Fulufjället - Fotosession

Da ich die letzten Tage eine instabile oder gar keinen Empfang hatte, wurden keine Fotos hochgeladen.


  1. Hier nun ein paar Impressionen von "da oben auf dem Berg".

 (Die Bilder stammen natürlich von den Momenten, als es gerade nicht regnete...)












Tag 15 - das Dorf Gördalen - 21 km

Puh schwieriger Tag. 
Aber gestern kamen als ich schlafen ging 2 Hiker um in der Hütte zu übernachten (es war Platz für 12). Julia und Kevin machten ein kleine Wandertour. Wir hatten sehr nette Gespräche. Aber kurz, Hiker gesehen früh schlafen.
Schon im Morgengrauen heulte der Wind. Steife Brise um 6 als ich losging.Dazu graue Wolken so tief dass sie auf dem Boden vorveiwehten.  Kalt und nass. So war der ganze Tag. 
Ich hab mich nach Westen gewandt um den Berg hier wieder zu verlassen.Und hab mich durch diese merkwürdige Landschaft gekämpft. Überall ein Gebröckel von rotem Sanstein. Kugeln,  Scherben, in jeder Größe. Von etlichen Eiszeiten zertrümmert. Eine Stein-Einöde von Horizont bis Horizont. Nicht mein Ding.
Ohne Bäume pfeift hier der Wind rüber (von vorne den ganzen Tag), und der Regen und die Wolken. Den Naturgewalten ausgesetzt. Und da treiben sich Menschen rum. Eine Familie mit Kind, ein älteres Ehepaar hinter nem Busch ("I need food now!"). Ich glaube heute hatte keiner sonderlich Spaß.

Von Hütte zu Hütte hab ich mich die Strecke vom Berg runter gehangelt. Trotzdem haben mich etliche Regenwände erwischt. Der Weg geht bergab!! Schön bald ist der Wind weg und es wird milder. Ich trete auf Holz, so ein anderer Klang. Ich trete auf Gras, ich trete in die ganzen Wasserpfützen und prall gefüllten Moospolster. Ach ja hier unten, wo das ganze wasserbsich sammelt. 

Ich erreiche endlich Gördalen, das Dorf im Tal. Im Restaurant Pitt i Panna, eine Art schwedischen Bauernfrühstück und miete mir ein kleines Häuschen. Bin KO.





Morgen geht es wieder bergauf, vielleicht gibt's da wieder kein Signal. Wetterbericht zeigt nur Regen. Egal was kommt, eins ist gewiss: ich Krieg wieder Wasser in die Schuhe! Cheers!!






Tag 14 - Fulufjället Gebirge - 22,2 km

Heute bin ich nicht nass geworden!! Auch in den Schuhen nicht. Bin von der Hütte Ca 06:00 Uhr los, den Berg hoch. Es hat fast 3 Stunden gedauert, bis ich oben war. Rast nach 4,5 Stunden, um 10:30. 
Mein Frühstück war Haferkekse während ich auf das Essen warte, eine Portion Yaksoba, eine grosse schale Müsli, Nüsse und 2 Kaffee.

Ich arbeite mich langsam weiter durch die Sandstein-Geröllfelder. Hier oben ist es wie auf einem anderen Planeten. Die Vegetation ist max 40 cm hoch aber erstaunlich vielfältig. So viele verschiedene Moose hab ich noch nie gesehen. Das rote und das leuchtend grüne muss man vermeiden, da ist Wasser drunter. Das graue wächst nur auf Fels, da kann man sicher rauftreten. Voran kommen ist schwer, es gibt keinen ebenen Boden. Jeder Schritt muss vorsichtig platziert werden was tierisch anstrengend ist. Zahlreiche Schneefelder und Schmelzbäche gilt es zu durchqueren. Das Wasser ist wie Glas und eiskalt. Und das alles in einer flachen Mondlandschaft, wo es nur Himmel und Erde gibt. Meine Strecke geht von Horizont bis Horizont, immer geradeaus. 

Das Wetter kann hier oben extrem schnell umschwenken. Scheint die Sonne, ist es 25 Grad. Kommt ne Wolke, bohrt sich überallhin der eisige Wind. 

Schon um 15 Uhr erreiche ich mein Ziel: eine Hütte oben auf dem Berg-Plateau, auf 945 m Höhe. Habe mich mit dem Eiswasser gebadet und die haare gewaschen. Ich gab einen Sonnenbrand auf den Armen und den Waden.  Ich gab so viel gegessen, auch das ist neu. Bei mir hat wohl der Hiker-Hunger eingesetzt. Ich gab bestimmt ein Kilo essen (Nudelsuppe mir frischen zwiebeln und paprika mit geräucherter salami in Kartoffelpürree ) zu mir genommen, und ich konnte die ganze Zeit nur an die anderen leckeren Gerichte denken, die ich nun nicht essen könnte.

Strom ist voll und reicht für 5 Tage, Essen gab ich noch für 8-10 Tage, Wasser gibt's hier überall. Solange ich nachts einen Shelter finde, kann das ewig so weitergehen. Seit 14 Tagen bin ich nun unterwegs und einige Strapazen hinter mir. Ich habe mir die Tage oft überlegt, was so toll ist an dieser Art des wandern. Warum tut man sich das an? Warum nimmt man das Leid und die Strapazen auf sich? Nun zum einen ist es das Unberechenbare. Man weiss nie wie der Tag wird, was hinter dem nächsten Baum wartet. Es zwingt einen sofort ein Lösung zu finden, und das fast im Minutentakt. Dazu kommt das Gefühl von "acomplishment" hinzu. Es scheint man würde es nicht schaffen, es ist zu schwierig und man findet in einem eine Quelle purer Kraft, die durch Willenskraft gespeist wird. Hat man das Hindernis oder den Tag überstanden, blickt man zurück und sieht: man hat es dich geschafft und das aus eigenem Zutun. Man fühlt solche Lebenskraft in einem, solche Energie, dass man die ganze Welt erobern könnte. 
Und die Schönheit der Natur!! Ich habe so viele Erfahrungen gehabt und Dinge gesehen, die ich noch nie in meinem Leben erlebt habe. Und ich bin froh darüber, den Mut gefunden zu haben, diesen weg anzugehen. Am Ende ist es ganz einfach: immer einen Schritt nach dem anderen.



Ich habe auf dem Gipfel keinen Empfang. Nix mit nach Hause telefonieren oder den Blog abschicken. Mal sehen wo ich morgen hinkomme. Wenn ich Empfang habe sende ich dies nach....Fotos müssen dann später folgen.

Tag 13 - Geröll und Gewitter - 24,3 km

Ich bin sehr früh los (05:30 Uhr) von der Hütte auf dem Gipfel. und habe Ca 4,5 Stunden gebraucht, bis ich unten war. Witzig wie deutlich anders "oben" und "unten" doch sind: oben graubraun, felsig karg, alle Vegetation verkrüppelt durch die harten klimatischen Verhältnisse. Und im Tal, ist alles feucht, kaum Wind, alles so grün.



Unten sammelt sich natürlich das Wasser. Und füllt die schönen schwedischen Sümpfe. Manchmal, gibt es Planken zum ruberlaufen, und manchmal sind die Planken unter Wasser. Nun ja, die Absicht zählt, oder?



Über einen grossen Fluss ging's dann langsam wieder bergauf. Ich treffe auf dem weg Sabriba aus England, die erste Hikerin, die ich auf dem trail sehe, bisher war ich allein. Sie wandert in entgegengesetzte Richtung. Wir plaudern eine Weile und weiter geht's. 



Dann bricht das mega-Gewitter los und es regnet und donnert den Rest des Tages. Ich bin klatschnass und der Regen kauft mir überall rein. Aber ich wander weiter. Ich frage mich mehrmals, ob meine Gummisohlen mich noch vor den blitzen schützen, wenn ich zwei metallene Blituableiter in der Hand halte (meine Trekking-poles).





Nach 10,5 Stunden erreiche ich die Sudspitze des Fulufjället, ein berühmter Nationalpark. Und eine halbe Stunde später endlich die Wanderhütte wo ich übernachten werde. Alles rausnehmen und ausbreiten, Socken und Schuhe trocknen, denn morgen wird es wieder regnen. Und ich will die 2te Hütte schaffen,wird also noch ein sehr anstrengender Tag.

Tag 12 - die Berge sind da!!- 22 km

Gestern kein Internet auf dem Berg...

Ich laufe nun auf dem "Kungsleden", dem Pfad der Könige.



Wow, es ist beeindruckend und anders in den Bergen!! Das Licht ist anders, die Luft ist anders. 



3 Berge bin ich heute hoch und sitze auf dem 3ten in einer Schutzhütte mit Ofen. Warm war es heute auch hier. Das Gelände ist so eine 30 cm Schicht von einem braunen Strauch, Schwamm-Moos und Stein. Alles mit Geröll übersät. Ein paar Krüppelbirken, selten eine kleine Kriechtanne. Ich bin den Elementen ausgesetzt, voll exponiert. Sonne und Wind sind hier oben dramatischer, stärker. Es gibt noch ein paar kleine Schneeflächen an den Hängen. 



Geht der trail in ein Tal, tauche ich ein in einen Märchenwald, mit Bächen und Seen aus kristallinen Wasser. Aber auch schwarzen, sehr weichen Schlammflächen wo es mir unmöglich ist die Schuhe und Socken trocken zu halten. Bei dem Wind oben auf den Lippen trocknen die schnell wieder. Aber erst mal hoch kommen. So ein Anstieg dauert bei mir 1,5 bis 2 Stunden steil bergauf...wie endlose Stufen steigen.



Und so komme ich nur langsam voran, auch wenn mich sehr anstrenge. Für die 22 km hab ich 9 Stunden gebraucht (2,4 km/h - wie ne Schildkröte). Ich hab natürlich wieder viel zu viel essen dabei, ich könnte womöglich nochmal 12 Tage davon essen. Aber so zumindest kann ich mich den ganzen Tag lang vollfuttern. Passt 😊



Tag 11 - 16 km - Resupply & "Nearo"

In Ruhe gepackt und gegen 8 gut gelaunt die Hütte verlassen. Der Himmel ist bewölkt und der Wald ist ganz still. Es ist schwül.



In der Nähe der Stadt war natürlich viel Roadwalk zu schaffen, trocken aber hart auf die Füße. Es waren ca 12 km bis zur Stadt Sälen und weitere 4 km in der Stadt. Der erste Berg direkt über Sälen ist 924 m hoch und oben liegt noch etwas Schnee. Auf dem Foto nicht gut zu erkennen ist wie massig diese plötzliche Wand sich in den Himmel hebt, und wie weit "über" einem der Gipfel ist.



Die Stadt ist ein grosser Wintersportort, die Sommersaison hat noch nicht begonnen. Merkwürdig überall riesige Hallen mit Wintersport- Marken beklebt säumen verlassen und vergessen die Strasse.

Auf dem Weg in die Stadt werde ich von einer Gruppe, die am frühstücken ist, auf Kaffee und Brötchen eingeladen. Einfach so, als ich im Vorbeigehen guten Morgen gerufen habe. Wahrscheinlich sehe ich so aus als hätte ich lange kein Frühstück gehabt 😊

Im Zentrum am Info-Schalter wurde mir eine Bleibe gesucht, die auch offen hatte (die Jugendherberge hat zu), währenddessen gehe ich in Ruhe einkaufen und eine wunderbare, dampfende Pizza essen. Ich hab wieder viel zu viel unwichtiges Zeugs gekauft, Naschkrams und Chips und so.....aber ich bin wieder mit Kaffee versorgt. Nur Zucker hab ich keins mehr...

Blumenläden sind so eine sehr "städtische" Erfindung! So zwecklos, bzw "überkultiviert"......Ist mir so eingefallen. 

Die Dame am Infoschalter hat eine Herberge/B&B gefunden, allerdings 7 km in die andere Richtung. Sie fährt mich selber hin. 

"Sälengården", vor 3 Tagen eröffnet, wird wenn es ganz fertig ist eine sehr gemütliche Herberge werden. Die Besitzer sind lieb und aufgeregt, dass sie einen Gast haben. 60 Euro für Bett und Frühstück, inklusive Duschen satt und den Transfer: sie fahren mich morgen früh auf den Berg, wo der Königsweg beginnt, der den letzten Abschnitt meines Hikes ausmacht. Der Weg von der Stadt hoch sind 12 km steile Asphaltpiste. Ich habe nur minimal schlechtes Gewissen, dass ich das nicht zu Fuß gehe 😁

Nun ist 15 Uhr, und ich hab nichts mehr zu tun. Heute gibt es keine 30+ Kilometer zu laufen, heute darf mein Körper sich ausruhen. Ich bereite mein Gepäck auf den nächsten Abschnitt vor und lasse die Seele baumeln. Ich nehme heute einen "Nearo" (near zero). Ein "zero" ist wenn man einen ganzen Tag Pause macht ohne zu hiken.







Tag 10 - Es gibt sie wirklich! - 32,6 km

Ich bin heute dem offiziellen Wanderweg des Vasalopsleden gegangen, anstatt meinem GPS-Track zu folgen. Er ging weiter im Norden entlang. Es hat heute nicht geregnet und meine Füsse sind fast die ganze Zeit über trocken geblieben. Es waren auch schöne Farben. Ich bin eine Strecke gelaufen, so schön wie ich sie noch nie gesehen habe: wellige Hügel, übersät mit Felsen, der Waldboden mit so einer gelb-grauen Flechte bedeckt, viel Licht im Wald ziemlich flach und ein herrlicher Geruch

Es ging auch wieder durch zahlreiche Sumpfgebiete, Ich hoffe in den Bergen wird das besser. Ich gäbe noch keinen anderen Wanderer auf dem Trail gesehen, die Logbücher der Hütten zeigen nur Leute auf Tagestouren,ich bin allein. Begegnet bin ich nur Spuren.


Es ist doch erstaunlich wie die bloße Schönheit der Natur in uns Menschen dermaßen tiefe Emotionen hervorruft. Weinen, schreien, oder gar flüstern weil der Ort oder die Aussicht so....wow ist . Trotz der Strapazen, die echt nicht ohne sind, sehe ich 20 mal am Tag Dinge die ich noch nie geshen habe. Das und die Tatsache dass man nie weiss was hinter dem nächsten Baum kommt, lässt mich mich so lebendig fühlen wie selten.


Mich durch den Regen zu kämpfen, die erste Woche, war hart. Den trail, wo ich mir jeden Schritt vorwärts erkämpfen muss, ist immer noch hart, aber ich bin nun auch kampfeslustig. Schon wieder ein Hindernis, wie eine Wasserfläche durchqueren oder einen Aufstieg zu schaffen? Her damit!
Ich pushe auf über 30 km am Tag. Mein Körper beschwert sich zwar deutlich, aber ich habe noch keine Blasen. Es geht mir gut.



Oh heute hab ich (wieder zum ersten mal in meinem Leben) eine frische Bärenspur gesehen. Das war aufregend, ich hab bestimmt ne Stunde lang hinter jedem Busch einen Bären gesucht. Aber es USt bewiesen: es gibt sie wirklich!!


Ich bin heute in einer Wanderhütte untergekommen, etwa 3 Stunden vor Sälen, meinem Etappenziel. Morgen laufe ich in die Stadt und werde mein Resupply machen. 266 km bin ich bisher gelaufen.

Ausser Kaffee und Strom (mit dem solar-panel reicht das nicht bei den ganzen Wolken...)fehlt mir nichts akut. Duschen wäre toll....und ein Hamburger😄 Ich werde mir ein wenig essen und trinken besorgen und mich vorbereiten auf die letzte Etappe. Jetzt geht's erst richtig los!!! Am Horizont gab ich heute eine dunkelblaue wand gesehen, mit ein paar glitzernden Schneefeldern. Die Berge rufen!!

Tag 9 - Trail-magic in Schweden - 38 km

Heute war ein eindrucksvoller Tag.
Aus der Hütte bin ich natürlich spät losgekommen, erst um 8 bin ich losgelaufen. Oben auf dem berg, bewölkt, verregnet und nass - wie gewohnt.



4 mal hab ich mich verlaufen, 2 mal bin ich durch den falschen Sumpf gewatet nur um kurz darauf nochmal durch zu müssen um den richtigen Trsil zu finden....für die ersten 2,5 km hab ich eineinhalb Stunden gebraucht.



Um 11 traf ich dann auf den Vadaloppet, eine berühmte Ski langlauf rennbahn, zw Mora und Sälen. Eine Rennspur!! 15 Meter breit mit nivelierten Boden. Da kann ich doch etwas der verlorenen Zeit aufholen dachte ich mir. Das Wetter blieb weitestgehend ok.




Um 17 Uhr erreiche ich dann einen Camp-Platz, mit Hütte und guter Infrastruktur. 23,3 km hatte ich und es war erst 17 Uhr....eine Stunde mache ich noch, dachte ich mir, obwohl ich schon sehr ko war.

Und als 18 Uhr kam, sah ich ein Schild: noch 7 km bis Evertsberg. Meinen Recherchen nach gab's dort ein Restaurant!! In meinem Geiste formten sich Bilder vondanpfenden Pizzas, Hamburgern und Pommes, und sehr unvernünftigerweise entschied ich die 7 km auch noch zu pushen. "Höre auf deinen Körper", hatte ich gelernt und hab das voll ignoriert: jeder Schritt Schmerzen, meine Schulterblätter kreischten , mehrmals musste ich meine matte auf den Boden werfen und mich hinlegen, ein paar Minuten ausruhen.

Tatsächlich habe ich Evertsberg erreicht, und auch den einzigen Läden gefunden - und der hatte zu!! Ratlos bin ich in der Gegend umhergetsumelt, als ich Stimmen hörte: zwei Jugendliche beim Tennis spielen. Ich komm hin und frag ob sie wussten wo man hier irgendwo essen kaufen könnte. Der junge meinte nur nee, hier in der Gegend hat alles zu. Das Mädchen jedoch fragte: hast du grossen Hunger? Komm doch mit zu mir. Nein das stört gar nicht.
Und so dass ich eineinhalb Stunden bei ihnen in der Wohnküche; sie haben mir drei verschieden Sorten Brot, Eier, Saft käse und Tee gegeben, so viel ich haben wollte. Und ich ihnen beim meiner Reise erzählt.
Am Ende hat mich die ganze Familie mir dem Auto bus zu einer wunderbaren Wanderhütte gefahren, die mehr oder weniger auf meiner Strecke lag.
Vielen Dank an Luva, Liam und Luvas Vater

So bin ich heute 38 km gelaufen, aber mir tut auch alles weh. Die Hütte liegt 5 km weiter, die ich zwar spare, aber nicht selbst gelaufen bin, sonst hätte ich heute einen Marathon geschafft.

Tag 8 - endlich bisschen Sonne - 30,6 km

Puh es ist tierisch schwierig vorwärts zu kommen. Ich kraxel Berge rauf und wieder runter, stapfe durch Moore und kämpfe mich durch die hüfthohe Vegetation.



Dazu kommt dass meine Füße zu 90% in Wasser stecken. Meine Schuhe halten super auch wenn nass, aber meine Insoles lösen sich auf, bilden Wellen und knickte, was das Laufen stark erschwert.

Aber ich hab auch spass dabei. Dinge laut, Tänze im Wald rum und sehe so viele wunderschöne Stellen.



Es erfordert nur so viel Kraft, dauerhaft. Ich versuche im Moment Vormittags eine 4-6 Stunden Session zu laufen, dann ein paar Stunden ausruhen und dann nochmal 4 Stunden. Auf gerader Strecke könnte ich so 50 km laufen....aber auf diesem sehr unregelmäßigen trail voller Hindernisse und dann noch mit klazschnassen Sachen zu kaufen ist sehr schwergängig.

Dass es an 2 von 3 Tagen schüttet und der Boden patschnass ist, das nehme ich nun so hin. Durch oder aufgeben. An aufgeben habe ich schon ein paar mal gedacht, wenn ich durchnässt und durchgefroren einen Platz zum schlafen suche. Aber ich will nicht aufgeben. Diese tollen Plätze zu sehen kostet eben seinen Preis. Und sollte ich je zu diesen Verhältnissen ans Ziel kommen wollen, dann muss ich Gas geben.



Bin an Mora vorbei und suche den trail der Mora und Sälen verbindet. Von da geht's in die Berge. Abs Wetter versuche ich nicht zu denken. Zumindest wird es endlich wärmer.



Tag 7 - eine woche auf dem Trail - 36,4 km

Schon um 04:30 los, zusammen mit der aufgehenden Sonne. Um 7 kam wie angekündigt der Regen.




Um kurz vor 11 erreiche ich den Campingplatz. Kein Personal weit und breit, ich hab geduscht (heiß) und mein Füsse und Schuhe eine Weile getrocknet.
Ich hatte aber erst 17,6 km geschafft. Draussen Dauerregen. Ich könnte mich nicht entscheiden: bleiben oder noch Meilen machen. Hütte dort hätte 70 Euro, wegen dem shit-Wetter 50 Euro gekostet.
Habe 3 trailrunner kennen gelernt, die mich etwa 8 km begleiten würden,
Also durch den Regen weiter, ich hab keinen guten Platz zum schlafen gefunden, also immer weiter...
Endlich eine Windschutzhütte!! Mein Zuhause für die Nacht. Ich trockne meine Sachen so gut es geht, verkriechen mich in den Schlafsack und schlafe.
11,5 Stunden bin ich heute gelaufen und 36,6 km sind mein persönlicher Rekord. Und bisher noch keine blasen, ausser dass meine perma-nassen Füsse ganz schrumpelig sind.

Tag 6 - Ten by ten, Baby - 26,6 km

"Ten by ten", Baby!!! Ich habe damit einen lang ersehnten Rekord gebrochen: bis 10 Uhr 10 Meilen (16 km) geschafft zu haben. Heute hat's geklappt. 
Sehr früh (mit Wecker) los aus der kalten Hütte in Ljusbodarna. Um 05:30 schien die Sonne. Leider ist immer noch dieser schnittige, Kälte Wind da, die Temperatur geht nicht über 10 Grad.



Eineinhalb Stunden lang sind meine Füße sogar trocken geblieben. Der Rest der ingesant 9 Stunden hiken hatte ich ständig Wasser in den Schuhen. Es ist einfach überall Wasser. Nur etwa 10 Prozent des trails sind trocken, ich glaub das wird so bleiben.



Ich habe nun meinen "pace" gefunden. Bin nach 26,6 km um 14:45 Uhr auf eine Windschutzhütte am See getroffen. Ich werde hier übernachten, es ist ein hübscher Ort.



Morgen soll um 7 Uhr der Regen anfangen und den ganzen Tag anhalten. Nach einem Tag Sonne, geht das wieder los.


Ich rufe den Regenwolken immer entgegen sie sollen weg, sie spielen auf verlorenem Posten. "Summer is coming !!"



Tag 5 - happy Vatertag - 21,1 km

Tag 5 - happy Vatertag - 21,1 km

Was für ein krasser Tag! Bis 9 war noch kein Regen aber Hindernis #13 hatte mir schon mal Wasser in beiden Schuhen beschert. Um 09:30 Kamera dann der Regen.

Und ich stapfte durch die überschwemmte Landschaft. Immer wieder umspült 4 Grad kaltes Wasser meine Zehen. Mit dem Wind zusammen ist es kalt. Das einzige was mich noch warmhält ist die Körpertemperatur bei Kraftanstrengung. Es sind 6 Grad immer wenn ich verschnaufe fange ich schnell an zu frieren. Also weiter: ich pushe und kämpfe mich den Trail entlang. Keine Rücksicht auf Verluste, wunden lecken kann ich später. In 6,5 Stunden bin gerade ich 21,1 km gelaufen.

Der Resolution ist wunderschön, aber schwer. Und es ist nass. Hoch und runter, Felsen, Wurzeln, umgefallene Bäume und eben Wasser überall, flächendeckend! Das ganze Land ist überflutet mit 4Grad kaltem Wasser.

Ich habe heute alle Kräfte aufgeboten um zu parieren was mir der trail entgegenschleudert. Ich hing an einem Baum bin meterweit gesprungen und die ganze Zeit gepusht um Meilen zu machen

Bis halb zwei, wo ich nass und durchgefroren das Glück hatte eine Hütte mit Kamin zu finden. Ich trockne meine Sachen (alles ist nass und eiskalt), trinke Tee und werde wieder warm. 
Obwohl ich nur den halben Tag gelaufen bin, entscheide ich mich zu bleiben. Da draussen ist widerliches Wetter, peitschender Regen und kalter Wind. Es soll erst um 01:00 aufhören zu regnen und ich wäre jetzt dabei mein Zelt aufzustellen. 
Laut Wetterbericht kommt noch mehr Regen: übermorgen (morgen soll die Sonne scheinen) und dann nochmal 3 Tage lang Regen. Wie soll ich das schaffen? 
Wahrscheinlich so wie bisher: einen Tag nach dem anderen, einen Schritt nach dem anderen.

Keine Fotos heute? Nein, war nur mistwetter und das Handy hat die meiste Zeit in einer ziplock Tüte verbracht.



Tag 4 - Schnee, Wind und Hagel, spater sonnig - 25 km

Ich habe in der warmen Hütte naturlich länger geschlafen und erst 08:30 bin ich los. 
Durch eine Schlucht geklettert und da drin lag noch Schnee!! Dann müsste ich aus dem Sumpfgebiet raus und musste irgendwann einfach durchs wasser. Um 09:30 war ich bereits erschöpft und hatte mal wieder klatschnasse Socken. War auch kaum zu verhindern, die Schneeschmelze ist noch nicht lange her, überall läuft Wasser ab, alle Bäche laufen über.



Geregnet hat es heute nicht, dafür war es aber den ganzen Tag saukalt. Den ganzen Vormittag war um die 5-6 Grad.
Da wollte ich in einer Pause meine Socken und Schuhe trocknen, und schon kam ne dunkle Wolke und hat mir Hagel über den Kopf gegossen! 
Gegen 13 Uhr kam ich in eine neue Gegend. Es muss hinter einer wasserscheide liegen, denn der Boden war deutlich weniger nass. Ausserdem würde es nerviger, wilder.



Ich habe wieder zahlreiche schöne Stellen gesehen. Es ist schwer zu beschreiben, die Natur ist seit hundert Jahren allein gelassen. Kippt ein alter Baum um, dann bleibt der da.. Abflüsse graben sich ihren weg um Felsen herum und gestalten die Landschaft und überall zwischendrin zarte Blumen, Farbe, Birken und zig ungewöhnliche Vögel. 

Ich habe mich heute sehr gepusht. Da ich gestern nur 13 km geschafft habe, brauche ich langsam grössere strecken. Ich komme nur so ewig langsam voran.....1,5 bis 2 km/h in diesem Gelände....gnnnn 

Erste Etappe ist durch. Ich hab mir an einem schönen See ein Plätzchen für mein Zelt ausgesucht. Jetzt abends ist es hübsch. Ich bin so kaputt ich schlafe bestimmt gut. An morgen kann ich denken, wenn Morgen da ist 😊



 (aber bisschen geluschert: um 10 kommt der Regen. 90% mit viel Wasser, dazu frischer Wind mit Temperatursturz, Max 10 grad, und es soll in der Nacht drauf weiterregnen.....also ist die nächste Phase mit nass und durchgefroren vorprogrammiert.)



Tag 3, was für ein Tag! - 13,7 km

Heute morgen gab ich gefroren. Um 4 Uhr wachte ich dadurch auf. Kopf, Rumpf und Füsse waren ok, Meine Schenkel und mein Hintern waren kalt. Überhaupt war es ein schwieriger morgen, es regnete immer noch.
Mein nasses Zelt hab ich aussen am Rucksack aufgehängt.

Um 06:50 bin ich los. bei massivem "Bush-whacking" per GPS durch die Landschaft, hab ich fast ne Stunde gebraucht um 1 Kilometer zu schaffen und meine Füsse waren wieder mal klatschnass. So ist es schwierig die Füsse zu schonen. Die müssen nun durchhalten.



Um 10:15 erreiche ich eine Hütte, die offen für Besucher steht. Mit Strom! Und Heizung!! Ich nutze die Gelegenheit mich auszuruhen, meine Socken und Schuhe zu trocknen und meine Elektronik wieder etwas aufzuladen. Bei Regen und Wolken ist nichts mit Solarpanel 😊 ich hatte nur noch für 2-3 Tage Strom.

Ich habe die letzten Tage viel innerlich durchgemacht. Am ersten Tag, die 3 Stunden Regen...Boa ey!! Es wäre so einfach, umkehren und mich wieder in den Zug setzen. Aber ich bin vorwärts gegangen, wenn auch zaghaft und misstrauisch. Die Wetterprognosen die weitere Tage Regen vorhersagten und die verdammte Kälte, ein riesiges, ominöses Hindernis, das mir Angst machte. Heute querfeldein zu müssen, das Moor zu durchqueren, es fühlt sich alles so unüberwindbar an, solange die "Tür hinter mir noch offen ist"!  Unterdessen ist die Tür weit entfernt, ich bin mitten drin. Die schlimmen Situationen werden sich nicht ändern, es sei denn ich gehe weiter. 
Und nach und nach fühle ich mich wohler dabei. Klar gibt es noch schlimme Zeiten, aber die gehen vorbei, solange man sich bewegt. Irgendwann kommt auch die Sonne wieder raus und dann sitze ich mollig warm und trocken irgendwo. Für die harten Phasen: Zähne zusammenbeissen und durch!!

13:30 die Hütte verlassen. 5,3 km bis zur nächsten. Die Landschaft wird anspruchsvoller. Das Wetter wurde besser, mehr Löcher in den Wolken. Die Sumpfgebiete sind alle prall mit Wasser vollgesogen. da durchzukommen ohne die Schuhe nass zu machen ist fast unmöglich. Irgendwann hab ich es aufgegeben: dann müssen die eben wieder trocknen. 



Dennoch war das Vorankommen schwer und mühsam: 3,5 Stunden hab ich fur die 5km gebraucht. 
Um 17 Uhr erreiche ich eine Hütte, mit Ofen, Koje und Tisch. Die nächste ist 3 Stunden entfernt. Ich bleibe, auch wenn ich nur wenig Strecke geschafft habe. Gut für die Füße und das Equipment zu trocknen. 



Es waren heute so viele Eindrücke, so viele Erlebnisse! Die Landschaft ist traumhaft. Kein eintöniger Wald, er ist wie ein Meer mit Inseln drin. Sümpfe und Felsbrocken von klein bis so groß wie ein Hochhaus! Uralte Bäume stehen neben jungen, keine 5 Minuten vergehen ohne dass sich die Stimmung ändert. Wahnsinn, deshalb bin ich hier draussen und sehe Dinge die man kaum erreichen kann.





Tag 2 - Durch den Regen gehts voran, 25,3 km

Heute war ein intensiver Tag. 11 Stunden war ich unterwegs, um die 25 km zu erreichen. 
Um 4 bin ich aufgewacht weil mir kalt war und mich bis 6 nicht getraut aus dem Schlafsack zu kommen. 4 Grad zeigte mein Handy.
Um 06:50 bin ich dann los. Vormittags blieb es weitgehend trocken und ich habe einige wunderschöne Plätze gesehen.

Früh morgens könnte ich den gegenüber liegenden Gipfel in der Sonne sehen, während unter uns im Tal alles in einer Wolke lag.



Die Landschaft ist traumhaft. Habe heute Biber, Störche, Kraniche und meinen ersten Rehbock gesehen 😊

Seit 12 regnet es aber...erst häufige Schauer und gegen Abend Dauerregen. Und die Hälfte der Strecke war Roadwalk, was anstrengend auf die Füße ist. 
 


Einigen Schauern könnte ich ausweichen, andere musste ich voll durch. Es war ein steter Wechsel heute, Regenklamotten anziehen und wieder ausziehen. Meine Socken sind meistens patschnass. 



Die Windschutzhütte wo ich eigentlich halt machen wollte, gab's nicht...da standen lauter private Häuser, also musste ich ein Stück weiter und mir ne ruhige Ecke für mein Zelt suchen.


Der Regen ist echt Schade. Darin macht wandern eher wenig spass. Die Momente zwischendurch sind dann wertvoll und die Tatsache dass man hinterher wieder trocken wird.  

Das soll  erst in 4 Tagen besser werden. Ich könnte mich einigeln, oder abbrechen, oder wo ich schon mal hier bin, kann ich auch einfach weiterlaufen.


Tag 1 - 12,1 km und klatschnass

Sehr erstaunt war ich diesmal über Flixbus, denn der Bus nach Stockholm war nach der 10-stündigen Reise auf die Minute genau pünktlich. Um 08:55 bin ich in Stockholm angekommen. Es ist kalt (heute morgen waren es 3 Grad!), grau und es regnet in Strömen.
Mit dem Zug geht es weiter 3 Stunden nach Smedjebacken, wo ich letztes Jahr meinen Trail beendet hatte. 

Um 13 uhr regnet es immer noch. In einer überdachten Bushaltestelle baue ich meinen Rucksack um, so dass alles was nicht nass werden darf geschützt ist. Nach einem dicken Bürger und einen letzten Blick auf den immer noch ungünstigen Wetterbericht laufe ich los.

Es dauert 3 Stunden bis ich von den Straßen runter bin und den Trail erreiche.



 Es giesst ohne Unterlass. Meine Regenjacke taugt nix mehr schon nach einer halben Stunde ist sie durch und meine Daunenjacke wird nass... Also musste ich sie ausziehen.



Ich pushe noch fast 2 Stunden weiter und um 18 Uhr finde eine Windschutzhütte!!! Hier bleibe ich. Meine Füsse schaffen heute sowieso nicht mehr viel und hier werde ich zumindest trocken und aus dem Wind schlafen.



Gott sei Dank. Ich war schön am verzweifeln: ich wollte nicht auch nachts vollgeregnet werden.
Morgen früh sollen es 4 Grad sein. Eine Verbesserung hehe 😊 erst gegen 13 Uhr klettert die Regenwahrscheinlichkeit auf 90% hoch, dann wird's wieder nass! 


Tag 0 - Die Reise beginnt

Immer wenn man entlegene Gebiete und unberührte Natur aufsucht, so muss man da erst mal hinkommen! 
Meine Reise startet am Nachmittag mit dem Einsteigen in den Flixbus nach Kopenhagen. 5 Stunden Fahrt. 
Das Wetter ist freundlich, die Sitze im Bus sind hart und für mich wie immer zu kurz, es gibt kein Platz um meinen Kopf anzulehnen.
Eineinhalb Stunden Wartezeit bis ein weiterer Flixbus mich nach 10 Stunden Fahrt nach Stockholm bringt. Und dann geht es 3 Stunden mit dem Zug nach Westen. Von da laufe ich dann los. Aber erst morgen. Heute schlafe ich trocken und warm (wahrscheinlich zum letzten mal...) im Bus. 

Frische Luft satt auf der Fährüberfahrt. 😊



19Kg im Rucksack ist zu schwer!

Ich habe an diesem Wochenende meine Ausrüstung fertig gepackt. Es ist zwar toll dass alles reingepasst hat (braver Rucksack) aber ich bin etwas irritiert: mein Rucksack ist viel zu schwer!!

Aber zum Packen:
Die letzten Male habe ich meine Ausrüstung gepackt indem ich alles auf eine Plane gelegt habe und dann aussortiert, was mitkommt und was nicht, bevor ich die Sachen im Rucksack verstaut habe. Das war immer eine "großflächige" Aktion, die den halben Garten beansprucht.
Dieses Mal habe ich meine Methode verändert: Ich habe zuerst mein Zelt aufgebaut (und gesäubert) und alles was ich habe einfach in einem Haufen vor das Zelt gelegt. Dann habe ich mich ins Zelt begeben und es mir darin gemütlich gemacht und nach und nach Dinge aus dem Haufen draußen ins Zelt genommen, die ich im Camp brauchen würde: Isomatte, Schlafsack, Klamotten und nach und nach alle Beutel nach innen genommen. Im Zelt selbst konnte ich dann jeden einzelnen Beutel auf Sinnhaftigkeit und Inhalt prüfen: Elektronik, Hygiene, Erste Hilfe, usw...

Das hat viel besser geklappt als die Jahre zuvor, setzt allerdings die Erfahrung voraus, die ich auf den letzten beiden Trips gesammelt habe, den so weiß ich was ich auf dem Trail brauche.

Dieses Jahr wollte ich mein Base-Weight reduzieren und daher den Deckel des Rucksacks (130g) und meine Regenhülle für den Rucksack (160g) weggelassen.

Essen habe ich wie immer eine Menge mit. Mein Resupply-Punkt erreiche ich erst nach 12 Tagen, also wollte ich für 12 Tage Essen mitnehmen. Das Essen wiegt nun 7 Kg und hält wahrscheinlich länger als 12 Tage...   aber beim Essen mache ich mir nicht so viel Sorgen mit dem Gewicht, denn erstens kann ich Dinge einfach wegwerfen oder eben aufessen.



Aber was mich überrascht hat dass mein Rucksack ohne Essen & Trinken (Base-Weight) bei 9,1Kg liegt. Den Base-weight zu reduzieren hat irgendwie nicht so richtig funktioniert.
Allerdings wird beim Nachmessen schnell deutlich wo das ganze Gewicht herkommt: 2 x Babywipes (180g), 2 x Gas zum Kochen (732g), Zigaretten (240g), und meine Flaschen wurden alle voll aufgefüllt: Seife, Mückenzeug, Hand-Sanitizer, Olivenöl, etc.... da kommt einiges zusammen.

Weil so, mit Essen und 3 Liter Wasser dabei wiegt mein Rucksack 19 Kg. Das wird definitiv schmerzhaft.

Hier ist der Link zu meiner Gepäck-Liste: Jetlag's Ausrüstung Schweden 2019

Solo-Trip Schweden 2019


Dieses Jahr geht es (mal) wieder nach Schweden, genauer in die Region Dalarna.

Ich plane einen solo-hike über 450km, starte an dem Punkt wo ich letztes Jahr meine Reise beendet hatte und von dort aus weiter nach Nordwesten. Dieser Trip ist diesmal nicht ein einzelner bekannter Trail sondern besteht aus Strecken von insgesamt 6 verschiedenen Trails: Sméleden, Romboleden, Olafsleden, Siljaleden und Södra Kungsleden und deckt damit einen Abschnitt des E1-Europawanderwegs ab.

Starten werde ich in der kleinen Stadt Smedjebacken, die ich mit dem Zug von Stockholm aus erreichen kann. In nordwestlicher Richtung geht der erste Abschnitt (180 km) über zahlreiche Dörfer bis kurz vor der 12 Tausend Einwohner Stadt Mora. Dort ist auch der erste garantierte Resupply-Punkt, denn es gibt hier sowohl einen ICA Maxi als auch einen Lidl-Markt. Allerdings muss ich 13 km vom Trail ab (und wieder zurück).

Hiernach geht der 2te Abschnitt los, wo ich bald auf/an die Offroad-Rennstrecke Vasaloppet gelange, der ich eine ganze Weile lang folgen werde (90 km). Besonders im Winter ist die Gegend stark von Langlaufski-Liebhabern besucht. Wie es dort im Sommer aussieht, wird sich zeigen. Zunehmend bergig geht es nordwestlich an Särna vorbei in Richtung norwegische Grenze. IN Särna selbst, ein beliebter Wintersport-Ort, soll es zahlreiche Supermärkte, Tankstellen, Burger-Läden und Pizzerias geben (ich freue mich jetzt schon)

Im 3. Abschnitt geht es auf dem "südlichen Königsweg", wild und bergig durch mehrere Naturschutzgebiete in die 1000 meter Höhenlage weiter, bis zur norwegischen Grenze wo sich der Königsweg und der E1 trennen. Im Dorf Grövelsjön hoffe ich auf einen Regionalbus, der mich irgendwie zurück zur Zivilisation und nach Stockholm bringt.



Insgesamt 18 Tage im Wald, plus An- und Abreise sind für dieses Jahr geplant. Diese Reise ist mein letzter Trainings-Hike bevor ich nächstes Jahr den Pacific Crest Trail in den USA versuchen werde.

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