Tag 13 - Langer Roadwalk und baden im Canyon - 30 km

*** Fotos werden nachgereicht, ich hab hier im Nightcamp oben auf dem Berg nur Edge...***


 Der Tag begann mit einem langen roadwalk. 20 km auf einem 4x4 track, oven auf dem Plateau am Rande des Kraters entlang. 




Lang und somit auch langweilig. Ich hab mein Solar Panel aufgeschnallt und Musik gehört.

Auf flacher Ebene komme ich dann gut vorwärts: um 10:30 waren die 20 km geschafft.



Dann ging's runter in ein steilen Canyon. Beeindruckend die gewählt von Wasser wenn es hier regnet, man sieht die Spuren an dem Felswänden.

Man muss sich das so vorstellen, ein breiter Sturzbach, der gewaltige Wassermassen abwärts führt, Stromschnellen und so - nur trocken!!

In diesem steilen Flussbett bin ich etwa 3 Stunden runtergeklettert, und dann 2 bis 3 Stunden wieder hoch.





Ganz unten endete der Canyon in einem großen Wasserbecken. Und es war noch viel Wasser drin. Es kommt sich Wasser aus dem Boden, das diesen Pool speist, nicht nur Regen. Das Wasser war eiskalt, so kalt dass die Füße bald weg taten. 




Ich bin trotzdem rein, weil es so schön war und weil es so brütend heiß war. Nicht alles aber Arme Beine und Kopf. Eiskalt aber wunderbar.


Zum Tagesabschluss gab es einen gewaltigen Anstieg, bis ich am Nightcamp Hava ankam. 


Voll ist es hier heute, bestimmt 40 Zelte, mit einer Gruppe von 30, die einen Service gebucht haben: sie wandern mit Tagesgepäck, und ein Truck fährt mit Taschen, Dusche, Zelte, Proviant hinterher.

Tag 12 - ganz nach oben, in die Stadt auf der Klippe - 21 km

 Ich bin vor meinem Wecker aufgewacht, work ich gefroren habe! Als ich aus meinem Schlafsack kroch (05:15), waren es 3 Grad!! Bin in Daunenjacken losgezogen, kurz vor Sonnenaufgang. Um 08:00 Uhr waren es dann schon 27 Grad.

Mein Weg heute begann (oh joy...) Mit einem Berg, 650m hoch. 




Der zweite Berg heute war beängstigend!! Der Weg war zum Teil so steil, das ich an der fast waagerechten Wand hing, Stück für Stück geklettert bin und bei jedem hochhieven gebetet habe das ich nicht das Gleichgewicht wegen dem Rucksack verliere. Runter war auch scary, ich bin sehr langsam runter.





Dann ging es 5 Stunden lang durch den Rest des Kraterbodens. Es war so heiß, anstrengend. Irgendwo in der Mitte Strand eine einzelne (die einzige wir und breit) Akazie. Schatten!! Pause!!! Darüber standen 4 Hardcore Wüsten-jeeps mit 4 Israelis, die gerade den Tisch gedeckt hatten. Natürlich kamen wir ins Gespräch und ich würde eingeladen so viel zu nehmen wir ich wollte (Love Free Food! Todá) es gab Omelett und Salat, Brot und Humus.


Gestärkt ging's an den letzten Anstieg: ganz unten von Boden des Kraters hoch in die Stadt Mitzpe Ramon, die auf der Kante des Kraters liegt. Ich habe 1,5 Stunden gebraucht um das hoch zu kommen. Irgendwie habe ich nicht so viel Kraft, oder mein Rucksack ist mit 14 Kilo einfach zu schwer, aber es war quälend.

Egal, geschafft habe ich es trotzdem! Ich denke das wird der Leitspruch für diese Reise, "there is always more, but for now: you made it!" (Auf Hebräisch: Kola'Kavot!)





Die Stadt ist recht groß und bietet alle amenities der Zivilisation: Internet-empfang, Cola, MC Donalds, und viele Stadtmenschen. Die meisten tun so, als ob ich nicht existierte, nur die Kinder starren mich mit großen Augen an. An der Tanke treffe ich einen, der total verdreckt mit einem Rucksack rumläuft. Ha! Hiker-trash! Hier eine herzliche Begrüßung, einen Umarmung, und der Ruf "Be'hat Slaha! Viel Glück, gute Reise".

Ich übernachte heute in einem Hostel, das eine ganz tolle Atmosphäre hat, dem "Spice Quarter Inn".

Einen Ruhetag morgen hier in Mitzpe Ramon einzulegen, habe ich mich gegen entschieden. Ich längere mich ja jetzt schon, nach einem halben Tag ausruhen und nix tun. 

Es kommen 2 hätte lange Tage bis zur nächsten Stadt. Womöglich also morgen wieder kein Empfang und keinen Post.





Tag 11 - ups and downs -27 km

 Ich war als erster los, vor dem Sonnenaufgang.




Der Tag heute ging gemütlich an, wurde dann aber sehr hart. Sehr technisch, sehr schwer zu Klettern, ging es den ganzen Tag hoch und runter. Der erste Anstieg brachte mich etwas 750 m hoch und dauerte fast 5 Stunden. 





Der trail auf dem"Hahnkamm" war beängstigend und steil. Wieder ein Ausrutscher beim absteigen!! Ich kann nix dagegen tun, meine Schuhe haben super guten grip, aber runter bei einem steilen Gefälle von 35 Grad, auf den kleinen Geröllsteinchen, ist es wie auf Murmeln zu laufen. Wäre ja ganz lustig, wenn es nicht rechts und links ein paar hundert Meter in die Tiefe ging.


Nach dem Anstieg war ich auf der Kante des großen Kraters von Ramon. Die Aussicht war atemberaubend. 




Wieder runter und dann ging es den letzten Berg des Tages hoch, wieder haarsträubend eng, steil und riskant. Ich gebe mir große Mühe jeden Schritt sicher zu setzen, dadurch wurde es ein langer Tag.

Es ging noch durch einen schönen Canyon, aber ich war zu erschöpft um viel davon mitzubringen  Gut dass es Fotos gibt. Und nach dem Canyon, gutes what: der dritte Berge für den Tag.





Am Nightcamp Gevanim angekommen musste ich zu den 3 km entfernten Campingplatz, um Wasser zu holen.

Ich Tag heute auf dem Weg ein älteres Pärchen mit denen ich mich für verstehen habe und 2 Junge Israelis. Alle habe ich im Nightcamp wiedergesehen. Wie haben am Feuer mit mehreren Instrumenten einen desert-jam gemacht und das Pärchen lud mich zum Essen ein (Free Food !). Es gab Reis mit gegrillten Scampi!!! Seafood in der Wüste! Surreal.


Tag 10 - trail magic und Blumen überall -20 km

 Losgezogen bin ich alleine und den hike sehr genossen.



2 Berge standen heute auf dem Programm. Als ich mühsam (aber erfolgreich) den ersten erklommen hatte, Hölle mich eine Gruppe von 5 hikern ein. 



Wir blieben den Vormittag zusammen, während es herunterging in einem wunderschönen Wadi. Die 5 haben oft Pausen gemacht und bei jeder würde ich eingeladen am ihren kleinen und großen Mahlzeiten teilzunehmen. 

Mittags hocken wir unter einer riesigen Akazie und es gab Thunfisch (of course), und diverses rohes Gemüse mit tahini, dazu Datteln und Tee.



Wie bei den Israelis üblich, schliefen die nach dem Essen erstmal ne Weile.


Aber ich wollte weiter, also aufgesattelt und weiter.

Der Wadi war wunderschön. So viele Pflanzen! Und alles voller Blüten!! Viele der Pflanzen hier blühen nur jetzt, für eine Woche oder zwei. Ich habe Glück gerade hier zu sein und das zu sehen.





Ich bin den Wadi weiter bis dieser immer enger und zu einem Canyon wurde. Dann ging es hoch, 650 m ganz oben auf das Plateau.



Tja und dann ging es so steil runter wie ich es bisher nicht erlebt hatte. Da bin ich zum ersten Mal ausgerutscht. Weia, kein Platz für Fehler....



Ein paar Stunden das nächste Wadi hoch, erreichte ich das Nightcamp Gev Holit. Als erstes wurde ich von einem alten, braungebrannten Mann in einem Geländewagen begrüßt. Alles OK? Brauchst du Wasser? Hast du genug? Hier nun ein paar Orangen.




Nun der Abend in Gev Holit war interessant. Immer wenn ich glaube verrückter geht es nicht mehr so treffe ich Leute die das locker toppen.


Die ersten Gruppe war auf einer"Reise" auf einer spirituellen. Um die Erleuchtung zu erreichen dividieren die die Kraft der Schöpfung aus der Natur, eine andere Realität als die Welt der Menschen und versuchen die Sprache der Natur zu erlernen. So soll die Offenbarung die zu einer besseren Erkenntnis bringen. Oder so ähnlich. Ich würde zu indischen Tee eingeladen und bekam Nüsse und getrocknete Früchte.


Ein Stück weiter das einer Gruppe Alter Araber in einem Zelt violett Teppiche. Als erstes gaben sie mir arabischen Tee, bitten mir an an ihrer Schischa zu rauchen, später bekam eine eine Schüssel voller Tomatensalat.


Ganz an Rand des Camps waren unterdessen die 5 Freunde eingetroffen. Mit ihnen verbracht ich dann den Abend mit Wein und Lagerfeuer. Und einen wunderbaren Abendessen: einen 5 Liter Topf mit Gemüsesuppe, dazu Reis mit Mandeln und Datteln darin. So wundervoll gewürzt, ich war so satt. Und Free Food ist das beste.




Tag 9 - voll im flow - 34 km

 Was für ein wunderschöner, wenn auch langer Tag! Das hiking heute war toll. Weitestgehend flach, ging es den ganzen Tag über 4x4 Tracks durch mehrere Wadis, auf beiden Seiten eingerahmt von Bruchkanten uralter Berge. 




Es war zwar kalt, morgens (10 grad) aber die Wärme hat nicht lange auf sich warten lassen. Die Wolken gaben den Himmel mehr Struktur, mehr Tiefe. Nicht dieser blassblaue Fläche mit dem Glühball darin, wie in der letzten Woche. Die Berge wurden dadurch teils in Schatten, teils in Sonnenlicht getaucht, was einfach wunderschön war.





Ich wusste, heute würde der bisher längste Tag werden, daher hab ich noch sehr auf Technik konzentriert: jede Stunde Pause, schnelles, gleichmäßiges gehen, sehr auf Energie Level achten.

Meinen 3 Jahres Rekord von "10 by 10", also 10 Meilen (16 km) bis 10 Uhr schaffen, habe ich dadurch gebrochen, ich war um 10 schon 18 km gelaufen und war nicht Mal besonders früh gestartet (um 6). 

Ich habe viel Kraft in den Beinen!! Habe auch keine Angst mehr vor dem Aufstieg auf irgendwelche Berge. Wo ich die ersten Tage dachte, ich könnte den trail nicht machen/schaffen, habe ich nun die Power! Ein tolles Gefühl.


Der Tag ging endlos so weiter, durch Wadis, an abgebrochenen Bergen / Canyons vorbei. Die Wüste sieht hier anders aus, mehr Sand, mehr Pflanzen.




Abwechslung brachte die eine von Moa, eine 2300 Jahre alte Karawanserei der Nabatäer, die mit dem Handel von Gewürzen und Seide 600 Jahre lang viel Erfolg hatten. Moa war die erste Station in der Wüste Negev, auf dem Weg der Karawanen von Petra nach Gaza. Und es war beeindruckend sich vorzustellen, wie hier die großen Karawanen, die Kamele, die Bündel an Ware, das Geschrei und die Triebsamkeit hier geherrscht hatten, kontrolliert von den Nabatäern mit ihrer Festung.




Weiter durch gelben Sand, ging es 34 Kilometer lang an die Senke zum Jordantal, und an die Autobahn 90 auf der ich vor 9 Tagen mit dem Bus nach Süden gefahren bin, an den Golf von Aqaba. 




Ich habe Musik gehört und getanzt, gefunden und mich totgelacht über einen dreckigen Witz, der mit eingefallen ist. Und ein bisschen geheult über die traurigen Dinge im Leben. 

Ich bin so "ich selbst" hier, dass die Gefühle alle sehr dicht unter der Haut liegen. Die Erlebnisse und ständigen einzigartigen Eindrücke bringen in mir so stark das Gefühl hervor, das ich lebendig bin! Das dieser Planet mir gehört und ich auch hier in die Wüste gehöre. Es geht mir wunderbar!





Mein Ziel war Sapir, eine eher hässliche Siedlung in der Wüste. Ich habe eine Übernachtung bei einem "Trail-Angel" gebucht, jemand, der freiwillig hiker privat aufnimmt und für einen Tag versorgt. Ich werde ihn gleich Treffen und bin gespannt.


In der "Stadt" zu sein ist merkwürdig, ich sende mich zurück in die Wüste. Ich weiß hier nicht so ich bin soll. Es gibt Wege und Bänke und Springbrunnen und gepflanzt Bäume. Hübsch, aber alles hat einen Zweck, der nicht für mich ist. Ich bin ein Fremdkörper. Auf dem trail, sind alle so herzlich und hilfsbereit, hier gehen die Leute an mir vorbei und sprechen mich nicht an. 


Der Laden hier macht erst um 5 auf, ich bin seit 3 Uhr hier (9 Stunden hab ich für die 34 km gebraucht, nice!!) und fühle mich unwohl, auf der Bank zu sitzen und meinen Thunfisch aus der Dose zu essen. (Er ist trotzdem göttlich!! Ätsch! Wie sagt man wohl "ihr könnt mich Mal" auf Hebräisch?)


Morgen ziehe ich nach Westen, in den "high Negev", und für die nächsten 3 Tage durch den "großen Krater". Ich werde morgen wahrscheinlich kein Internet haben, Posts können daher verspätet kommen.

Laila tov ( gute Nacht)

P.S. vielen Dank für die Kommentare!!! Die geben mir viel Kraft und bringen mich zurück in eine reale Welt.


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