Tag 7 - der Exit-Point - 11 km

Der Wald ist triefend nass und es ist kalt bei 8 Grad als wir früh aufstehen. Kurzes frihstuck, ein Blick (sicher?), ein Nicken (ja). Wir packen, satteln auf und werden einen letzten Blick auf unser Zuhause-für-40-Stunden und laufen los. 
In voller Regen-Montour dauert es nicht lang und der Nieselregen wird deutlich stärker. 11 km plätschern wir schwatzend den berg runter, bis zu dem Cafe von vorher. 

Als würde man 3 Stunden lang unter der kalten Duschen stehen...daher gibt's auch keine Fotos - sorry

Wir sind die eigenen (triefnassen) Gäste. Der Bus nach Laxå wo der nächste Bahnhof ist, Fahrt nur mo-fr. Die Besitzerin hat Mitleid mit uns (wahrscheinlich eher von Clouds) und bietet an uns dahin zu fahren! Yay!!
Als wir ankommen steht da schon der Zug, 2 Minuten zur Abfahrt. Wir rennen mit unseren Backpacks in den zug und es geht los. 
Ich kann keine Fahrkarte mehr buchen weil alle Plätze für den Rest des Tages ausgebucht sind (Corona-Effekt). Der Schaffner weiss das und geht uns aus dem Weg, wir fahren umsonst mit (yay!)

Dann in Karlsborg erfahren wir, Taxis gibt's nur von mo-fr !!? Ein kurdischer Pizzeria-Besitzer Fahrt uns die 16 km zu dem Dorf Granvik, wo mein Auto steht, für einen Preis. (Ja da kommt dann die Gerechtigkeit ins Spiel).

In Granvik bleiben wir und schlafen in der Herberge...unglaublich federnde Betten, eine heisse Dusche und nette Leute. Morgen treten wir dann die Rückreise mit dem Auto an.

Wir sind etwas enttäuscht, denn wir wollten den trail gerne gegangen sein. Wir sind uns aber auch einig: all das was sie gelernt hat, besonders den Mut, die Kraft und der Erfolg 7 Tage "unsupported" durch die schwedische Wildnis zu krakseln, kann ihr keiner nehmen oder nachmachen. Ich bin stolz auf sie.




Tag 6 - harte Entscheidung - zero-day 0 km

Die Strecken die wir laufen sind immer kürzer, die Anstrengung hört nicht auf. Energie-level und Motivation sinken hand-in-hand.
Für Clouds ist die Anstrengung höher als sie erwartet hat. Dass kein Ende in Sicht ist, befreit nicht ausreichend sondern befremdet und frustriert eher. Die comfort-Zone zu verlassen wird schlimm. Dass die ungemütlichkeit nicht zu überwinden ist verbündet sich mit dem inneren Schweinehund und wird zum unbesiegbaren Hindernis. Blocked, festgefahren wir gehen nicht weiter.

Der Wetterbericht zeigt 3 Tage lang Starken Dauerregen. Die Vorstellung so lange patschnass mit triefendem Zelt und nassen Socken weiterzuziehen schreckt ab. Wir entscheiden den Regentag in dem Windschutz zu bleiben. Wir Igeln uns ein und ein ganzer Tag vergeht an einem Flecken. 
Wir reden viel, essen viel und treffen die harte Entscheidung: es reicht, wir nehmen den nächsten Exit-Point und fahren nach Hause. 

Während wir die Windschutzhütte verlagern treffen wir interessante Leute, und jeder hat eine andere Geschichte: Daisy der Logistik-Experte, der mit Auto, Rad und kayak ein Verfahren entwickelt hat wie er alle 3 in bestimmter Sequenz einsetzt und so regelmäßig seine Fitness-Rundtour macht. Da ist der Hippie mit barfuß-Schuhen der die nächsten 3 Monate hier draussen verbringen will. Da sind Tageswanderer und thruhiker. Angeblich ist durch Corona eine Massenwanderung der Schweden in die Wälder geschehen was zu einer unnormalen Abwesenheit von Tieren führt....



Als wir in unsere Schlafsäcke kriechen sind wir froh ein festes, nicht wackelndes Dach über dem Kopf zu haben aber auch traurig denn es ist unsere letzte Nacht in diesem majestätischen, tiefen Wald.

Tag 5 - Schlangen und kalter Wind - 13 km

 Da wir an einem langweiligen Strassenrand gecampt hatten, ging das einpacken und starten heute schneller (45 min) . Ein starker Wind und nur selten Mal Sonne hat uns heute den ganzen Tag begleitet. Es war dauerhaft fast zu kalt. Ein zu langsames Tempo führte dazu dass wir auch nicht richtig warm wurden. 10 bis 15 Grad haben wir bloß.
Der Wetterbericht zeigt 2-3 Tage Dauerregen! Wir wissen nicht genau was wir tun sollen. Die ersten 5 Tage waren wir nicht schnell / stark genug, die Strecken immer zu kurz. Anstrengung und Schmerzen waren stets Grund frühzeitig das Camp aufzuschlagen. Das kostet uns wahrscheinlich die Fähigkeit den trail zu vollenden. Dabei wollen wir es gerne, aber fürchten uns davor 20-25 km pro Tag durchzukeulen. Der ganze Regen demotiviert zusätzlich.

Wir haben heute nach 1,5 Stunden ein Cafe gefunden wo wir für 20 euro 1 Kaffee,v1 Cola und 4 belegte Brötchen verzehrt haben. Meine Powerbank steckte 1 Stunde an der Steckdose und den Rest des Tages am Solarpanel.....das reicht nicht, ich hab vielleicht noch 20 Prozent Strom....da muss ich bald das blogschreiben absetzen. Ich brauche den Strom für Navigation und Notfall.



Die Wälder die wir belaufen sind immer massiver, und wilder. Es ist erstaunlich wie vielseitig unberührter Naturwald sein kann. Die Stimmung, Gerüche und Farben ändern sich die ganze Zeit. 



Nach dem Cafe sind wir noch 4 Stunden langsam gelaufen...13 km haben wir insgesamt geschafft. Neben ein paar kleineren ist uns heute eine grosse Schwarzgeld schlange begegnet, die mindestens ein Meter lang war!  Seit 15 Uhr sind wir bei einem shelter tief im Wald an einem Bach und einer Natur-Quelle. Der Wind ist bitter kalt und heute Nacht startet der Regen. Aber erstmal sind wir geschützt und trocken. Mal sehen was der Tag morgen bringt...



Tag 4 - tiefer in die Wildnis rein - 19 km

Es dauert etwa 3 Stunden zwischen aufwachen und loslaufen....definitiv noch verbesserungswürdig.
Ein starker kalter Wind hat uns heute den ganzen Weg begleitet. Derselbe hat aber auch die regenwolken zerschnitten und wir hatten des öfteren Sonnenschein.



Man trifft nur hin und wieder Mal jemanden, die meiste Zeit sind wir allein.der Wald wird wilder, die Landschaft hügeliger. Die Natur um uns herum ist so riesig und so unberührt, der Wald zeigt sich alle 15 min vollkommen anders. Es ist sehr schön.



Wir haben langsam einen besseren Rhythmus gefunden und laufen länger und weiter. Gut. Nachmittags sehen wir am Pfadrand eine Kilo-Tüte Nudeln, Bohnen und eine Dose köttbullar. Der Rest ist alt und angefressen, aber die Dose nehmen wir mit ! Free food !!
Es gibt kartoffelpuree mit köttbullar zum Mittagessen und nach der 2 Stundigen Pause ziehen wir weiter. 


Bis zum Etappenziel schaffen wir es nicht ganz und schlagen unser zelt bei Regen am Wegrand auf. Das Tacho zeigt 19 km. Nicht schlecht

Tag 3 - "Nearo" - 7 km

Was ist ein "Nearo"? Ein near-zero, wobei ein Zero ein Tag ist wo man nicht läuft...beim Nearo läuft man nur einen halben Tag und nutzt den Rest um sich auszuruhen.

Mein Schlaf war etwas ungemütlich, da ich eine Wurzelknolle genau unter der Schulter hatte. Zum Glück war die Nacht sonst ruhig, keine Überschwemmung, keine Mücken im Zelt. 

Es war schwer Clouds aus dem Zelt zu kriegen, der Schlafsack war kuschelig warm und draussen feucht und kalt. Also wieder später los. 

Der Wetterbericht warnte vor starkem Regen ab 14 Uhr und das eigentliche Ziel 18 km entfernt. Wir hatten definitiv keine Lust wieder im triefende nass zu laufen und bei den 2 kmh durchnitt, die wir hinbekommen wäre das wieder eine ziemliche Qual.

Also entschieden wir heute nur eine kurze Strecke zu laufen und waren kurz vor 2 an einem schönen großen See. Unser zelt steht der Regen kann kommen.



Von 16 bis 18 Uhr haben wir uns verkrochen und zu zweit im zelt gequatscht und gealbert und Essen gekocht. Die ersten Anzeichen von Hiker-Hunger machen sich bemerkbar: Snickers schmecken plötzlich wunderbar.
Auch kommen wir gut voran, brauchen nicht so oft Pausen. 

So sind wir heute nur 7 km gelaufen. Und mit der Entscheidung haben wir auch akzeptiert dass wir die ganze Strecke des trails vielleicht nicht schaffen. So eine Reise muss immer auch ein Gleichgewicht zwischen Leistung und Spass sein, besonders da es für Clouds der erste thruhike ist. 

So Geniessen wir heute einen ruhigen, erholsamem und  etwas zu kühlen Nachmittag, bei Lagerfeuer und Studentenfutter. 
Ab morgen sollen endlich ein paar Tage ohne Regen kommen.

Tag 2 - 12 km - durch den Regen

Wieder sehr spät losgekommen. Ein anstrengender Weg zum Wasserpunkt und Etappenziel. Clouds muss sehr mit sich selbst kämpfen. Die Kraft ist da, aber der Wille nicht sehr. Noch nicht, hoffe ich. Sonst schaffen wir den trail nicht. 




Vom Wasserpunkt aus war es noch eine weite Strecke, der Himmel zog sich zu, es kamen immer mehr dicke dunkle Wolken.. 
Wir sind los, durch die Schauer und waren stundenlang nass...besonders die nassen Pflanzen führten zu Schuhen voller Wasser. Es war sehr unangenehm, aber irgendwann wird man nicht nasser und es wird ertragbar...



Tatsächlich als wir vollkommen fertig waren tauchte der shelter auf. Direkt an einem wunderschönen See und die Sonne kam gleichzeitig raus. 





Hier zelten wir heute, wieder in einer Kule ( gab nix anderes) und es kommt nachts wieder Regen. Hoffentlich wird alles gut.

Tag 1 - qualvolle erste Tage

Morgens um 8 war es im Camp Recht kühl und feucht Die Sonne war noch hinter dwm Berg. 
Gestern Abend hatte es so heftig geregnet, dass die Kule in der das Zelt stand ( sowie jede andere Kule) in wenigen Minuten voll Wasser war. Wasser, das mit Staub, Erde und blättern eine Art Schlamm wurde. Alles was wir unter die Apsiden gestellt hatten war voller Schlamm ...die Rucksäcke sind vollgelaufen, die Zeltwãnde, die Food- Beutel, Camp Schuhe alles war patschnass und dreckig. 
Das müssten wir heute morgen erst Mal reinigen und trocknen..... Daher sind wir erst um 10:30 los.
Gestern war so ein klassisches Beispiel: die Welt um uns herum löst sich auf in den entfesselten Naturgewalten, alles ist Klatsch nass. Und doch wir haben es überlebt! Wir hatten am nächsten Morgen alles wieder gepackt und starklar gemacht und waren bereit den nächsten Tag zu schaffen.


Die Strecke zum Startpunkt des trails war mega anstrengend aber unfassbar schön. Diese Stille, der massige riesige Wald, die kristallklare Luft. Einfach wunderbar.


 Aber wir kommen nur sehr langsam voran...1,5 kmh da kommt man nicht sehr weit.
Übrigens hat meine Tochter nun einen trailnamen: "Clouds" weil sie weder Sonne noch Regen mag und am liebsten bewölkt.angebluch hat sie auch macht über die Wolken 😊 Mal sehen was daran wahr ist...die nächsten 2 Tage soll es regnen...


Clouds hat heute stark gegen ihren inneren Schweinehund gekämpft - und nicht immer gewonnen. Für die 13 km haben wir den ganzen Tag gelitten....hoffentlich findet sie bald mehr Kraft. 

Um 19:30 sind wir an einem wundervollen kleinen See  angekommen: Köllnavatten. Wir schlafen heute nicht im zelt, sondern in der Windschutzhütte. Hier sind kaum Mücken. Und kein internet-Empfang.


Meine Schultern Schmerzen und meine Füsse pochen....Gute Nacht

Tag 0 - Anreise und 4,5 km

Wow és ging alles reibungslos. Mit dem Auto sind wir heute um 4:30 von Hamburg gestartet und durch die dänische und schwedische Grenze. Ich wurde nur nach meinem Pass gefragt.

11,5 Stunden später kamen wir in Granvik an. Der Besitzer des Hostels dort passt 3 Wochen auf mein Auto auf. Einen Kaffee hat er mir auch noch angeboten, bevor es losging.
4,5 km sind wir in den Wald reingewandert. 



Sarah versenkte mit dem ersten Schritt ihren gesamten Schuh in die matsche und wir wurden von Horden von mosquitos angegriffen. 
An einem traumhaften See haben wir unser zelt aufgeschlagen



 kurz bevor ein gewaltiges Gewitter ausbrach. Das zelt stand in einer Matschigen Pfütze!



Noch einen Tee und bisschen was gegessen, todmüde aber warm, trocken und glücklich beenden wir den Tag.

Noch 2 Mal schlafen


Wir werden es nun doch versuchen. Zusammen mit meiner zwölfjährigen Tochter habe ich mir vorgenommen trotz Corona eine Schweden-Fernwanderung zu machen.
Wir werden nördlich von Jönköping starten und dem Europa-Fernwanderweg E1 folgen, etwa 350 kilometer.

Schwierig wegen Corona ist die Anreise, denn die Durchreise durch Dänemark ist ungewiß. Laut den Regeln heute darf ein Deutscher Dänemark für einen Urlaub in Schweden durchqueren, allerdings müssen Buchungsbeweise vorgelegt werden. Da wir ja im Zelt übernachten haben wir sowas nicht - nur unsere Wanderkarten und die Ausrüstung. Die Anfahrt werden wir im Auto machen, am Startpunkt das Auto abstellen und nach Vollendung des Trails mit dem Zug irgendwie wieder zurück zum Auto fahren.

Schweden hat ein erhöhtes Infektionsrisiko aber wir hoffen durch die Autofahrt und die Wanderung selbst gut Abstand halten zu können. Riskant werden die Resupplies sein, denn bei den geplanten 21 Tagen müssen wir 1 bis 2 Mal in einen Supermarkt. Auch die Zugfahrt zurück zum Auto ist riskant. Unangenehm wird auch, dass wir bei unserer Rückkehr nach Hamburg 14 Tage in Quarantäne müssen. Das nehmen wir aber in Kauf und haben es organisiert bekommen.
Die letzten Wochen waren intensiv: Meine Tochter hatte keinerlei Ausrüstung und ich habe viel einkaufen müssen. Da ich ja von meiner eigenen Ausrüstung verwöhnt bin wollte ich natürlich "irgendwas".
Das Zelt zum Beispiel: in meinem 1-Personen Zelt war ja kein Platz, also habe ich mich entschieden das auf dem PCT meistverwendete 2-Personen Zelt zu kaufen: das Big Agnes Ultralight Tigerwall für fast 500 Euro (932g). Notfalls kann ich das auf meiner USA-Wanderung weiterverwenden. Schlafsak, Rucksack, Daunenjacke und Utensilien sind alles gute, leichte Ausrüstung geworden und wenn man alles auf einmal kaufen muss, recht teuer.

Die Stimmung schwankte immer zwischen der Vorfreude und der Sorge dass Corona mir abermal einen Strich durch die Rechnung ziehen könnte. Nun sind es noch 2 Tage, der Plan wurde mehrmals angepasst (2 Mal wurden mir Bustickets einfach so storniert) wir fahren mit dem Auto los und im schlimmsten Fall sind wir 6 Stunden nach Reiseantritt wieder zu Hause, weil wir nicht über die dänische Grenze durften.

Sonntag Abend soll es losgehen, und die Nacht durch nach Schweden hineinfahren. Ich werde wohl auf dem Weg nach Jönköping irgendwo eine ruhige Ecke suchen und ein bisschen (im Auto) schlafen. Montag Morgen/Mittag sollten wir dann unseren Startpunkt erreichen.
Dann haben wir 21 Tage Zeit um Smedjebacken eine Kleinstadt in der Höhe von Stockholm zu erreichen. 21 Tage mitten in der schwedischen Wilderness. Eigentlich doch die bessere Form von "social distancing" oder?

die letzten 2 Tage stehen ganz im Zeichen der Ausrüstung: Essen kaufen, Checklisten führen, Gewicht und dessen Verteilung optimieren. Jedenfalls zieht Jetlag wieder los! (Inshallah!) Und der Blog bekommt wieder etwas Aktivität. Noch 2 Mal schlafen!

Und so platzt der Traum


Den PCT zu laufen wird lediglich ein Traum bleiben, der wie bei so vielen Träumen"vielleicht irgendwann mal" umgesetzt werden kann.

Durch die Situation mit dem Coronavirus ist der PCT unmöglich geworden.
Es müssen nun alle Verträge aufgelöst, Versicherungen und Buchungen storniert werden. Für den Flug bekomme ich das Geld wieder zurück, bei anderen Buchungen bin ich mir nicht so sicher,

Es ist so unendlich schade: seit 4 Jahren erfüllt mich dieses Ziel mit Kraft und Lebensfreude. Die Planung verlief so gut dass nun alles fertig war, alles gepackt, alles organisiert. Ich wartete eigentlich nur noch auf den Abreisetag.

Ob ich das je wieder hinbekomme, dass alles so gut zusammenpasste, steht in den Sternen.

Ausrüstung für den PCT (mit Gewicht)

Hier ist die Ausrüstung, die ich auf dem PCT mitnehme. Ich habe sie mal nach Bereichen / Nutzen sortiert und das jeweilige Gewicht mit eingetragen. Auf so eine lange Wanderung kommt schon so einiges zusammen. Und "Ultra-Leicht" habe ich definitiv nicht geschafft.

1) Am Körper - was ich am meisten trage


Socken: Falke TK2 70g
Unterwäsche: Merino Shorts 60g
Wanderhose: Columbia Silver Ridge Zip-off 340g
T-Shirt: Funktionshirt (kurz) 139g
Wanderhemd: Columbia Silver Ridge (lang) 250g
Buff 38g
Trekking-Stöcke: Leki Khumbu Antishock 587g
Hut: OR Helios Sun Hat 60g
Schuhe: Salomon X Ultra 3 840g
Gamaschen: Dirty Girl Gaiters 40g
Bandana 29g
2453g

2) Shelter und Tragen 


Zelt: Skyscape Trekker 815g
Zeltunterlage: Tyvek Footprint 100g
Heringe: 5 Stck (MSR) 10g
Isomatte: Thermarest Z Lite Sol 426g
Schlafsack: Phantom Spark (bis -2C) 750g
Inlet: Seiden-Liner 110g
Rucksack: Osprey Exos 58L (ohne Deckel) 1037g
Sitzpad Thermarest Seat Pad 60g
3308g

3) Wechselkleidung


Socken (2tes Paar): Falke TK2 70g
Packbeutel: Sea to Summit Ultra Sil Packsack 9L 20g
Badeshorts: 120g
Fleecejacke: Jack Wolfskin Microfleece 250g
Camp- & Flussschuhe: TEVA Sandalen 470g
Mücken-Kopfnetz: Sea to Summit Headnet 11g
Sonnebrille: mit Hülle 28g
Microspikes: Kathula Microspikes 370g
1339g


4) Schlafkleidung


Leggins: Merino Longjohn, Icebreaker 182g
T-Shirt: Merino T-Shirt (kurz) 129g
Schlafsocken: Falke TK5 kurz 45g
aufblasbares Kissen: Sea to Summit Aeros 50g
Handtuch: Microfaser 49g
465g


5) Wetterschutz


Daunenjacke: Yeti Pike 310g
Regen-/Windjacke: OR Helium II 180g
Regenhose: Tschibo :) 220g
Handschuhe: LIOD Liner 20g
Mütze: OR Polartec Fleece 45g
775g

Kleidung gesamt
Wechselkleidung - Schlafkleidung - Wetterschutz 2579g

6) Kochen


1L Flaschen: Smart Bottles (4 Stck) 129g
Wasserbeutel 1L: Sawyer Water Bags (2 Stck) 25g
Wasserfilter: Sawyer Squeeze 100g
Topf inkl. Tasse und 1L Eimer: GSI Soloist 315g
Spork: Titan Spork 18g
Messer: Baladeo Steelcraft 57g
Beutel: Foodbag 116g
Gaskartusche: Primus medium (leer) 150g
Feuerzeug: Bic mini 33g
943g

In den Sierras dazu
+ Bärenkanister BV 500 (1160g) 2103g

7) Schreiben und Dokumente


Pass, Permits, Geld, Karten: 120g
Journal, Stifte, Reparaturzeugs: 143g
Dry Bag 2L: 17g
280g

8) Hygiene


Hygienebeutel samt Nagelknipser, Pinzette, Zahnseide, Zahnbürste und -Pasta, Katzenschaufel und Klopapier 183g
Sonnencreme: 47g
Mückenmittel: 92g
Body-Glide 46g
Hand Sanitizer: 52g
Labello UV 15g
Baby Wipes 90g
525g

9) Elektronik


Handy: Pixel 3 188g
Powerbank: Anker 20100 350g
Stecker: Anker Dual USB Ladegerät 78g
Adapter: Eu nach US 35g
USB Kabel: 2 Stck. 37g
Batterien AAA 3x Reserve 33g
Solar Panel: Anker 3er Panel 430g
Stirnlampe: Black Diamond Spot 88g
Dry Bag: Sea to Summit Ultra Sil Nano 2L 17g
1252g

10) Erste Hilfe


Ibuprofens, Pflaster, Verband, Watte, Blasenpflaster, Antibiotika-Salbe, Leuko-tape, Mull, Alkohol-Pads, Durchfall-Pillen 128g


Gewicht gesamt


Shelter und Tragen 3308g
Kleidung 2579g
Kochen 943g (2103g in den Sierras)
Dokumente 280g
Elektronik 1252g
Hygiene 525g
Erste Hilfe 128g
9015g

In den Sierras, 35 Tage, +Bearcan (10175g)

kommt Essen und 3L Wasser dazu   6-7 Kg


Ein Traum wird wahr - ich werde den Pacific Crest Trail in 2020 wandern!


Eine riesige Hürde konnte gestern überwunden werden, eine die sehr viel Bedeutung und am wenigsten zu beeinflussen war:

Ich habe erfolgreich einen Start-Termin beantragen können um wie geplant 2020 den PCT zu laufen.

Sehr viel Glück und die Hilfe von Freunden haben es ermöglicht, das Datum steht nun fest: 13. April 2020 starte ich an der mexikanischen Grenze und laufe dann nach Norden, um nach fast 6 Monaten die Grenze zu Kanada zu erreichen!

Ich kann es kaum fassen: seit 4 Jahren plane ich, um meinen Traum zu realisieren, den Pacific Crest Trail zu wandern, einen der berühmtesten und härtesten Wanderwege der Welt und ein lebensveränderndes Erlebnis zu vollbringen.

Die Verlosung der Start-Termine war wie jedes Jahr haarsträubend. 10 Tausend Menschen wollen zum Saison-Start zwischen Anfang und Ende April den Trail starten. Nur etwa 20 Prozent bekommen überhaupt einen Platz, da nur 50 Termine pro Tag verfügbar sind. Und ich habe einen Termin bekommen. Damit steht Startpunkt und Startdatum fest und beide sind ideal getroffen!

So viele Emotionen, die sich über Monate angesammelt haben, machen sich im Moment bemerkbar. Heulen vor Glück trifft es ganz gut :)

Nun beginnt eine Phase der konkreten Planung und das Ganze ist äußerst spannend. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Einen speziellen Dank an meine Arbeitskollegen und Freunde, ohne dessen Hilfe dies nicht zustande gekommen wäre.


Tag 20 - Die Reise zurück beginnt. - 8 km

Ich schlafe lange in dem weißen Hotelzimmer, ich hab Zeit... Ich liege da rum, trocken und warm, bis ich keine Lust mehr habe. Was ziemlich schnell passiert:
Die Decke ist mir zu nahe, die abgestandene Luft im Zimmer zu unangenehm und es kribbelt mir in den Beinen. Ich muss raus und ich muss mich vorwärts bewegen!

Ich hab noch 6 Stunden bis ich den Bus nehmen muss und es scheint tatsächlich die Sonne.
Also pack ich schnell meinen Rucksack (Übung hab ich ja nun), und checke vorzeitig aus. Heute kann ich die schneebedeckten Gipfel der Berge ringsum sehen. Ich will da rauf.



Ich mache mich an den Anstieg, diesmal reiner Luxus, denn ich müsste nicht unbedingt da rauf. Ganz gemütlich steige ich über die Baumgrenze und komme an die Grenze nach Norwegen. Es geht höher auf 980 m . Aus einem kristallklaren Bach fülle ich 2 Liter, die ich mit nach Hause nehmen werde. Die Luft ist so frisch, so klar und wunderbar. 


Ganz klein ist das Hotel am See woher ich aufgestiegen bin. Ohne die üblichen grauen Wolken kann ich kilometerweit sehen, Berge über Berge, in immer anderen Schattierungen. Ein Foto gibt das kaum her, die Tiefe und Entfernung ist schwer zu erfassen.




Beim Aufstieg sehe ich auch 2 kleine Gruppen von Rentieren. Zum ersten mal im Leben live und in natura. Sie beäugen mich neugierig, während sie langsam an mir vorbeiziehen. Cool 😊




3 Stunden bin ich noch gewandert heute, dann zurück, Mittagessen und zum Bus. Die Reise zurück ist eine Odyssee: 31 Stunden bis ich zuhause bin. 6 Busse, 3 Züge. Es geht nach Idee, Älvdalen, Mora, Borlänge und Stockholm in den ersten 8 Stunden. Dann it Flixbus nach Göteborg, dann Kopenhagen, dann Hamburg.

Viel Zeit um die vergangenen 20 Tage Revue passieren zu lassen, zu begreifen, das das Wirklichkeit war und was ich da eigentlich geschafft habe. Und warum es trotz dieser Strapazen so beeindruckend und einzigartig war.

Hallo Süden, ich komme zurück! Ich hab den Winter vor mir hergeschoben und den Frühling in den Norden gebracht. Die Mission ist vollbracht.



Tag 19 - Bis zum Ende der Welt ! - 461 km (heute 20,8 km)

Der Vormittag war scheußlich, denn es war tierisch kalt und hat gegossen. Wir sind zusammen durch die tropfende Landschaft gestapft, müssten durch unzählige Pfützen und 3 kleinere Flüsse waten. Finger und Zehen taten so weh. Der Trail selbst war sehr wild und roh, ein dutzend umgekippter Bäume versperren den Weg. Wenn nicht gerade durch Wasser, ist der Untergrund steinig und sehr kurvenreich. Hat spass gemacht, als ich irgendwann vorne war und etwas Gas geben konnte, besonders weil mich das Tempo der Gruppe nicht warm genug machte.



Gott sei Dank war das Häuschen-Symbol auf der Karte eine echte, frei zugängliche Wanderhütte denn wir waren alle bis auf die Knochen nass und durchgefroren. Als erstes Feuer an, schön groß, nasse Sachen aufhängen und etwas warmes essen: ich habe erfunden: Linsensuppe in Katroffelpürree 😃

Die beiden waren erschöpft und demoralisiert von dem blöden Wetter. Sie wollten nur noch ins Hotel und in ein richtiges Bett. Und es waren noch 10 km bis Grövelsjön.
Dann legte der Mann sich hin und wollte erstmal schlafen. Waas ?? Aber.... Für mich war's der letzte Abschnitt, die letzten 10 km, ich war aufgeregt und hatte meine Energielevel hoch gehalten. Und doch: Ich habe gewartet. 
Wir entschieden dann nicht den Wanderweg zu gehen, sondern bei der ersten Kreuzung die Strasse zu nehmen. Dort angekommen, kamen die beiden nicht weiter, an einem Info Schild mit Tel-Nr der Hotels in der Umgebung. Sie wollten erst anrufen und buchen und wussten nicht mehr wohin. 



Unterdessen war es 17 Uhr und ich hatte noch 10 km Roadwalk vor mir. An dieser Stelle hab ich mich verabschiedet und der Strasse entlang  im Nieselregen den Anstieg nach Grövelsjön angegangen . 2 Stunden später bin ich am Ziel.


Ein begeistertes Ehepaar mit einem sehr misstrauischen Hund haben mich die letzten 50 Meter begleitet um den Symbolischen Endpunkt, die Windschutzhütte am Seeufer zu erreichen. 

Und das ist er, der Grövelsjön, das Ende der Welt. Dahinter beginnt Norwegen. So weit im Norden war ich noch nie.


Ich hab's tatsächlich geschafft!!! 461 km baby! KO aber überglücklich und auch stolz auf mich und meine Füße die Strapazen durchgehalten zu haben. 




Ich habe erst vor ein paar Tagen daran geglaubt dass ich es schaffen könnte. Die ersten zwei Wochen dachte ich immer wieder das schaffe ich nicht, das wird zu knapp. Gegen Ende, die Tage mit Jana und Craig, bin ich im Tempo stark runtergegangen um nicht Tage zu früh anzukommen. Geschafft, Wahnsinn!!

Morgen steht die Busreise nach Stockholm auf dem Plan. Mein Flixbusticket wurde gecancelt und mir wurde eine andere Strecke geschickt. Die geht erst um Mitternacht von Stockholm nach Göteborg und von da aus nach Hamburg weiter. Nun ja, im Süden soll tolles Wetter sein. 



Tag 18 - fast am Ziel- 20,2 km

Die Sonne hat sich verabschiedet. Ich habe um Zelt gut geschlafen aber morgens ist's natürlich kalt.
Wir haben uns an dem Laden noch einen gratis Kaffee geholt und sind los. Alles bewölkt und ein kalter, nasser Wind kommt auf. Mit der unterdessen klassischen Ironie dieses Trails, beginnt der Tag mit einer Sumpfüberquerung (nasse Füße/Socken).
Dann waren Schotterstraßen lange Zeit der Untergrund. Gut, weil trocken aber über Stunden hart auf die Füße.



Die Landschaft indes ist für mich ganz neu. Auf Ca 600 m Höhe, weit im Norden, zwischen höher werdenden und schneebedeckten Berggruppen. Grosse, dunkle Tannen prägen die Grundfarbe. Und immer wieder kuriose Felsformationen und Wasser. Klares, nicht mehr braunes Wasser. Grosse, starke Flüsse. Immer noch keine Elche.



Ich bin nach wie vor mit den beiden unterwegs. Die Gespräche lassen die Zeit schneller vergehen. Nach 20,2 km  sind wir in die Hütte eingezogen. Morgen noch mal 16 oder so und ich bin am Ziel.

Das Ende dieser Reise naht und das Wetter "wischt mir noch eins aus", lacht mir ins Gesicht. Ab heuten Nacht (3 Grad) soll es morgen den ganzen Tag durch regnen, bei Max 8 Grad!!

Also morgen nochmal pushen durch jeden Regen und jeden Sumpf und tropfend am Zielort auf der Matte stehen.


Tag 17 - Gruppenhiking mit Iana und Craig - 18 km

Ich bin heute zusammen mit Iana und Craig, die beiden Hiker, die ich in der Hütte angetroffen habe, gewandert. 



Es war lustig, weil so viele Geschichten gelaufen sind. Es war auch schnell, die Zeit verging wie im Fluge weil jemand zum plaudern da war. Die 5 Stunden waren schnell um und wir waren schon vor 16 Uhr am Ziel.
Und dann war es auch merkwürdig, ich bin bisher immer solo gewandert, habe meine eigene Gangart und Geschwindigkeit entwickelt und es ist erstaunlich wie anders andere Leute laufen. Beispielsweise dauert es bis zu einer halbe Stunde aufzuholen, wenn mal eine 40 Sekunden Pinkelpause sein muss.



Auch bleibe ich öfter stehen um die Natur anzuschauen. Ich meine Natur wie ich sie noch nie geshen habe, die ich Do auch nur ein mal im Leben erleben kann...da ist es mir zu schade, durchzulaufen und nur auf den Boden zu schauen. Und der trail heute war wunderschön.




Wie sind in Flötningen angekommen, ein winziger Ort und die vorletzte Station. Und es gibt hier einen Supermarkt. Wir haben uns eingedeckt mit Essen und in einer Gasse neben einem alten schuppen erstmal gut gegessen. Brot, Spiegeleier, Tomaten und massig Süßigkeiten. Wir sahen aus wie Obdachlose, aber welche die teures und hochspezialisiertes Equipment haben.





Pragmatischerweise haben wir ein paar hundert Meter weiter am Seeufer unsere Zelte aufgeschlagen und bleiben heute hier. 


Tag 16 - die schwedische Wildnis - 30 km

 Endlich hat es mal nicht den ganzen Tag geregnet. Um 7 bin ich los und habe schweren Herzen die Gemütliche Hütte verlassen. 

Den ersten berg hoch, dann kam so eine dunkle Wolke, dass ich mich in einer Windschutzhütte in die Ecke gekauert  und hab mich verkrochen. Alles in mir rief: nicht weitergehen, du wirst wieder klatschnass.



Aber zum Glück wurden die Löcher in den Wolken immer zahlreicher und grösser und mit Sonne hat alles mehr Farbe und mehr Geruch.



Ich bin heute durch ein Gebiet gezogen, dass mit das schönste war, dass ich je in meinem Leben gesehen habe. 



Bestimmt 5 oder 6 Stunden lang bin ich da durchgelaufen.

Die ganze Gegend hier ist so wild und weit weg, und es gehört alles mir.


Und klar, wenn es nicht regnet, dann sind eben mosquitos am Start. Gleich zu tausenden, nicht dass jemand glaubt, er kann ungestraft durch dieses Gebiet.



Nach einem letzten harten Push durch feuchte Schwämme habe ich eine Wanderhütte wo schon 2 Biker am Nudeln essen waren : Anna aus NL und Greg aus Südafrika. Beide gut ausgestattete Hiker, mit denselben Ziel wie ich: Grövelsjön. Trete Fußstapfen hatte ich schon den ganzen Tag gefolgt, schwere boots im Schlamm. Anna benutzt wie ich Salomon-Schuhe. Es wurden viele gute Gespräche an dem Abend über Dinge die sonst keiner versteht. 
Zum Beispiel die Fortbewegung im Moment ist von Busch zu Busch springen und von moospolster zu moospolster. Es fühlt sich an wie durch Daubenkissen zu schreiten oder narshmellows. Aber das Ding ist: zu wissen welche moossorten die richtigen sind! Braun oder grau ist ok, gelb kommt auf die Form und Höhe an, grün und gar rot, auf keinen Fall, die schwimmen nur. Alles um nicht bis zum Knöchel in Wasser zu versinken.

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