpflaster, Antibiotika-Salbe, Leuko-tape, Mull, Alkohol-Pads, Durchfall-Pillen 128g


Gewicht gesamt


Shelter und Tragen 3308g
Kleidung 2579g
Kochen 943g (2103g in den Sierras)
Dokumente 280g
Elektronik 1252g
Hygiene 525g
Erste Hilfe 128g
9015g

In den Sierras, 35 Tage, +Bearcan (10175g)

kommt Essen und 3L Wasser dazu   6-7 Kg


19Kg im Rucksack ist zu schwer!

Ich habe an diesem Wochenende meine Ausrüstung fertig gepackt. Es ist zwar toll dass alles reingepasst hat (braver Rucksack) aber ich bin etwas irritiert: mein Rucksack ist viel zu schwer!!

Aber zum Packen:
Die letzten Male habe ich meine Ausrüstung gepackt indem ich alles auf eine Plane gelegt habe und dann aussortiert, was mitkommt und was nicht, bevor ich die Sachen im Rucksack verstaut habe. Das war immer eine "großflächige" Aktion, die den halben Garten beansprucht.
Dieses Mal habe ich meine Methode verändert: Ich habe zuerst mein Zelt aufgebaut (und gesäubert) und alles was ich habe einfach in einem Haufen vor das Zelt gelegt. Dann habe ich mich ins Zelt begeben und es mir darin gemütlich gemacht und nach und nach Dinge aus dem Haufen draußen ins Zelt genommen, die ich im Camp brauchen würde: Isomatte, Schlafsack, Klamotten und nach und nach alle Beutel nach innen genommen. Im Zelt selbst konnte ich dann jeden einzelnen Beutel auf Sinnhaftigkeit und Inhalt prüfen: Elektronik, Hygiene, Erste Hilfe, usw...

Das hat viel besser geklappt als die Jahre zuvor, setzt allerdings die Erfahrung voraus, die ich auf den letzten beiden Trips gesammelt habe, den so weiß ich was ich auf dem Trail brauche.

Dieses Jahr wollte ich mein Base-Weight reduzieren und daher den Deckel des Rucksacks (130g) und meine Regenhülle für den Rucksack (160g) weggelassen.

Essen habe ich wie immer eine Menge mit. Mein Resupply-Punkt erreiche ich erst nach 12 Tagen, also wollte ich für 12 Tage Essen mitnehmen. Das Essen wiegt nun 7 Kg und hält wahrscheinlich länger als 12 Tage...   aber beim Essen mache ich mir nicht so viel Sorgen mit dem Gewicht, denn erstens kann ich Dinge einfach wegwerfen oder eben aufessen.



Aber was mich überrascht hat dass mein Rucksack ohne Essen & Trinken (Base-Weight) bei 9,1Kg liegt. Den Base-weight zu reduzieren hat irgendwie nicht so richtig funktioniert.
Allerdings wird beim Nachmessen schnell deutlich wo das ganze Gewicht herkommt: 2 x Babywipes (180g), 2 x Gas zum Kochen (732g), Zigaretten (240g), und meine Flaschen wurden alle voll aufgefüllt: Seife, Mückenzeug, Hand-Sanitizer, Olivenöl, etc.... da kommt einiges zusammen.

Weil so, mit Essen und 3 Liter Wasser dabei wiegt mein Rucksack 19 Kg. Das wird definitiv schmerzhaft.

Hier ist der Link zu meiner Gepäck-Liste: Jetlag's Ausrüstung Schweden 2019

Meine 3 Luxury-Items

Meine Top 3 Luxus-Gegenstände


Im Netz kursiert momentan unter den Wanderen eine Aufforderung: Benenne 3 Deiner Luxus-Gegenstände, denn jeder Wanderer gönnt sich insgeheim ja doch solche Gegenstände :)

Luxury-items sind Ausrüstungsgegenstände, die man eigentlich nicht mitnehmen dürfte, weil sie extra Gewicht verursachen und nicht absolut notwendig sind. Sie werden als Luxus bezeichnet, weil sie dem Langstreckenwanderer etwas sehr kostbares bringen: Komfort! Und diese Luxury-items kennt daher jeder Wanderer: Das kleine bisschen Komfort das man sich zum Preis von Extragewicht zusteht.
Die Entscheidung, welche Ausrüstungsgegenstände mit auf die Reise sollen, ist eine sehr persönliche: ob ein Kissen, ein Plüschtier, Musikinstrument oder Zusatz-Elektronik, jeder Einzelne hat da seine eigenen Prioritäten.

In diesem Post möchte ich meine 3 Luxury-items vorstellen:

1) Z-Seat


1) Meine Sitzmatte von Thermarest: Z-seat




Eigenschaften:
mit 41g Federleicht, einfach zu verstauen. Genau wie meine Schlafmatte isoliert das Material vor Kälte, ist unkaputtbar und wasserfest.

Nutzung:
Ich bin immer wieder selbst erstaunt wie praktisch und wie wunderbar es ist, die Sitzmatte dabei zu haben. Jede Benutzung erinnert mich daran, nie wieder ohne diese Matte loszugehen :)

Vorne in der Mesh-Tasche verstaut, kann ich die Sitzmatte herausholen ohne den Rucksack aufmachen zu müssen. Auflegen, raufsetzen, seufzen. Egal ob auf einem Felsen, einem Baumstamm, auf einem Haufen Schnee oder einfach ins nasse Moos. Ich bleibe trocken und warm.
In der Mitte gefaltet kann ich damit das Feuer anfachen, oder aufgestellt als Windschutz zum Kochen verwenden. Nachts ist dies meine Fußmatte, genau vor dem Zelteingang, wo ich meine Flip Flops ablegen kann und bei Bedarf eben mit Socken aus dem Zelt (auf die Fußmatte) steigen kann.


2) Silk Liner



Eigenschaften:
hauchdünn, 100% Seide, wundervoll angenehm auf der Haut, allerdings etwas (zu) schwer: 110g. Wird innen im Schlafsack verwendet.

Nutzung:
in Seide zu schlafen ist einfach wundervoll. Punkt.
Bei Wärme, kühlt die Seide, bei Kälte wärmt sie einen. Tatsächlich erhöht sie die Wärme-Fähigkeit des Schlafsacks um fast 2 Grad Celsius. In einer besonders heißen Nacht, wenn der Schlafsack viel zu warm ist, reicht der Liner zum Zudecken.
Die Hauptfunktion allerdings ist die Hygiene. Wenn ich wochenlang ohne zu duschen, jeden Abend direkt in meinen Schlafsack steigen würde, wäre dieser nach kurzer Zeit stark verdreckt und stinkig. Einen Schlafsack zu waschen ist eine riesige Aktion, die draußen auf dem Trail nicht möglich ist. (Man benötigt dafür Tennisbälle :) )
Also steige ich stattdessen in die Seidenhülle und dann in den Schlafsack. Den Seiden-Liner kann ich im Camp, an einem See oder so, leicht waschen und mein Schlafsack bleibt deutlich sauberer und hält damit länger.


3) Mein Solar-Panel



Eigenschaften:
3-flächiges Solar-Panel von Anker. 2-facher USB Ausgang, 21W Leistung (max), 429g

Nutzung: 
Bei Sonnenlicht-Einfall wird Strom generiert. Gratis-Strom. Einfach "aus dem Nichts".
Allein das Prinzip ist doch schon genial. Auf der letzten Reise (Bergslagsleden, 2018) habe ich 16 Tage lang keine Steckdose gebraucht.
Ich lade normalerweise Nachts mein Handy an meiner Powerbank wieder auf. 5 Tage lang kann ich mein Handy voll behalten, nur durch die Powerbank. Tagsüber, wenn die Sonne scheint, habe ich mein Solarpanel auf dem Rucksack gespannt, und lade damit permanent meine Powerbank, die in der Nackentasche steckt. So bleibt meine Powerbank voll geladen, und falls es mal regnet habe ich noch 5 Tage lang Strom.
Das Teil ist allerdings schwer: 429g für ein Ausrüstungsgegenstand ist eine ganze Menge. Meine Powerbank (20000 mAh, auch schwer: 350g) möchte ich nicht tauschen, die ist für mich essentiell. Also ist das Solar Panel, das mir das tolle Gefühl schenkt, unabhängig vom Strom-Netz zu sein, eindeutig ein Luxus-item :)



Fotos zum Bergslagsleden 2018

Fotos vom Bergslagsleden - Solo-Tour 400 km


Meine Kamera ist nach der ersten Woche auf dem Trail kaputt gegangen. Hundertmal den Handgriff gemacht und einmal falsch gegriffen, Kamera rutscht ab und fällt frontal mit der Linse auf einen Felsen. Verschluss ist verbogen, die Kamera ist nicht mehr zu benutzen. Die restlichen Fotos vom Trail musste ich mit dem Handy machen und die hatte ich gepostet...
Hier sind nun die Fotos aus der Kamera :)

1) Der Trail

Der Bergslagsleden ist 360 km lang und extrem gut beschildert. Jede Kreuzung oder Abzweigung ist in beide Marschrichtungen gut und deutlich markiert.

In einem Gebiet das übersät ist mit großen runden Felsen (einige so groß wie ein Haus) wird die Gegend "Troll-Höhen" und "Troll-Wald" genannt. Auch der Trail selber ist voller Felsen, was das Vorwärtskommen deutlich erschwert. Das geht fast einen ganzen Tag lang so. Die kleinen Felsen überall im Boden habe ich daher "Troll-Eier" getauft.


Im Wald ist wenig Wind. Wenn man dann an einen See kommt, wie diese Raststätte, ist das Wasser spiegelglatt. Der Platz war so schön, dass ich obwohl es noch nicht spät war, hiergeblieben bin und mein Camp aufgebaut habe für die Nacht. Wunderbarer Platz.


Man muss in Bewegung bleiben, sonst holen einen die Mücken ein, die es hier zu zig Tausenden gibt. Schade eigentlich weil so viele Plätze laden ein, mal stehen zu bleiben und die warme Luft einzuatmen und die Umgebung zu bestaunen.


Sonnenlicht ist von 4 Uhr morgens bis abends um 10 reichlich vorhanden. Dieses Foto ist im Abendlicht gemacht worden, wo ich nach einem langen Tag auf der Suche bin nach einem Platz wo ich mein Zelt aufschlagen kann bevor es dunkel (und kühl) wird.


Auf einen Sonnenuntergang muss man bist 23 Uhr warten :) Dann allerdings ist die Belohnung groß. Hier wird auf der Feuerstelle noch mal ein Liter Tee gekocht, während der Mond sich auf der Oberfläche des Sees spiegelt. Das Feuer hält die Mücken fern.


Die Schweden lieben und genießen ihre Natur sehr. Viele schöne Stellen haben diese Rastplätze wo es eine Feuerstelle und Sitzmöglichkeiten gibt. Wenn ich nach stundenlangem Laufen plötzlich an so einen Platz komme, bin ich so erleichtert und freue mich tierisch auf die nun folgende Pause.


Trotz der großen Hitze 2018 bietet der Wald immer wieder Strecken mit Schatten und kühler Luft. Gerade wenn ich eine Anhöhe erstiegen habe weht oben manchmal sogar ein bisschen Wind. 


Auf jeden bekannten Trail gehört "Trail-Art" einfach dazu. Die Wanderer nehmen sich Zeit kuriose Skulpturen und Steintürme zu bauen, aus den Materialien die überall herumliegen. Wenn ich an solchen Beispielen von "Trail-Art" vorbeikomme, muss ich lächeln und an die Leute vor mir denken, die das erstellt haben.


 
Schweden ist übersät von Tausenden kleiner und größerer Seen. Wasser ist definitiv nicht knapp. Ich habe zwar immer gefiltert aber die schwedischen Wanderer trinken meist direkt aus den Seen.


Während in Deutschland die Waldstücke meist künstlich angelegt sind und sie fühlen sich daher immer gleich an. In einem naturbelassenen Wald, besonders einer der sich wie man hier sieht hunderte Kilometer in alle Richtungen erstreckt, ist der Abstand der Bäume meist viel größer als wir es gewohnt sind. Alle 10 bis 15 Minuten ändert sich der "Look & Feel" drastisch. Die Lichtverhältnisse, der Bodenbelag, der Geruch und die Temperatur der Luft scheinen nie gleich zu sein. 


Der Nachmittag neigt sich dem Ende zu und ich erreiche wieder einen See. Ich erkenne einen weiteren Rastplatz mit Feuerstelle und Windschutzhütte. Nur diesmal ist er voller Menschen die hier baden. Ohh, ich will auch!!!

Je weiter der Abend (und der Sonnenuntergang) fortschreitet, wird der Platz leerer, bis ich wieder allein bin und den Strand, den Rastplatz und den riesigen See für mich allein habe.


Diesmal warte ich bis zum Sonnenuntergang (bis 23 Uhr) denn was ich hier erlebe ist atemberaubend schön. Die windstille Luft ist noch warm, nach dem Sprung in den See bin ich sauber und glücklich. Ich sitze nur still da, lausche den Geräuschen des Waldes und fühle mich so stark an diese Welt, an den Himmel und den Boden gebunden wie nie zuvor.




Ist es nicht langweilig, wochenlang nur durch den Wald zu wandern? Das werde ich oft gefragt. Die Antwort ist nein. Definitiv nicht. Man muss seinen Blick auf andere Dinge richten, als die die man gewohnt ist (Informationsflut in der Zivilisation) und eher auf die kleinen Dinge achten und die subtilen, die im Wald plötzlich ganz deutlich hervortreten: Temperatur, Feuchtigkeit und Geruch der Luft, Geräusche von Tieren und Pflanzen die man über das gesamte Tal hört, Farben und Untergrund des Waldes, die sich ständig verändern. Nicht. Langweilig. :)

2) Die Ausrüstung

Als Langstreckenwanderer bin ich natürlich mega-stolz auf meine Ausrüstung. Die meisten Teile liebe ich denn erstens sind sie das einzige was ich dabei habe und das einzige worauf ich mich verlassen kann. Bei ein paar Teilen muss ich mich erst noch dran gewöhnen und herausfinden ob sie das bieten was sie versprechen :)

Spontane Pause mitten auf dem Trail. Es ist ein tolles Gefühl, alles was man braucht dabei zu haben. Irgendwann schultert man einfach den gepackten Rucksack wieder, und es geht weiter zu unbekannten Gebieten. Was steckt wohl hinter dem nächsten Baum, dem nächsten Tal? Egal was passiert, ich habe alles dabei. Mobiles Wohnen :)


Zu Beginn ist das "häuslich etablieren" an einem neuen Camp-Spot noch ungewohnt. Nach ein paar Wochen sitzt jeder Handgriff und die Ausrüstungs-Gegenstände landen immer auf derselben Position. So vermindert man auch das Risiko, etwas zu verlieren oder zu vergessen (eines der Schlimmsten Dinge, die einem auf dem Trail passieren kann).
Hier sieht man meine morgendliches Frühstücken :) 7 Uhr morgens, Kaffee wird gekocht, links im Bild steht die Tüte mit dem Müsli, Zelt und Rucksack sind schon eingepackt, weil gleich geht es wieder los und weiter!



Viel Platz brauche ich nicht für einen guten Camp-Spot: 2x3 meter, eine möglichst ebene Fläche. Natürlich mit Vorliebe ein Platz der sowohl geschützt ist und trotzdem eine tolle Aussicht hat!
Mein Zelt (Skyscape Trekker von SixMoonDesigns) wiegt 800 gramm. Mit seiner 2,60 meter langen Liegefläche passe auch ich da gut rein. Man kann die 8 cm hohe "Wanne" sehen, die als Sturzwasser- und Regenschutz gilt. Wenn die Seitenwände wie hier hochgespant sind, liegt man praktisch in einem durchsichtigen Moskitonetz und hat wunderbare Sicht in alle Richtungen. Ich habe in den 16 Nächten immer offen geschlafen. Nur bei Regen hätte ich die Seitenwände runtergelassen. 
Innen im Zelt. Rot ist mein Schlafsack, gelb die Isomatte. Blau ist mein Kleider-Sack, Schwarz am Fußende mein Rucksack. Draußen stehen mein Kochtopf, 2 Gaszylinder und 3 von den 4 Wasserflaschen.


Ich will beim Wandern so wenig wie möglich anhalten (außer bei Pausen). Daher muss der Rucksack so gepackt sein, dass man ohne ihn abzunehmen, alles notwendige schnell erreichen kann. Hier sieht man mein "Cockpit".
Rechts hängt an dem lila Karabinerhaken mein Kompass. In der Brusttasche sind Feuerzeug, Moskito-Kopfnetz und Anti-Mücken-Öl. Links hängt meine Bandana, zum Gesicht ab- und Spinnweben weg-wischen, als Atemschutz bei Staub oder Sonnenschutz im Nacken, ein extrem vielseitiges Ausrüstungsstück. Am linken Karabiner hängt mein "Juju", ein Bildnis der heiligen Fatima, von meiner Frau. Von meiner Tochter habe ich ein rosanes Haargummi und ein Abzeichen von Nissan (tja..). Wenn man wochenlang allein im Wald ist hat Aberglaube und Symbolik einen hohen Stellenwert :)
Ganz links am Rucksack hängt mein Aschenbecher (Plastiktüte mit Ikea-Klappverschluss) und man sieht die Wasserflasche, die ich im Laufen unterm Arm herausziehen kann. Über den Rucksack gespannt ist mein Solar-Panel, das meine Powerbank (im Deckelfach verstaut) wieder auffüllt. Bei dem guten Wetter Mai/Juni 2018 habe ich 16 Tage lang keine Steckdose gebraucht!


Der womöglich wichtigste Ausrüstungsgegenstand bei Langstrecken-Wanderungen: gute Schuhe! Ich habe dieses Jahr Salomon-Schuhe vom Modell X Ultra 3 verwendet. Leicht, extrem guter Grip, fest und stabil, sogar hübsch und vor allem Luftdurchlässig & atmungsaktiv. Die  Bindung ist ohne Knoten und hat keine Schlaufen wo etwas drin stecken bleiben könnte. 
Letztes Jahr bin ich mit GoreText-Schuhen gelaufen (Salomon XA Pro 3D, GTX), das mache ich nie wieder. Denn Schuhe werden immer irgendwann mal nass. Bei den GTX-Schuhen läuft das Wasser oben am Schaft rein - und geht nie wieder raus. Bei den Ultras kann man bei jedem Schritt den Wind spüren, wie er unter den Socken durchfährt. Wasser in den Schuhen verdunstet tatsächlich relativ schnell...  feuchte Socken sind tausend mal besser als pitschnasse! :)


Kurz vor dem Abendessen. Die Hälfte des Gewichts das ich trage, macht das Essen aus und wird in den 2 blauen Taschen verstaut. Der große Deuter Dry-Bag ist Wasser- und Luftdicht und soll angeblich auch den Geruch halten. 
Nicht immer hat meine Küche eine echte, erhobene Sitzfläche, sogar mit integriertem Schneidebrett. Mein Wohnzimmer ist immer ähnlich aufgebaut und meine Terrasse ist die größte der Welt :)
Ich trage 30 Meter Paracord, halb so dünn wie ein Bleistift, hat eine Haltekraft von 550 Kilo und wiegt 55g. Da hängt gerade meine frisch gewaschenen Klamotten dran.
Unter dem Zelt liegt eine zugeschnittene weiße Tyvek-Folie. 100 Gramm schwer, dünn wie Klopapier aber unkaputtbar und wasserfest soll dieser "Footprint" meinen Zeltunterboden vor Schäden und mich vor nassen Überraschungen schützen.


Soo viel Platz habe ich in meinem 800g 1-Person-Zelt. Am Fußende immer noch 40 cm Luft, breit genug um auch meinen Rucksack im Zelt zu lagern. Die Position der einzelnen Ausrüstungsgegenstände ist immer gleich und hat sich so etabliert: Wanderklamotten am Fußende, Fuß drauflegen. Am linken Knie der Rucksack. Die Daunenjacke in blau kommt dann in den Klamotten-Sack und dient als Kopfkissen. Kosmetik- und Hygienepack liegt am rechten Knie. Elektronik linke Schulter, Brille, Kugelschreiber, Block und Karten an der rechten Schulter. 
Wie erwähnt schlafe ich immer wenn möglich mit offenem Zelt (Seitenwände weg), da ist die Aussicht einfach dauerhaft zu genießen.

3) Jetlag im Einsatz

Nur die Landschaft zu fotografieren ist eine Sache. Aber erst wenn man die Person(en) mit abbildet kann der Bezug richtig hergestellt werden. Und zweitens kann ich so sehen dass ich nicht geträumt habe sondern tatsächlich da war :)


Jetlag mit aufgespanntem "Rig", irgendwo im endlosen Wald. Deutlich happy :)


Wenn man tagelang Waldboden unter den Füßen hat ist das plötzliche Auftauchen einer "echten" Strasse fast ein Kultur-Schock! 


Nach einem langen anstrengenden Tag bin ich heilfroh ein Platz für mein Zelt gefunden zu haben. Jetzt wird erstmal ordentlich was gegessen und dann schlafen. 
Bisher bin ich immer trotz der Helligkeit an schwedischen Sommer-Abenden sofort eingeschlafen und habe volle 8 Stunden durchgeschlafen. Mein Körper braucht die Erholung.

Abends nochmal den Blog aktualisiert und dann brauche ich nichts mehr zu tun. Einfach daliegen, und ausruhen. Man sieht hier nochmal gut wie "durchsichtig" mein Zelt ist. Hier am Kopfende gibt es fast nichts mehr, was die Aussicht stört, auch nach oben nicht, wo ich die Baumwipfel beobachten kann. Die Luft geht widerstandslos durch das Zelt (die Mücken werden rausgefiltert) so dass auch alle Geräusche unverfälscht ins Zelt gelangen. Es ist so still im tiefen Wald, keine Motoren, Musik oder Stimmen, nur die Natur pur. Jeder Vogel der piept, jeder Fisch der springt, hört man im ganzen Tal, auch wenn am anderen Ufer ein Reh (oder so) raschelt. Wunderbar!


Es war dieses Jahr so warm, dass auch das Wasser der Seen gut zum Baden war. Was für ein tolles  Gefühl, ein Riesen-See, weit und breit keine Menschen (oder Häuser). 
Mein See! und ich bin der einzige Mensch auf der Welt :)


Es ist dasselbe wunderbare Gefühl, wenn man oben auf einem Berg steht (Hügel?), sich in jede Richtung die "Haut der Welt" (der Wald) erstreckt bis zum Horizont, nicht ein Haus zu sehen ist und über mir der riesige Himmel, ungefiltert, unverbaut. Der Geruch dieser frischen, unverschmutzten Luft ist der Hammer! 
Es ist anstrengend so lange Strecken zu Fuß zu bewältigen, und es dauert seine Zeit, aber man erreicht Orte die sonst fast niemand je zu sehen bekommt. Das ist das wunderbare am Wandern!

Ausrüstung updated

In den letzten Monaten habe ich mir ein paar neue Ausrüstungsgegenstände zugelegt.

1) 100% merino Long-Johns von Icebreaker
Diese langen Unterhosen hatten auf meiner Liste noch gefehlt und wurden wegen dem hohen Preis von fast 100 Euro zu einem Weihnachtsgeschenk.
Die sind echt wunderbar. Leicht, abgeflachte Nähte die Reibung verhindern, transportieren Wasser von der Haut weg, sind schnelltrocknend, atmungsaktiv und stinken nicht. Geplante Verwendung ist hauptsächlich zum Schlafen oder wenn es draußen sehr kalt ist. 

2) Ich habe neue Schuhe!




Salomon X Ultra 3 (nicht GTX)






Nachdem meine bisherigen Schuhe (Salomon XA Pro 3D GTX) unterdessen starke Verschleiß-Schäden erlitten haben (Risse an den Seiten und obenauf wo die Riemen Riebwunden erzeugt haben, Wasser dringt in den Schuh, die Sohle ist leicht abgerieben, die Polsterung ist nicht mehr vollständig) habe ich lange überlegt was für Schuhe ich nachkaufen wollte.
Auf der einen Seite wollte ich gerne wieder Salomon-Schuhe haben, da ich gut mit ihnen auskam. Gleichzeitig wollte ich aber auch keine Gore-Tex Schuhe mehr, oder es zumindest mal ausprobieren. 
GTX Schuhe werden in Norddeutschland sehr stark beworben, passt halt zum Wetter. Den größten Nachteil bei Gore-Text Schuhen durfte ich auf meiner Solo-Wanderung auf dem Finnskogsleden erfahren: Das Wasser das (irgendwann mit Sicherheit) in den Schuh gelangt (oben rein, bei Regen oder zu tiefen Pfützen), kommt kaum wieder raus. Zudem trocknen die dann nur sehr langsam. 
Meine Wahl fiel nach ausgiebiger Recherche dann auf das neue Modell der NICHT-GTX Salomon Trailrunner: X Ultra 3 und ich bin (mal wieder) von den Schuhen begeistert.
Sie sind leichter, oben alles luftige Mesh, weist der Schuh typisch für Salomon eine wunderbare Passform und Fuß-Stabilität aus, wichtig wenn man in tiefen "Sport-Schuhen" anstatt von Stiefeln wandert. Die Sohle und das Profil haben sehr guten Grip, die breite Sohlenbasis ist gerade in schwierigem Gelände super. Und das bei Salomon typische Gefälle von 18mm (von hinten nach vorne) erlaubt einen geschmeidigen Bewegungsablauf. 

3) Anker Solar-Panel


Nicht geplant war dieses 400 gr. schwere Accessoire, auch wenn die Vorstellung umsonst unlimitiert Strom zu haben wunderbar klingt. Ich habe mir gedacht dass ich das mal ausprobiere und wenn der Nutzen das Gewicht nicht rechtfertigt, lasse ich es zu Hause. Bei gutem Wetter konnte ich meine Powerbank vollständig aufladen und auch das Handy kam relativ schnell wieder auf 100%. Auf der nächsten Langstrecken-Wanderung werde ich das mal testen.











4) Helios Sun Hut von outdoor research




Bisher habe ich eine Schirmmütze / Kepi benutzt. Die Schirmmütze hängt rechts vorne an meinem Rucksack und wird oft an- und abgenommen. Unterdessen hat sich der Velcro-Verschluss am Hinterkopf aufgelöst. Auf der Suche nach einem sinnvollen Ersatz entschied ich mich für den Helios Sun Hat von der Firma outdoor research.
Der Hut ist wegen der breiten Krempe ziemlich auffällig, sieht aus wie eine Mischung aus den alten Tropenhelmen und dem Indiana Jones Hut. Aber der Tragekomfort ist unglaublich, die Funktionalität dieses Huts ist das Nonplusultra. Mit seinen 60 gr Gewicht, spürt man ihn kaum auf dem Kopf. Kühlend am Kopf schützt die dunklere Unterseite vor Hitze-Entwicklung am Kopf. Sonnenschutz mit UPF 50 und die am Hinterkopf per Kordel Zug regulierbare Passform zeigt mal wieder, dass die Produkte von outdoor research das Beste hergeben, was die Ausrüstung bieten kann. Das (Kopf-) Moskitonetz funktioniert nun auch richtig, denn beim Kepi liegt das Netz an Wangen, Ohren und Hals an, und die Mücken stechen da gnadenlos durch. Mit der breiten Krempe ist der gesamte Kopf/Hals-Bereich geschützt. 
Etwas merkwürdig erscheint mir in der Beschreibung der Satz "hoch entwickelte Fasern geben bei Hautkontakt Spurenelemente, Kohlenhydrate, Proteine und Vitamine ab". Ich stelle mir da vor, wenn ich Hunger habe kann ich nun also meinen Hut auslutschen? :)



Das Essen dazu

Und das Essen ist auch fertig gepackt :)

 Das ist all mein Essen, nach dem Einkaufen.

Kaffee, Müsli und Nüsse, Energie-Riegel und Snacks, ein paar leichtere Gerichte und zig mal Haupt-Mahlzeit! Boah ist das viel, das kriege ich nie in meinen kleinen Food-Bag rein...

Ich hab all dies gewogen und es ergab 6,2 Kg. Das war mir zu schwer/zu viel und ich habe angefangen, mit einer Waage bewaffnet, Sachen aus dem Haufen zu nehmen.
Tortillas und Erdnussbutter (zusammen 1 Kg) habe ich weggelassen, zumal mir die Erdnussbutter zu schwer war, und ich sonst für die Tortillas nix habe..... Mal sehen, sie liegen nebenan und schauen mich traurig an. Kartoffelpüree und einige Snickers sind auch rausgeflogen, und schließlich noch 5 der Hauptmahlzeiten.

Das ist übriggeblieben und kommt in ein paar Tagen mit mir:



Ein bisschen Packwunder und ich hab tatsächlich alles in den 12 Liter Food-Bag bekommen, gerade eben noch :) Der passt so sicherlich auch noch in einen Bärenkanister (in Schweden ist keiner vorgeschrieben).

4,1 Kg ist das Gewicht meines Gesamten Essens.
7 mal Hauptgerichte, 8 mal Nebengerichte. Tonnenweise Nüsse und Müsli, Kaffee für Lange. Ich schätze mal 8 Tage lang viel essen oder 10-12 Tage wenig. Das gibt mir ein bisschen Puffer, den 2ten Resupply-Punkt zu finden.

Damit steht es fest:
15 Kg Rucksack,
davon 8 Kg Basisgewicht.
3 Kg trage ich am Körper.

Die Spannung steigt.

Ausrüstung ist fertig

So,
Ich hab jetzt alles was ich an Ausrüstung habe gepackt und an die richtige Stelle gesteckt.

Jetzt kommt nur noch Essen und Wasser dazu.

Über ein Jahr lang habe ich meine Listen erstellt und nach und nach eingekauft. Enthalten ist alles was ich brauche und jedes Teil hat eine ganz spezifische Funktion. Ein Teil, dass ich nicht jeden Tag nutzen werde, bleibt zu Hause.
80% passen gut, der Rest ist improvisiert :) Falls ich etwas vergessen habe, dann muss das zu den "Erfahrungswerten" hinzugezählt werden und bei der nächsten Tour optimiert und verbessert werden.

Auf dem Bild von links nach rechts und oben nach unten:
- Mein Rucksack, Schlafsack (in der Mülltüte unterm Rucksack), Isomatte und Zelt (grün). Schlafklamotten und Flip-Flops (Camp-Schuhe). In der Mitte oben Regen-Sachen samt orangenen Rucksack-Regenschutz, Bandana, Moskitonetz und Elektronik. Rechts Kochset, Wassersystem, Brillen, Hygiene-Artikel und Erste-Hilfe-Tüte.
Die weißen Unterlagen sind mein "Tisch" (unten) und der gefaltete Footprint fürs Zelt, beide aus einem Stück Tyvek geschnitten.

Die genaue Liste ist unter meinem lighterpack - Profil zu sehen: 8,5 Kg Basisgewicht, plus Essen und Wasser.

An meinem Zelt wurden noch ein letztes Mal die Nähte überprüft, es sieht alles OK aus:


Hach ist das spannend!!
Und nun ans Essen...




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