Tag 6 - 29 km und meine kamera ist kaputt

Habe bis 7 geschlafen dort am Strand, wollte gar nicht aus meinem Schlafsack raus. 
Unterdessen habe ich mehr Routine im auf- und Abbau meines camps, die Dinge haben alle ihren Platz und ihre Reihenfolge im Rucksack. Der ist kleiner und etwas leichter geworden.
Auch das wandern ist leichter geworden. Meine Beine sind so irre stark, und meine schultern tun nur noch ein bisschen weh. ( morgens, denn jetzt gerade wo ich das schreibe, 21 Uhr, schreien die wieder vor schmerz, und meine Füsse glühen.) Der Trail ist echt schön, die Landschaft urig und die Natur atemberaubend. Und das Wetter spielt mit. Und ich fliege durch den Wald. 😊



Gegen 12 bin ich am Etappenziel Leken, oben auf nem Felsen und schiesse wundersame Selfies, da fällt mir die Kamera runter und ist kaputt....Sie ist direkt auch den verschlussmechanismus vor der Linse gefallen. Wie Schade, keine Fotos mehr.

Ich ziehe weiter und erreiche einen traumhaften Camp spot am See, und marche dort zw 14 und 15 Uhr Mittagspause. Nach einer Weile Krieg ich Besuch: ein junges Pärchen das sich einen schönen Nachmittag machen will...wir plaudern eine halbe Stunde.



Als die weg sind, taucht Stefan auf, ein anderer thru-hiker!!!! Ultraleicht unterwegs mit 2 dünnen Carbon-Stöckern und höchstens 5 kg, im winzigen Rucksack. Er ist auch vor 6 Tagen gestartet, von Norden aus. Er wird den trail in 10 oder 11 Tagen schaffen. Vor mir sind nur 2 Mädchen, die eine davon, Christine, will bis zum Nordcap, beide sind ein paar Tage voraus. Auch die Mücken werden schlimmer, je weiter es nach Norden geht. Er sagt auch, er habe den ganzen trail über nur 4 Menschen gesehen. 
Es war beeindruckend, einen anderen thru-hiker zu treffen. Das bedeutet, der Weg ist schaffbar. Und er hatte sogar wie ich die bunten "dirty girl" gaiters.
Ach schade ich hätte gerne stundenlang mit ihm geredet, aber ich musste los, um meinen 2ten Tagesabschnitt zu schaffen. Wir haben essen getauscht: ich habe ihm ein Festessen geschenkt, boeuf stroganoff und habe von ihm "erbswurst" bekommen, eine Art Erbsensuppe, die man in Scheiben schneiden kann. Ich bin gespannt.
Ich habe mich noch ein ganzes Stück weiter geschleppt und canoe jetzt (auf Stefabs Empfehlung hin) an einem See mit wunderbarer Aussicht. Allerdings war ich erst um 8 hier, jetzt, satt, ge-babywiped und im Schlafsack eingekuschelt, ist es schon halb elf.  Gute Nacht.


Tag 5 - 25 km

Juhuu, heute ging es besser. Meine Schultern schmerzen nur noch wenig, die Blasen unter den Bällen wurden getaped und mein Rucksack ist nicht mehr ganz so schwer.



Schwer ist allerdings der Trail. Bei einer Wahnsinnshitze kämpfe ich mich durchs Gelände. Es ist nicht so krass wie der Finnskogsleden letztes Jahr, aber ich komme dennoch nur langsam voran. 5 Stunden brauche ich für die ersten 15 Kilometer, es ist 13:00 Uhr als ich Sixtorp erreiche. Ich fülle Wasser auf (ich nehme doch nur noch drei Liter mit, bei 4 hab ich immer etwas über.) esse was und leere meine Mülltüte.
Nochmal 4,5 Stunden für die nächsten 10 Kilometer und ich habe mein Ziel für heute erreicht. Ein Campspot am Strand an einem großen See. Es ist voll, etwa 8 Erwachsene und 12 Kinder planschen hier um 19 Uhr noch, am Strand. Sie gucken mich an als wäre ich von einem anderen Planeten. Erst als ich ausgezogen war und im Wasser, haben sie sich an mich gewöhnt. 



Der letzte Abschnitt war sehr schön, die Landschaft ändert sich. Es wird felsiger und bergiger. Die Wälder werden riesig und tief, und dennoch so voller Licht. 
Es war aber auch merkwürdig, ich musste durch ein Wald- und Bergbaugebiet, wo gesprengt wurde. Es war erstaunlich wie gut jeder Waldpfad ausgeschildert ist. Etwa 1 km südlich von mir rissen Explosionen die Felsen auf. Es war sonst ganz still im Wald, alles hielt den Atem an. Bin unbeschadet durchgekommen. 

Heute um 8 habe ich meinen ersten Elch live gesehen. Er stand 15 Meter vor mir. Ich hatte meine Kamera raus und in dem Moment wo ich zielte, sprang er in den Wald und war weg. Kein Foto, aber hui, das war toll.



Tag 4 - 17 km (imagine you ate in the 80's)

Endlich, meine Schmerzen in den Schultern sind besser. Ich bin früh aufgestanden, Kaffee gekocht und eingepackt. Ich fühle mich voller Energie. Um 07:30 ziehe ich los. 
Es ist noch kühl, die Landschaft ist atemberaubend schön, und ich komme gut voran. Um 9 mache ich Frühstückspause. Ich war so lange im Wald, im "grünen Tunnel", dass ich mich mitten auf einer Waldstraße breitmache. Bin am Zähne putzen als plötzlich ein Transporter mit 2 Männern kommt. Sie wollen die Straße auf Passierbarkeit prüfen, meinen sie. Die haben ganz gut gestaunt und ich fühlte mich ans letzte Jahr erinnert, als ich mitten auf so einer Straße mein Zelt aufgeschlagen hatte.
Wir redeten 20 Minuten und sie schenkten mir Kaffee aus der Thermoskanne.
Als ich um viertel nach elf am Etappenziel ankomme, ist es sehr heiß. Die Hotspots unter den Bällen werden nicht besser, ich tape beide Seiten ab. 



Mühsam schiebe ich mich Schritt für Schritt durch kniehohe, trockene und harte Vegetation. Es ist wunderschön, aber durch die windstille Hitze sehr anstrengend. Habe meine Bandana im Nacken, unter dem Sonnenhut. Stehen bleiben in der Sonne ist wie im Bratofen, im Schatten warten Scharen von Mücken.
Für 7 km brauche ich fast 3 Stunden bis ich schon um 14:00 Uhr zum Campspot mit einer Windhütte und einem See komme. Es fällt mir schwer mich zu entscheiden, ob ich noch weiter soll, ich bin so erschöpft. Am Ende entscheide ich mich für einen "Nero" (nearly zero, wo nur ein halber Tag gelaufen wird.) Weil die hotspots unterdessen zu Blasen geworden sind. Morgen muss ich beide Ballen abtapen.
Ich wasche Socken und T-shirt und gehe im See baden. Das Wasser ist wunderbar, ich genieße das tolle Wetter und die schwedische Natur.




Gegen 18 Uhr piept meine Kamera. Die an dem Solarpanel steckt. Zusammen mit meinem Handy. Die Kamera ist ok, ich mache ein paar Fotos und packe alles weg. Mein Handy jedoch: es geht nicht mehr an!! Es ist tot, durchgebrannt? 

Und nun?? Tausend Dinge gehen mir durch den Kopf. Ohne Handy schaffe ich das, mit Karten. Ist halt doof, es gibt keinen Notruf mehr. Und ich muss doch Bescheid sagen...
Ich kann die ganze Sache doch nicht abblasen? Wegen nem Handy???
So ein Mist. Ohne Handy in die Wildnis ist leichtfertig. Entweder abbrechen und zurück, oder hier irgendwo ein Handy kriegen. Örebro ist die nächste "Hauptstadt", wie komme ich da hin und wo kann ich schnellstmöglich telefonieren? Es sind 30 km nach Leken, wo ein Bus fährt und es sind 12 km bis Suttarboda, wo es ein Telefon geben sollte.

Ich war am verzweifeln, als ein älteres Ehepaar aus den 60ern kam, mit 2 Hunden. Ich hab ihm mein Problem erklärt, aber er war nicht sonderlich besorgt. Er sagte zu mir "Just imagine you are in the 80's", grinste und ging wieder. 
Mein Handy übrigens sprang später wieder an. Es war irgendwie vollentladen. Puh, was für ein Schreck.

Also, sollte irgendwann keine Meldung von mir erfolgen, ist nur das Handy kaputt und ich werde trotzdem weiter gehen.

Tag 3 - 23 km

Gestern war ein langer Tag. Ich bin 2 mal fünf Stunden gelaufen. Und bei dieser Hitze muss ich trotzdem Kraft aufbringen, also Kämpfe ich mich durch heiße, trockene und duftende Wälder.

Heute bin ich gegen 9 Uhr los. Es war wieder extrem heiß. Ich trage immer volle 4 Liter Wasser, und meine Schultern kreischen dauernd vor Schmerz. Dafür geht es meinen Füßen gut. Auf den heißen, staubigen Kies-straßen werden sie in den Schuhen zwar sehr heiß, aber ich habe bisher keine blasen! 

Gegen 13:30 komme ich an ein Café am Wegrand. Es gehört einer Deutschen. Ich habe dort mein Wasser aufgefüllt und habe mir eine eiskalte Cola und Waffeln mit Vanille-Eis gegönnt. 
Langsam habe ich mich weitere 10 Kilometer geschleppt. Es ist so heiß, es fällt mir schwer die nötige Energie aufzubringen...aber nützt ja nix. 
Schon um 17:15 Uhr treffe ich auf das Camp, ich gehe heute nicht weiter. An der Windschutzhütte gibt es einen Bach und eine Quelle. Wegen den Mücken habe ich mein Zelt ein paar Meter weiter aufgestellt.





Habe also mich und meine Sachen gewaschen und mir lecker zu essen gemacht. Heute wurden Cabanossi und Zwiebeln angebraten und mit Schinken-Sahne-Nudeln zubereitet. Nun sitze ich vor dem Feuerchen und trinke Jasmin-Tee. Hoffentlich tun meine Schultern morgen nicht mehr so weh...Es soll wieder ein sehr heißer Tag werden aber nachts geht's immer noch auf 10 bis 11 Grad herunter. Also kuschel ich mich gleich in mein Schlafsack und versuche mich auszuschlafen.

Tag 2 - Sonntag - 27,5 km

Um 06:30 aufgestanden und gefrühstückt und in Ruhe eingepackt. Gegen 08:00 war ich fertig. Der Schwede war gerade am aufstehen, also hab ich noch kurz mit ihm geredet, bis ich um 08:30 weiter gezogen bin.
In Tivedstorp Wasser aufgefüllt, ganze 4 Liter. Mein Pack wird dadurch zwar tierisch schwer, aber bei der Hitze hier brauche ich das

Vielerorts ist kein Wind, hinterm Berg oder im Wald. Wenn es dann noch bergauf geht....puh, anstrengend! Dafür duftet der Wald besonders stark.

Meine Weh-wehchen hab ich ganz gut im Griff. Unter den Fußsohlen haben sich bei mir Hotspots gebildet, kein Wunder bei den aufgeheizten Schotterpisten, die ich lang musste. Die habe ich gleich abgetaped. Silkoplast ist schon toll.

12 km weiter (Um 13:30 ) erreiche ich einen Shelter, der so schön ist, dass ich 2,5 Stunden bleibe. Im See gebadet und Haare gewaschen, sowie gut gegessen.was für ein traumhafter Platz. 



Gegen 16 Uhr ging's dann weiter und ich habe ein bisschen gepusht. Leider schmerzte mein rücken immer mehr. Um 19:30 hatte ich immer noch keine Bleibe gefunden, als ich in ein Naturreservat eintrat. Man darf hier nicht zelten. Also noch weiter, bis ich 4 km weiter, um 20:45 total erschöpft einen Shelter finde. 
Das Zelt werde ich heute nicht aufstellen, ich schlafe direkt im Shelter.

Aber erst mal Feuerchen machen , lecker Essen (heute gab's Spaghetti Bolognese von Travellunch. Soo lecker, ist voll seine 7 Euro wert.) und dem Mond zuschauen, wie er seine Bahn über den See fährt.





Tag 1 - 15 km

Ich hatte gestern an meinem Campplatz keine Verbindung....


Um 04:30 denke ich, Mist meine Uhr ist kaputt. Aber nein, tatsächlich scheint um 4 Uhr morgens schon die Sonne. 
Muskelkater an den Schultern und geschwollene Stelle an den Hüften, aber meine Füße sind ok.
Später Start, gemütliches Frühstück. Ich warte auf die beiden, um tschüss zu sagen, und nutze die Zeit mich zu organisieren: Wetterbericht ok, Karten und Strecke ok, meinen Rucksack trail-fertig gepackt. 
Der Ort wo ich übernachtet habe ist so wunderschön. Der See ist spiegelblank und so früh am Morgen ist es still und ruhig, zur Zeit ist gar kein Wind (ich glaube so etwas gibt es in Hamburg gar nicht) und die Luft duftet nach Kiefern. 

Um 10:20 bin ich los, die beiden schlafen noch. Der Trail ist sehr schön, und es ist heiß und windlos. Um 12:00 erreiche ich endlich den Startpunkt des Bergslagsleden. Ich kaufe eine eiskalte Cola, Käse, eine Zwiebel und fülle mein Wasser auf. Nach einer Stunde, geht es los. Der Trail ist sehr gut markiert, in einer wilden Landschaft mit riesigen Felsen so groß wie Häuser. Einmal pro Stunde treffe ich day-hiker, eine 4er Gruppe, 2 Mädels, und ein Typ allein.



Da der weg sehr technisch ist und schwierig, bleibe ich schon um 17:00 Uhr an dem Shelter. Heute geht es nicht weiter. Als ich mir eine Riesen-Portion Essen koche, kommt Besuch. Ein einzelner Schwede wird auch hier übernachten. Sein Zelt steht etwa 100 Meter von meinem entfernt. Der Abend vergeht bei Lagerfeuer und interessanten Gesprächen wie im Flug, erst um 23:00 komme ich ins Bett.





Tag 0, Teil 2 - 18 km


In Skövde bin ich erst um 13 Uhr angekommen, mit 2 Bussen, bin ich zumindest in die Nähe gekommen, aber dennoch musste ich 13 km an der Straße entlang laufen, um an meinen eigentlichen Startpunkt zu kommen. Erst um 19 Uhr war ich da....bin dann noch 5 km durch einen wunderbar riechenden aber Mücken-infizierten Wald gelaufen.
Nun habe ich mein Zelt auf einem hohen Felsen überm See aufgeschlagen und habe endlich (um 22:30) den Sonnenuntergang sehen können.



Hier auf dem Felsen traf ich ein nettes Pärchen, sie aus Mexiko, er ein deutsch-Schwede. Durch ihre Herzlichkeit bekam ich ein Bier, ein Würstchen am Feuer, eine Partie Yatzi und gute Gesellschaft.

Ich bin sehr ko und es tut alles weh, aber ich bin glücklich endlich auf dem Trail zu sein, auch wenn ich mit 8 Stunden Verspätung gestartet bin.

Tag 0: Was ist schon ein Plan? Oder die Reise zur Reise

Man sagt, kein Plan überlebt den ersten Feindkontakt.
Bei mir war an dieser Reise nur die Anreise detailliert geplant, und mein Plan zerbröckelte bereits vor der Abreise.
Geplant war eine 5-stündige Bahnfahrt nach Kopenhagen, 5 Stunden Busfahrt nach Göteborg, dann einen Regionalzug und -Bus zum Startpunkt.
20 Minuten vor Abfahrt hieß es "der Zug wurde gestrichen"..... Es gibt nur noch die Möglichkeit mit zig mal Umsteigen über diverse Regionalzüge dahin zu kommen, die mich im Laufe der Nacht hinbringen sollten. Meinen Bus in Kopenhagen würde ich niemals erreichen... Ach und die Neue Fahrt durfte ich bezahlen, 100 Euro....nun denn.
Und dann brach das Chaos aus: Hunderte Passagiere wollten nach Kopenhagen, der Regionalzug nach Flensburg überfüllt, und in NMS wurden wir alle aus dem Zug geworfen. Der Folgezug war verspätet, und ich bin jetzt um 21:30 immer noch nicht in Kopenhagen....
Fazit: die Anschlüsse meiner neuen Zugreise, werde ich ebenfalls verpassen und in Kopenhagen gestrandet bleiben.


Um Mitternacht steht es fest, sie bezahlen mir die Übernachtung im Hotel. Ein Bahnmitarbeiter im neon-orangenen Overall bringt mich hinterm Bahnhof ins Rotlichtmilieu von Kopenhagen und ins "First Hotel", das einen sehr luxuriösen Eindruck macht....Statt also im Bus oder im Zelt zu übernachten, sieht meine erste Nacht dieser Reise so ganz anders aus als erwartet:

Also Hotel, und schauen, wie ich morgen weiter komme. Und ich hoffe sehr die Deutsche Bahn zahlt mir das zurück

Die Vorbereitungen laufen und die Spannung steigt

Es sind nur noch 2 Wochen, bis es losgeht!

Ich stecke daher voll in der Planung.
Für die Resupply-Strategie, beispielsweise, habe ich mich entschieden, erst bei 170 km einzukaufen. Dafür muss ich allerdings 8 Tage Essen mitnehmen.
Ich musste mir dafür einen neuen Foodbag kaufen und hab mich für 16 L Drybag entschieden, einen den man einrollen kann, der dann wasser- und luftfest ist. 8 Tage Essen ist schwer. Und nimmt viel Platz ein. Wobei: Platz habe ich ja, nur das Gewicht macht mir Sorgen.
Mein Basisgewicht habe ich auf 8300 Gramm reduzieren können (Ich habe mich entschieden das langärmelige Hemd zu Hause zu lassen. Das waren allein 240 Gramm. Ich braucht auch nicht 30 Not-Streichhölzer mitzunehmen, sondern ein Dutzend reichten auch.) Mit ca 8 Kilo Essen und täglich bis zu 3 Liter Wasser komme ich auf 19,3 Kilo. Das ist mehr als ich will, aber jeden Tag wird der Rucksack ein bisschen leichter :)

Auf meiner Einkaufsliste stehen immer noch Gas, eine kleine Pinzette und eine Nähnadel mit großem Nadelöhr, Multivitamin-Tabletten, Gaze-Kompressen, nebst dem Essen das noch fehlt.

Als Essen plane ich pro Tag 3000 Kalorien (die ersten Tage habe ich noch nicht den Bedarf oder den Hunger, aber ich weiß dass das dann kommt.)
- Eine warme Hauptmahlzeit am Abend (Ich bringe eine gute Auswahl mit: Boeuf Stroganoff, Nudeln mit Schinken und Käse, Rindfleisch mit Champignons, Chili con Carne, Jägertopf, Asiatisch gewürztes Huhn mit Nudeln)
- Mittagessen ist entweder eine "kleine" warme Mahlzeit (Linsensuppe, Spaghetti, Ramen-Noodles) oder Tortillas mit Erdnussbutter
- Frühstück ist reichhaltiges Müsli und eine Handvoll Walnüsse, mit frischem Kaffee
- und dauernd zwischendurch müssen die Snacks herhalten: Snickers, M&Ms, Kekse, Cliff-Bars aus USA, Marabou-Schokolade und diverse Energie- und Protein-Riegel.
- Als Zusätze bringe ich mit: Gewürzmischung, Knoblauch und Salz, Olivenöl zum Kochen, und so ein USA-Wunderpulver für Limonade.
- Und für warme Getränke gibt's diverse Tee-Beutel und ein paar "Belohnungs"-Marzipan-Trinkschokolade-Tütchen von Niederegger :)

Der Rest ist Instandsetzung.
Der Rucksack wurde schon gereinigt und geprüft, fehlt noch das Zelt, das Kochgeschirr und den Wasserfilter auf Funktion und Verdreckung zu überprüfen. Dann müssen Seife, Hand-Sanitizer, Olivenöl, Sonnencreme etc. aufgefüllt werden, der GPS-Track aktualisiert, (Fahr- und Topo-)Karten und Dokumente vorbereitet, digital-Karten gedownloadet, Batterien aufgeladen und die Regenjacke gewaschen werden.

Oh Gott! Nur noch 2 Wochen!!!
:)

Oh, so aufgeregt!

Es ist zwar noch ein Monat hin, aber bald startet meine solo-Wanderung 2018 :)

Ich werde den Bergslagsleden gehen, der auf dem Europa-Fernwanderweg E1 liegt.
Ein älterer Trail in Schweden, liegt er etwa zwischen Göteborg und Stockholm und ist 280 km lang.
Die meisten gehen den Weg südwärts, aber ich möchte den Trail nordwärts gehen.

Es werden 16 Tage lang auf dem Trail sein, nur ich und meine Ausrüstung.

Die Anreise ist kompliziert, denn an den Startpunkt fährt offenbar kein Bus. (Letztes Jahr fuhr im Sommer einer, 1 mal die Woche, aber dessen websites ist nicht mehr aktiv.) Das Näheste was ich schaffe ist die Kleinstadt "Skövde", wo die Volvo-Motoren gebaut werden. Von da sind es noch 70 Kilometer, die ich vermutlich trampen werde.
Starten werde ich vor dem Wanderheim in Granvik, 10 km vom Trail entfernt. Dann die 280 km des Bergslagsleden und am Ende sehe ich dann, ob ich noch ein Stückchen weiterlaufe.

Damit ist das Ende mehr oder weniger ungewiss, ich werde einen Tag lang versuchen nach Stockholm zu kommen, von wo ich dann mit Flix wieder nach Hamburg fahren werde.



Die Klimatabelle sieht mittel aus: (Durchschnittswerte Mai - Juni):
Min-Temp:  3-8 C
Max-Temp:  15-18 C
Regen: deutlich tiefere Wahrscheinlichkeit als Juli+, ca 11-12 Tage im Monat
Sonnenstunden pro Tag: 7-8

Super-nett fand ich das gezeichnete Profil von bergslagsleden.se


Und da stecke ich mitten in der Planung. Vieles ist noch nicht klar, zum Beispiel welche Resupply-Strategie ich machen will: für 18 Tage muss ich versorgt sein mit Wasser, Essen und Strom. Und das Tragen des Essens ist das schwerste Kriterium. 6 Tage Essen lässt sich gut tragen, aber 9 oder mehr ist extrem schwer. Also 3x Resupply? Oder versuchen die ersten 8-9 zu schaffen?

Die Möglichkeiten für Resupply, soweit ich die Läden in der Umgebung ausfindig machen konnte, wären:

- ab Km 47 -> nach Laxa (Dorf, ca 1,5 Stunden vom Trail, soll einen Laden haben)
- ab Km 102 -> Leken (Straße/Bus in die "Groß"-Städte Karlskroga / Örebro, ca 4 Stunden)
- bei Km 150  berührt der Trail den Trailhead und Herberge in Mogetorp (dort gibt's Wasser for free und Lunch-Pakete für Wanderer)
- ab Km 170 -> Digerberget -> Nahe der Stadt Nora (ca 2 Stunden vom Trail)

Das müsste ich in 8 bis 9 Tagen erreichen, und wenn es in Mogetorp Lunchpakete gibt, reicht das noch einen Tag. Tragen müsste ich also Essen für 8 Tage.
Dann kämen nach dem Resupply noch 110 km bis zum Endpunkt hinzu, 6 Tage.

- 80 km nach Digerberget, bei Km 245 kurvt der Trail auch noch mal an einer größeren Stadt vorbei, wo es sicherlich einen Laden gibt. Ob hier ein Resupply stattfindet, richtet sich danach wieviel Zeit mir noch bleibt und ob ich weiter als bis zum Endpunkt des Bergslagsleden will.

Es gibt so viel vorzubereiten.... am Wochenende habe ich mich in die Sonne in unseren Garten gesetzt und alles auf eine Tyvek-Plane gekippt. Ich hatte beispielsweise noch 3 Paar Handschuhe im Rucksack :)  Ich habs geschafft, aus 5 Haufen 3 zu machen.




Ausrüstung updated

In den letzten Monaten habe ich mir ein paar neue Ausrüstungsgegenstände zugelegt.

1) 100% merino Long-Johns von Icebreaker
Diese langen Unterhosen hatten auf meiner Liste noch gefehlt und wurden wegen dem hohen Preis von fast 100 Euro zu einem Weihnachtsgeschenk.
Die sind echt wunderbar. Leicht, abgeflachte Nähte die Reibung verhindern, transportieren Wasser von der Haut weg, sind schnelltrocknend, atmungsaktiv und stinken nicht. Geplante Verwendung ist hauptsächlich zum Schlafen oder wenn es draußen sehr kalt ist. 

2) Ich habe neue Schuhe!




Salomon X Ultra 3 (nicht GTX)






Nachdem meine bisherigen Schuhe (Salomon XA Pro 3D GTX) unterdessen starke Verschleiß-Schäden erlitten haben (Risse an den Seiten und obenauf wo die Riemen Riebwunden erzeugt haben, Wasser dringt in den Schuh, die Sohle ist leicht abgerieben, die Polsterung ist nicht mehr vollständig) habe ich lange überlegt was für Schuhe ich nachkaufen wollte.
Auf der einen Seite wollte ich gerne wieder Salomon-Schuhe haben, da ich gut mit ihnen auskam. Gleichzeitig wollte ich aber auch keine Gore-Tex Schuhe mehr, oder es zumindest mal ausprobieren. 
GTX Schuhe werden in Norddeutschland sehr stark beworben, passt halt zum Wetter. Den größten Nachteil bei Gore-Text Schuhen durfte ich auf meiner Solo-Wanderung auf dem Finnskogsleden erfahren: Das Wasser das (irgendwann mit Sicherheit) in den Schuh gelangt (oben rein, bei Regen oder zu tiefen Pfützen), kommt kaum wieder raus. Zudem trocknen die dann nur sehr langsam. 
Meine Wahl fiel nach ausgiebiger Recherche dann auf das neue Modell der NICHT-GTX Salomon Trailrunner: X Ultra 3 und ich bin (mal wieder) von den Schuhen begeistert.
Sie sind leichter, oben alles luftige Mesh, weist der Schuh typisch für Salomon eine wunderbare Passform und Fuß-Stabilität aus, wichtig wenn man in tiefen "Sport-Schuhen" anstatt von Stiefeln wandert. Die Sohle und das Profil haben sehr guten Grip, die breite Sohlenbasis ist gerade in schwierigem Gelände super. Und das bei Salomon typische Gefälle von 18mm (von hinten nach vorne) erlaubt einen geschmeidigen Bewegungsablauf. 

3) Anker Solar-Panel


Nicht geplant war dieses 400 gr. schwere Accessoire, auch wenn die Vorstellung umsonst unlimitiert Strom zu haben wunderbar klingt. Ich habe mir gedacht dass ich das mal ausprobiere und wenn der Nutzen das Gewicht nicht rechtfertigt, lasse ich es zu Hause. Bei gutem Wetter konnte ich meine Powerbank vollständig aufladen und auch das Handy kam relativ schnell wieder auf 100%. Auf der nächsten Langstrecken-Wanderung werde ich das mal testen.











4) Helios Sun Hut von outdoor research




Bisher habe ich eine Schirmmütze / Kepi benutzt. Die Schirmmütze hängt rechts vorne an meinem Rucksack und wird oft an- und abgenommen. Unterdessen hat sich der Velcro-Verschluss am Hinterkopf aufgelöst. Auf der Suche nach einem sinnvollen Ersatz entschied ich mich für den Helios Sun Hat von der Firma outdoor research.
Der Hut ist wegen der breiten Krempe ziemlich auffällig, sieht aus wie eine Mischung aus den alten Tropenhelmen und dem Indiana Jones Hut. Aber der Tragekomfort ist unglaublich, die Funktionalität dieses Huts ist das Nonplusultra. Mit seinen 60 gr Gewicht, spürt man ihn kaum auf dem Kopf. Kühlend am Kopf schützt die dunklere Unterseite vor Hitze-Entwicklung am Kopf. Sonnenschutz mit UPF 50 und die am Hinterkopf per Kordel Zug regulierbare Passform zeigt mal wieder, dass die Produkte von outdoor research das Beste hergeben, was die Ausrüstung bieten kann. Das (Kopf-) Moskitonetz funktioniert nun auch richtig, denn beim Kepi liegt das Netz an Wangen, Ohren und Hals an, und die Mücken stechen da gnadenlos durch. Mit der breiten Krempe ist der gesamte Kopf/Hals-Bereich geschützt. 
Etwas merkwürdig erscheint mir in der Beschreibung der Satz "hoch entwickelte Fasern geben bei Hautkontakt Spurenelemente, Kohlenhydrate, Proteine und Vitamine ab". Ich stelle mir da vor, wenn ich Hunger habe kann ich nun also meinen Hut auslutschen? :)



Der Battle-Modus

Wer lange Strecken wandert, ist auch großen Schwierigkeiten ausgesetzt.
Schmerz und Erschöpfung sind dauerhafte Begleiter und man ist dem Wetter erbarmungslos ausgesetzt. Und anders als in einem Park nahe der Zivilisation ist da draußen die "freie Natur"; die Hindernisse können riesig sein, der "Schwierigkeitsgrad" hat keine kontrollierten Grenzen mehr.
Beim Wandern gibt es nur eine Richtung: vorwärts. Umkehren, weil es schwierig wird, ist meist keine oder die letzte Option. Allerdings ist man es nicht gewöhnt, solche schwierigen Situationen zu durchqueren.
Wenn es so steil ist, dass man zu rutschen beginnt, wenn der Regen so stark ist, dass man klatschnass wird, wenn man im Sumpf steht, die Markierungen und der Trail nicht sichtbar sind und der Boden flüssig wird und man langsam immer tiefer einsinkt...  sprich: wenn man bis zum Hals in der Sch.. steckt, ändert sich nichts an der Situation, es sei denn man entscheidet selber, da rauszukommen, den nächsten Schritt zu machen.
Der "Schwierigkeitsgrad" ist oft so hoch, dass man erst mal meint: das schaffe ich nie. Aber eine Wahl hat man nicht, also beißt man die Zähne aufeinander, reißt sich zusammen und mobilisiert noch mehr Körperkraft und stemmt sich da durch, Schritt für Schritt. Der Wille und die Notwendigkeit sind ja vorhanden. Ich nenne das meinen "Battle-Modus". Zusammenreißen, die Kräfte mobilisieren und Schritt für Schritt durchstemmen. Und tatsächlich, die schlimmen Situationen werden gemeistert, man ist wieder sicher.
Das Gefühl ist toll! Durch Willens- und körperliche Kraft wurde die Situation entschärft. Dabei ist es erstaunlich, wie gut das geht. Man lernt davon und kann es, wenn die nächste schlimme Situation auftaucht, wieder verwenden. Und dabei ist es erstaunlich wieviel Kraft eigentlich verfügbar ist, es ist wie eine brodelnde Quelle, in einem drin, derer man sich bedienen kann. Man gewinnt ein neuartiges Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, und verliert die Angst vor scheinbar unmöglich schwierigen Situationen.
Unterdessen benutze ich den Battle-Modus auch in meinem normalen Tagesablauf. Zum Beispiel auf der Arbeit, wenn große, schwierige Situationen auftauchen, kann ich auf meinen Battle-Modus und die Kraftquellen in mir zurückgreifen und die Schwierigkeiten Schritt für Schritt lösen.
:)

Finnskogleden - Retrospektive


Ich denke oft und gerne an meine Wanderung durch den Finnskogleden.

Es fiel mir schwer, nach der Rückkehr, darüber zu schreiben. Es waren so viele Eindrücke, so viele Erfahrungen, dass sie schwer zu sortieren und auszuformulieren waren.
Daher, unsortiert, möchte ich hier mein Fazit über den Finnskogleden schreiben:

Zuerst einmal, der Finnskogleden ist leicht zu erreichen.
Durch die Nähe zu Oslo, das eine gute Verkehrs- und Anreiseverbindung zeigt, und dadurch dass von Oslo zum Startpunkt eine Hauptverkehrsader zur schwedischen Grenze liegt, die mehrmals täglich per Bus / Bahn befahren wird.
Auch die Abreise ist nicht schwer, denn in unmittelbarer Nähe des Endpunkts (Söre Osen) fährt täglich ein Bus direkt nach Oslo.

Ich habe in den 12 Tagen (im Juni) auf dem Trail nicht einen einzigen Menschen gesehen, nicht mal Fußspuren.

Der Finnskogleden ist kein leichter Trail. Zum einen weil der Trail noch sehr jung ist. Es gibt nicht viele "Abtritt-Wunden" auf dem Boden. Wenn nicht regelmäßig Wanderer den Weg betreten, wächst er schnell wieder zu. Nur etwa 30% des Trails waren deutlich sichtbar. Die Betreuer geben sich zwar große Mühe die Markierung instandzusetzen, aber dadurch dass der Trail oft sehr weit "weg" ist und fernab von Zivilisation verläuft, ist es schwer, Material dorthin zu bringen. Die Markierungspfähle fallen im feuchten Boden um, die Bretter und Äste zum Durchqueren von Bächen und Sumpfgebieten verschwinden, überwachsen oder durchgemodert und oft muss der Wanderer sich seinen eigenen (nassen) Weg suchen. Umgestürzte Bäume waren häufig.

Da die Markierung nicht überall deutlich war, und der Trail meistens nur sehr schwer zu erkennen ist, habe ich mich 3 mal verlaufen. Karte und Kompass helfen hier. Besonders wenn der Trail Strassen und Dörfer kreuzt ist es schwer den richtigen Weg wiederzufinden. Im Wald selbst ist der Trail oft der einzige Pfad weit und breit und so leicht zu folgen (wenn man ihn nicht mit einem Wildwechselpfad verwechselt hat - die sind genauso deutlich)

Zweitens ist das Gelände sehr schwierig. Die meiste Zeit musste ich mich durch brusthohe Vegetation und Felsbrocken schlagen. Dadurch dass der Trail so selten begangen wird, ist auch der Untergrund stark unregelmäßig. Flacher, ebener Boden ist fast nicht-existent, man ist froh bei einer Pause oder wenn etwas aus dem Rucksack gepackt werden muss, überhaupt festen und trockenen Halt unter den Füßen zu haben. Eine freie, ebene und trockene Fläche für das Zelt oder einfach nur einen Rastplatz zu finden, war schwer. Wenn man hin und wieder aus dem Dickicht auftaucht und der Trail einen Waldweg kreuzt, war das immer ein Highlight: endlich eine flache Stelle, und dort scheint auch noch die Sonne! Sofort gleich hier Pause machen: Pad auslegen, Schuhe und Socken ausziehen, und hinlegen und ausruhen.
Steigungen waren sehr häufig. Insgesamt verläuft der Finnskogleden zwar nicht durch Berge, denn es sind eher Hügel. Im letzten Drittel sind die höchsten Hügel bei ca 700m ü. NN. Aber die Richtung des Trails ist halt nach Norden, also geht es rauf und wieder runter. An einem Tag 3 von den Hügeln, immer runter auf etwa 200m und wieder rauf auf 600-700, ist Standard.

Wasser findet man oft (mehrmals täglich). Allerdings ist es rot-bräunlich. Humin und Eisenoxyde färben es stark. Es ist durchaus trinkbar, auch wenn es immer leicht erdig schmeckt. In 3 der Dörfer/Höfe an denen der Trail vorbeikommt, waren Brunnen zu finden. Das Wasser darin ist wunderbar - eiskalt und glasklar. Es war auch das einzige Wasser das ich nicht gefiltert habe, auch wenn bei den Bächen der Einsatz von Filter wohl nicht unbedingt nötig ist.
Mit Essen sieht es schwieriger aus. an 3 Stellen ist ein Resupply möglich: der erste nach 4-5 Tagen, gut ausgestatteter schwedischer Supermarkt, der einzige im Umkreis von 100 Kilometern. Hier gab es neben Lebensmitteln auch Schnur, Kleber, Pflaster, Alu-Folie und Tüten (aber keine Gaskartuschen).
Weitere 4-5 Tage braucht man nach Medskogen, wo es theoretisch möglich ist, mit dem Bus den nächstgrößeren Ort in Schweden zu erreichen, um dort einzukaufen. Ich habe diesen Resupply nicht verwendet, da ich noch genug mithatte. Und ganz am Ende in Söre Osen gibt es eine Tankstelle mit Supermarkt - wieder die einzige im Umkreis von 100 km. Kaffee gibt es dort umsonst, der Rest ist wahnsinnig teuer (was nach 240 Kilometern ziemlich egal ist).

Ende Mai ist der Boden wegen der Schneeschmelze noch sehr aquatisch. Die hübschen Moospolster schwimmen eigentlich nur. Ab Mitte Juni wird es besser. Der Trail verläuft zu 80% im tiefen, skandinavischen Wald. Allerdings bietet sich dieser Naturwald in so zahlreichen Facetten, Stimmungen und Gerüchen, dass es nicht langweilig wird. Durch das stete auf und ab über die Berge/Hügel hat man auch immer wieder mal eine atemberaubend schöne Aussicht: von Horizont bis Horizont Wald in Wellen plus Himmel ohne Ende.

Ohne Zelt ist der Finnskogleden nicht leicht zu begehen. Es gibt zwar Hütten, die meisten davon gratis und in gutem Zustand, aber sie sind nicht regelmäßig verteilt. Trifft man zufällig am Abend auf eine Hütte, super. Doch meistens zeiht man an ihr vorbei weil es noch zu früh am Tag ist um schon aufzuhören. Hierfür eignet sich das Zelt am Besten, denn in Schweden und Norwegen darf man überall zelten, solange es nicht in der Nähe / Sichtweite von bewohnten Häusern ist. Ich habe 4 mal in einer Hütte übernachtet, der Rest im Zelt.

Mücken sind bekanntermaßen ein Problem. Stellenweise sind sie in großen Wolken vertreten und sehr lästig. Aber schlimmer noch sind die Gnitzen oder "Knott", wie die Schweden sie nennen. Es sind winzige Fliegen, die an Stirn und Ohren, gerne am Haaransatz stechen. Besonders am späten Nachmittag/Abend sind die Viecher extrem lästig und hierfür ist ein guter (feinmaschiger) Moskitoschutz wertvoll. Man darf aber nicht vergessen, dass der Wald, durch den sich der Finnskogleden schlängelt, ein natürlicher "Urwald" ist. Außer den Mücken, die man kennt, gibt es Dutzende weiterer Insekten. Wespen und Hornissen sind auf einer Wanderung ernstzunehmende Gefahren. Unzählige kleine bis große Bremsen, die in hoher Geschwindigkeit um einen kreisen können auch schmerzhafte Bisse verursachen. Sehr häufig muss man sich durch Spinnweben durchbewegen. Mütze, Moskitonetz und DEET helfen!

In ca. 12 Tagen zu schaffen, bietet der Finnskogleden ein intensives, wunderbares Wandererlebnis. Und ich war da! :)




Fotos zum Finnskogleden - 240 km solo

Ich habe den Reisebericht ja nicht ganz durchziehen können, da mein Provider (O2) mir nach 8 Tagen das Internet gekappt hat. So konnte ich die letzten Tage (Tag 10, 11 und 12) gar nicht posten und hab das nachgeholt.

Fotos habe ich aus Stromsparmaßnahmen nur selten mit dem Handy gemacht, sondern mit einer NIKON Compact-Kamera. Eine Auswahl der entstandenen Bilder möchte ich euch gerne zeigen.

Die Fotos sind hier thematisch sortiert:

1) Die Landschaft


Es gibt zig Möglichkeiten die Frischwasservorräte aufzufrischen

Unter den weichen Moos-Polstern ist Wasser - überall

Hier am Flussufer hab ich mein Zelt aufgeschlagen (hinter mir)



Endlich Gelegenheit, die Haare zu waschen!
Avoid the Wet !!  Ein Sumpfgebiet, das es zu durchqueren gilt.


Sicht von Schweden nach Norwegen - den Wald und seine Bewohner kümmert das nicht


Auf dem Ozean ist es nur das Meer und der riesige Himmel, hier ist es der Wald und der Himmel - überall

2) Der Trail

Hier startet der Trail, 240 km bis Sore Osen :)

Es gab eigentlich überall Wasser aber hier wurde es extra nochmal angemerkt :)





Selbst wenn "ausgeschildert", der Trail ist meistens nicht leicht zu erkennen

3)  Ich bin kein Tierfotograf...

Der Elch stand mitten auf dem Trail - so hatte ich Zeit ihn zu fotografieren

Der Masken-Uhu über mir war riesig!

Es kann noch nicht allzu lange her sein, dass dieser Wolf vor mir den Trail benutzt hat.

"Knott" heißen die winzigen Kriebelmücken, die so gerne am Haaransatz beißen, und mir zusammen mit hunderten von Mücken, Bremsen und anderen Fluginsekten, die gerne Schweiß oder Blut haben wollten, das Leben schwer machten.

4) Die Ausrüstung im Einsatz

Zeltplatz am Fluss. Das Zelt mit dem knallroten Schlafsack im Hintergrund, vorne auf der Bank trocknen die Schuhe & Socken

Windschutzhütte zur Mittagspause genutzt. Holz, Töpfe und Grill waren schon hier

Rucksack ist gepackt und fertig zum "aufnehmen", dann geht es weiter.

Wenn ich manchmal erschöpft einen Wegrand erreicht habe, wurde spontan und gleich vor Ort erst mal ein Nickerchen gemacht.

4) Jetlag in Action

Hach am ersten Tag ist man noch so grün hinter den Ohren....


Ich habe die Sumpfgebiete gehasst :) Am linken Brustriemen sieht man übrigens die Gefrierbeutel, die ich zum durchqueren der Sumpfgebiete über die Schuhe gestülpt habe.


Es ist noch ein weiter Weg...

Schon komisch, nach ein paar Tagen allein im Wald habe ich laut mit mir selbst geredet :) Vor allem hatte ich viel Humor, habe Witze gerissen und mich dann selber über sie totgelacht. 




Der Windschutz war vollkommen undicht, und in dem Gewitter über mir krachte und blitzte es unentwegt. So soll ich nur schlafen heute Nacht??

Hier endet der Trail. 240 km geschafft! Auch wenn es beim letzten Tag stundenlang geregnet hat. 



Gerade stehen konnte ich schon lange nicht mehr, eher wie so ein Seefahrer, der ständig den beweglichen Boden austariert.

Hey, hier lang! blaues Hemd, ich bin die Markierung!


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