Tag 16 - Wasser in der Wüste - 22 km

 Endlich raus aus der Stadt! Meine Beine juckt es, weiterzulaufen. Ich habe einen Blase an der Ferse, die ist zwar nicht groß, aber sie tut weh. Bei jedem Schritt ist es, wie auf Nadeln zu laufen. Ich laufe dadurch schief (Schonhaltung) was fast nicht gut ist.


Ich war heute morgen noch bei der Ranger Station, es hieß die empfehlen nicht zu laufen. Es sei zwar keine Sturmflut, aber das Wasser aus der Region ist hier angekommen und ein Teil des Zin-Tals ist überflutet.



Ich bin trotzdem los, und es sind einige der gestrandeten hiker heute weiter. Ein weitgehend flacher Weg, bis zum Mador Nightcamp. 




Großes Highlight heute war eine riesige, flache, helle Ebene, wo die hiker aus kleinen schwarzen Steinen, Zeichnungen, Namen, Grüße und Kunstwerke legen, der Wind treibt die Steinchen nicht weg. Ich hab mich natürlich auch verewigt.





Beeindruckend war wie die Wüste dich verändert nach dem starken Regen. Wir mussten zwei Mal Flüsse überqueren, durch schnell fließendes, kniehohes hellbraunes Wasser.



Der sonst harte und festgebackene Wüstenboden war heute an vielen Stellen weich und sehr klebrig. Der"Schlamm" blieb an meinen Schuhen hängen und diese fühlten sich doppelt so schwer an wie sonst. An einigen Stellen war es sehr rutschig.


Am Nightcamp Mador haben sich unterdessen ein Dutzend hiker eingetroffen. Es ist tierisch kalt, den ganzen Tag lang friere ich schon, durch den scharfen Wind der heute herrschte und weil es nur 10-12 Grad war. In der Nacht soll es wieder auf 5 Grad runtergehen. 



Alle hier sind aufgeregt, denn hier ist der Startpunkt für den"Karbolet". Der trail führt morgen über einen berüchtigten Bergkamm mit sehr viel Klettern und auf und ab. Es soll der schwerste Teil des Teils sein.

Aber im Moment heißt es dick einpacken in Daunenjacken und Schlafsack, viel essen und früh schlafen gehen, sowie die Sonne untergeht. Morgen wird ein langer, schwerer Tag.

Tag 15 - Zero -day - 0 km

 Was für ein merkwürdiger Tag. Ich habe fest in den kibbutz Midreshet Ben Gurion. 

Der Regen, der für die Nacht angesagt war, ist nicht gekommen. Zumindest nicht so stark, wie befürchtet. Die Ranger hier waren alle in Alarmbereitschaft, ich habe einen hiker getroffen, der spät am Camp eintraf und von den Rändern in die Stadt gefahren wurde, aus Sicherheitsgründen.

Es hat nachts und bis zum Mittag geregnet, aber nur leicht. An späten Nachmittag bin ich zur Ranger-Station gegangen und sie sagten, es hätte in mitzpe Ramon steak geregnet, die wussten noch nicht ob die Wassermassen hierherkommen würden. Dann fing es an richtig zu regnen. Riesige schwarze Wolken, Blitze und viel viel Wasser. Ich stecke immer noch fest! 😐



Der Trail-Angel bei dem ich gestern untergekommen bin war erst sehr vehement, das er prinzipiell nur eine Nacht hostet. Am Abend als er ging meine er ich durfte noch eine weitere Nacht bleiben! Hallelujah.

Aber jetzt sieht es so aus, als müsste ich eine dritte Nacht hier irgendwo unterkommen. Und wo/wie steht in den Sternen. Eine Nacht im Guesthouse kostet 250 Euro. Ein Zimmer im"Hostel" von der Field School kostet 80 Euro. Verrückte Preise.



Ich werde morgen nochmal in die Ranger-Station gehen und mich über die Situation informieren, wenn es kein großes Risiko mehr gibt, werde ich weiter, sonst muss ich wohl ein teures Zimmer mieten müssen.

Der Typ bei dem ich gestern und heute untergekommen bin, wohnt im Studentenwohnheim und überlässt sein Zimmer an hiker, die es brauchen. Er bietet auch ein Abendessen an, koreanisch und lecker (Free).  Allerdings ist er ein ganz komischer Typ. Fanatischer Anhänger Gottes (dem mit dem Kreuz und Jesus). Und wie so oft, versucht er andere von seinem Glauben zu überzeugen. Er hat gestern einen 40 minütigen Monolog gehalten und dabei ständig die Bibel zitiert. Mit hat er heute morgen eine deutsche Reise-Bibel aufs Bett gelegt. Spooky.

Tag 14 - vor dem Sturm - 27 km

 Ich habe geschlafen wie ein Stein, zum Glück war es diese Nacht nicht so kalt. Bei Mondschein habe ich keine Sachen zusammengepackt, während Ich mir auf dem Kocher einen Kaffee gekocht habe. Immer ein Blick auf dem Horizont, wie hell es im Osten bereits war, wie lange noch bis die Sonne aufgeht. 

Halbe Stunde vor Sonnenaufgang war ich unterwegs, mit mir 5, 6 andere hiker, während von der 30 Leute Gruppe für meisten noch schliefen. 



Ich habe mich einem jungen Amerikaner angeschlossen (trail-name "Moses"), fast 2 m groß, sehr lange Beine. Und endlich, nach 2 Wochen hatte ich jemand gefunden, der so schnell (und sogar schneller) lief wie ich. 

Die ersten 8 km waren schnell geschafft, dirt-track, dann ging es bergab auf einem richtigen, dünnen trail für Wanderer. Und das war toll, nicht zu steil, kurvenreich und mit sehr abwechslungsreichen Terrain. 





An einer Stelle würde es dann doch sehr steil und der trail ging an einer 20 cm Kante entlang, direkt an einer Felswand entlang, wonach man runterklettern musste. Ich hatte an der engen Stelle echt Sorgen ob ich das überhaupt mit meinem Backpack da vorbei kommen würde. So riskant der Abschnitt, so leicht hier einen Unfall zu haben, einmal rutschen oder stolpern reicht. 

Zum Glück bin ich hell runtergekommen, und soweit ich weiß alles hiker heute ohne Schaden. Unten eine echte Quelle die erst ein kleines Becken und dann den war entlang einen echten kleinen Fluss in der Wüste mit aquatischen Pflanzen und Schilf. 




Der trail ging etwa 1,5 Stunden am dem Fluss/Bach entlang bis er in einer Felsspalte verschwand. Tja und der trail ging hinterher direkt runter in die Schlucht, tief unten bildete sich ein 6 m tiefes Becken Wasser, das zu einem Bad einlud. Der Ort war natürlich bekannt und war ziemlich voll.




Da wir bereits für Strecke geschafft hatten, Moses und ich, Namen wir uns vor eine längere Pause (2,5 Stunden) zu machen. Ich bin in das eiskalte Wasser gesprungen. Ein tolles Gefühl, obwohl ich kein Fan bin von kalten Wasser. In der Wüste müssen andere Regeln gelten und hey, die Gelegenheit den Staub und Schweiß abzuwaschen ist einmalig.




Gestern auf dem langen roadwalk haben ich mir tatsächlich Blasen gelaufen, zum ersten Mal seit 5 Jahren, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen. Und heute taten die ganz schön weh. An beiden Füßen, jeder Schritt, als würde ich auf Nadeln laufen. Als ob der trail so schon nicht schwer und anstrengend genug war.

Dann war Zeit von dem Pool aufzubrechen. Für mich geht es runter von trail, in Richtung Midreshet Ben Gurion. Einem kibbutz mit einer Universität (desert sciences). 



Natürlich liegt die Siedlung wieder ganz oben auf der Kante eines Berges also noch ein letzter Anstieg, Meter für Meter kam ich schweißgebadet und schwer atmend gegen 16 Uhr oben an. Der Himmel ist schon zur Hälfte mit schweren dunklen Wolken bedeckt.

Morgen soll ein Stutm kommen und es soll den ganzen Tag regnen. Es sind alle ziemlich nervös, auch Polizei und die Ranger. Regen in der Wüste kann fatal sein. Der ausgeglühte, gebackene Boden nimmt kein Wasser auf und es können sich blitzschnell gewaltiger Sturmfluten bilden. Einige Nightcamps liegen zu tief und sind nicht sicher. Alle hiker setzen morgen einen Tag aus, das hiken ist morgen zu gefährlich.

Auch ich mache morgen einen lang fälligen "Zero - Day", einen Tag ohne laufen um meinen Körper und meine zerschundenen Füsse zu schonen. 




Tag 13 - Langer Roadwalk und baden im Canyon - 30 km

*** Fotos werden nachgereicht, ich hab hier im Nightcamp oben auf dem Berg nur Edge...***


 Der Tag begann mit einem langen roadwalk. 20 km auf einem 4x4 track, oven auf dem Plateau am Rande des Kraters entlang. 




Lang und somit auch langweilig. Ich hab mein Solar Panel aufgeschnallt und Musik gehört.

Auf flacher Ebene komme ich dann gut vorwärts: um 10:30 waren die 20 km geschafft.



Dann ging's runter in ein steilen Canyon. Beeindruckend die gewählt von Wasser wenn es hier regnet, man sieht die Spuren an dem Felswänden.

Man muss sich das so vorstellen, ein breiter Sturzbach, der gewaltige Wassermassen abwärts führt, Stromschnellen und so - nur trocken!!

In diesem steilen Flussbett bin ich etwa 3 Stunden runtergeklettert, und dann 2 bis 3 Stunden wieder hoch.





Ganz unten endete der Canyon in einem großen Wasserbecken. Und es war noch viel Wasser drin. Es kommt sich Wasser aus dem Boden, das diesen Pool speist, nicht nur Regen. Das Wasser war eiskalt, so kalt dass die Füße bald weg taten. 




Ich bin trotzdem rein, weil es so schön war und weil es so brütend heiß war. Nicht alles aber Arme Beine und Kopf. Eiskalt aber wunderbar.


Zum Tagesabschluss gab es einen gewaltigen Anstieg, bis ich am Nightcamp Hava ankam. 


Voll ist es hier heute, bestimmt 40 Zelte, mit einer Gruppe von 30, die einen Service gebucht haben: sie wandern mit Tagesgepäck, und ein Truck fährt mit Taschen, Dusche, Zelte, Proviant hinterher.

Tag 12 - ganz nach oben, in die Stadt auf der Klippe - 21 km

 Ich bin vor meinem Wecker aufgewacht, work ich gefroren habe! Als ich aus meinem Schlafsack kroch (05:15), waren es 3 Grad!! Bin in Daunenjacken losgezogen, kurz vor Sonnenaufgang. Um 08:00 Uhr waren es dann schon 27 Grad.

Mein Weg heute begann (oh joy...) Mit einem Berg, 650m hoch. 




Der zweite Berg heute war beängstigend!! Der Weg war zum Teil so steil, das ich an der fast waagerechten Wand hing, Stück für Stück geklettert bin und bei jedem hochhieven gebetet habe das ich nicht das Gleichgewicht wegen dem Rucksack verliere. Runter war auch scary, ich bin sehr langsam runter.





Dann ging es 5 Stunden lang durch den Rest des Kraterbodens. Es war so heiß, anstrengend. Irgendwo in der Mitte Strand eine einzelne (die einzige wir und breit) Akazie. Schatten!! Pause!!! Darüber standen 4 Hardcore Wüsten-jeeps mit 4 Israelis, die gerade den Tisch gedeckt hatten. Natürlich kamen wir ins Gespräch und ich würde eingeladen so viel zu nehmen wir ich wollte (Love Free Food! Todá) es gab Omelett und Salat, Brot und Humus.


Gestärkt ging's an den letzten Anstieg: ganz unten von Boden des Kraters hoch in die Stadt Mitzpe Ramon, die auf der Kante des Kraters liegt. Ich habe 1,5 Stunden gebraucht um das hoch zu kommen. Irgendwie habe ich nicht so viel Kraft, oder mein Rucksack ist mit 14 Kilo einfach zu schwer, aber es war quälend.

Egal, geschafft habe ich es trotzdem! Ich denke das wird der Leitspruch für diese Reise, "there is always more, but for now: you made it!" (Auf Hebräisch: Kola'Kavot!)





Die Stadt ist recht groß und bietet alle amenities der Zivilisation: Internet-empfang, Cola, MC Donalds, und viele Stadtmenschen. Die meisten tun so, als ob ich nicht existierte, nur die Kinder starren mich mit großen Augen an. An der Tanke treffe ich einen, der total verdreckt mit einem Rucksack rumläuft. Ha! Hiker-trash! Hier eine herzliche Begrüßung, einen Umarmung, und der Ruf "Be'hat Slaha! Viel Glück, gute Reise".

Ich übernachte heute in einem Hostel, das eine ganz tolle Atmosphäre hat, dem "Spice Quarter Inn".

Einen Ruhetag morgen hier in Mitzpe Ramon einzulegen, habe ich mich gegen entschieden. Ich längere mich ja jetzt schon, nach einem halben Tag ausruhen und nix tun. 

Es kommen 2 hätte lange Tage bis zur nächsten Stadt. Womöglich also morgen wieder kein Empfang und keinen Post.





Tag 11 - ups and downs -27 km

 Ich war als erster los, vor dem Sonnenaufgang.




Der Tag heute ging gemütlich an, wurde dann aber sehr hart. Sehr technisch, sehr schwer zu Klettern, ging es den ganzen Tag hoch und runter. Der erste Anstieg brachte mich etwas 750 m hoch und dauerte fast 5 Stunden. 





Der trail auf dem"Hahnkamm" war beängstigend und steil. Wieder ein Ausrutscher beim absteigen!! Ich kann nix dagegen tun, meine Schuhe haben super guten grip, aber runter bei einem steilen Gefälle von 35 Grad, auf den kleinen Geröllsteinchen, ist es wie auf Murmeln zu laufen. Wäre ja ganz lustig, wenn es nicht rechts und links ein paar hundert Meter in die Tiefe ging.


Nach dem Anstieg war ich auf der Kante des großen Kraters von Ramon. Die Aussicht war atemberaubend. 




Wieder runter und dann ging es den letzten Berg des Tages hoch, wieder haarsträubend eng, steil und riskant. Ich gebe mir große Mühe jeden Schritt sicher zu setzen, dadurch wurde es ein langer Tag.

Es ging noch durch einen schönen Canyon, aber ich war zu erschöpft um viel davon mitzubringen  Gut dass es Fotos gibt. Und nach dem Canyon, gutes what: der dritte Berge für den Tag.





Am Nightcamp Gevanim angekommen musste ich zu den 3 km entfernten Campingplatz, um Wasser zu holen.

Ich Tag heute auf dem Weg ein älteres Pärchen mit denen ich mich für verstehen habe und 2 Junge Israelis. Alle habe ich im Nightcamp wiedergesehen. Wie haben am Feuer mit mehreren Instrumenten einen desert-jam gemacht und das Pärchen lud mich zum Essen ein (Free Food !). Es gab Reis mit gegrillten Scampi!!! Seafood in der Wüste! Surreal.


Tag 10 - trail magic und Blumen überall -20 km

 Losgezogen bin ich alleine und den hike sehr genossen.



2 Berge standen heute auf dem Programm. Als ich mühsam (aber erfolgreich) den ersten erklommen hatte, Hölle mich eine Gruppe von 5 hikern ein. 



Wir blieben den Vormittag zusammen, während es herunterging in einem wunderschönen Wadi. Die 5 haben oft Pausen gemacht und bei jeder würde ich eingeladen am ihren kleinen und großen Mahlzeiten teilzunehmen. 

Mittags hocken wir unter einer riesigen Akazie und es gab Thunfisch (of course), und diverses rohes Gemüse mit tahini, dazu Datteln und Tee.



Wie bei den Israelis üblich, schliefen die nach dem Essen erstmal ne Weile.


Aber ich wollte weiter, also aufgesattelt und weiter.

Der Wadi war wunderschön. So viele Pflanzen! Und alles voller Blüten!! Viele der Pflanzen hier blühen nur jetzt, für eine Woche oder zwei. Ich habe Glück gerade hier zu sein und das zu sehen.





Ich bin den Wadi weiter bis dieser immer enger und zu einem Canyon wurde. Dann ging es hoch, 650 m ganz oben auf das Plateau.



Tja und dann ging es so steil runter wie ich es bisher nicht erlebt hatte. Da bin ich zum ersten Mal ausgerutscht. Weia, kein Platz für Fehler....



Ein paar Stunden das nächste Wadi hoch, erreichte ich das Nightcamp Gev Holit. Als erstes wurde ich von einem alten, braungebrannten Mann in einem Geländewagen begrüßt. Alles OK? Brauchst du Wasser? Hast du genug? Hier nun ein paar Orangen.




Nun der Abend in Gev Holit war interessant. Immer wenn ich glaube verrückter geht es nicht mehr so treffe ich Leute die das locker toppen.


Die ersten Gruppe war auf einer"Reise" auf einer spirituellen. Um die Erleuchtung zu erreichen dividieren die die Kraft der Schöpfung aus der Natur, eine andere Realität als die Welt der Menschen und versuchen die Sprache der Natur zu erlernen. So soll die Offenbarung die zu einer besseren Erkenntnis bringen. Oder so ähnlich. Ich würde zu indischen Tee eingeladen und bekam Nüsse und getrocknete Früchte.


Ein Stück weiter das einer Gruppe Alter Araber in einem Zelt violett Teppiche. Als erstes gaben sie mir arabischen Tee, bitten mir an an ihrer Schischa zu rauchen, später bekam eine eine Schüssel voller Tomatensalat.


Ganz an Rand des Camps waren unterdessen die 5 Freunde eingetroffen. Mit ihnen verbracht ich dann den Abend mit Wein und Lagerfeuer. Und einen wunderbaren Abendessen: einen 5 Liter Topf mit Gemüsesuppe, dazu Reis mit Mandeln und Datteln darin. So wundervoll gewürzt, ich war so satt. Und Free Food ist das beste.




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