Wie das in einer Herberge so ist, hab ich geschlafen wie ein toter. Und so erst um 08:30 losgekommen.
Das laufen hat Spass gemacht, meine Beine können unterdessen ganz gut pumpen. Und ich treibe meinen Körper gnadenlos. Mein rechter Oberschenkel hat einen überdehnungsschaden abbekommen. Aber Blasen hab ich noch nicht.
Tatsächlich war ich heute Vormittag so voller Energie, dass ich schon um 14 Uhr mein Ziel bei 20 km erreicht hatte. Das war mir zu früh...obwohl der Platz wunderschön ist ( der Zaubersee) bin ich weitergezogen.
Der Bergslagsleden, den ich nun laufe ist toll. Ein schöner wenn auch schwieriger weg, gut markiert. Die Landschaft schroff und wild. Und heute begleitete mich ein ständiger, kalter, wütender Wind. Die Gräser, die zum Teil hüfthoch stehen, sind goldgelb, die Birken verlieren oft schon ihre gelben Blätter und bedecken damit den Waldboden. Ich habe dem letzten Sommertag hinterher, wobei mich der Herbst bereits eingeholt hat.
Ich wollte es zu einer schönen Windschutzhütte schaffen bei 28 km....als ich, total fertig da angetorkelt kam, war da eine ganze Schulklasse mit 37 Jugendlichen. Also noch weiter....
Und an dem neuen Zielpunkt (ein geheimer Platz den ich von früher kannte, stand ebenfalls schon ein zelt mit 2 Mädels aus Mannheim.
Egal, die sonne ist untergegangen, es wird kalt und ich muss schnell noch was essen. Und schlafen!!
Übers Wandern, wie ich es empfinde. Ich mag outdoors.. über lange Zeiträume hinweg. Alles was man tun muss, ist vorwärts gehen, Schritt für Schritt. Und darüber hinaus gibt es den Bonus großer Strecken. Das ist Langstreckenwandern.
Tag 6 - wundervolle schwedische Wildnis - 20 km
Schon um 7 losgelaufen. Heute Nacht hat es stark geregnet, aber bisher hatte ich Glück, morgens schien immer die Sonne. Allerdings ist der Wald triefnass. Jeder Zweig, jeder Grasbüschel und Busch sind voll mit Wasser bedeckt. Bei Berührung gibt's ne Dusche. Aber so wunderbar, der Wald ist reingewaschen, die Tropfen überall sind glasklar und glitzern.
Aber eben auch nass. Meine Schuhe und Socken sind voller Wasser und meine Füsse ganz schrumpelig.
Ich habe morgens in dem Hostel in Granvik ein Zimmer gebucht, ganz entspannt bin ich heute 8,5 Stunden unterwegs gewesen. Der trail heute war wunderschön, wild, bunt, voller Felsen und uralter Baumriesen und tollen Gerüchen.
Ich hab kein Foto aber man Stelle sich vor,Beine Gruppe von Birken umringt von anderen Bäumen, das ganze ergibt eine Art Halle mit den Baumkronen als Dach. Da drin hat der Schall eine ganz eigene Wirkung. Man kann die Tiefe des Waldes hören, spüren, wie er atmet, seufzt. Am Rande der Birken ein Hügel mit einer grossen Fläche von lila Blumen. Und ein sonnenlicht-Schaft, der nur diese Blumenfläche beleuchtet: der ganze Wald war lila gefärbt!! Ein paar Minuten später und der Moment ist vorbei, das Licht anders...
Und solche Eindrücke erlebe ich die ganze Zeit, beeindruckt der vielen Facetten die so ein wilder Wald haben kann.
Oh! Heute, Tag 6 zum ersten Mal ohne Dauerschmerzen!! Gegen Ende des Tages, klar, aber das ist normal...aber tagsüber, kaum Schmerzen, und ich hatte Energie! Das wandern hat so richtig Spass gemacht. Es war keine Eile vorhanden, nicht dauernd die Uhr kontrolliert, sondern die Landschaft einfach an mir vorbeiziehen lassen.
Sehr angenehm
Nun sitze ich seit 16 Uhr in dem Hostel, hab wlan und eine Steckdose. Heute kann ich Fotos uploaden.
Ich befinde mich übrigens in einem Gebiet, wo nach der Eiszeit das "Inland-Eis" geschmolzen ist und damit Hügel, Furchen Löcher und Risse erzeugt hat und diese mit Geröll und Felsbrocken so gross wie Häuser gefüllt hat. Ich glaube es, ich spüre jeden dieser Details in meinen Sohlen!
In Granvik ist damit die erste Etappe meiner Wanderung erfolgreich abgeschlossen. Ich bin von Jönköping Bus Granvik 126 km zu Fuss gelaufen, über einen Pfad, dem E1 folgend, wo ich noch nie zuvor gewesen bin. Die Strecke ab hier nordwärts bin ich vor 2 Jahren schon Mal gelaufen. Mal sehen wie sich das anfühlt.....Platz nach Norden hab ich ja.
Aber eben auch nass. Meine Schuhe und Socken sind voller Wasser und meine Füsse ganz schrumpelig.
Ich habe morgens in dem Hostel in Granvik ein Zimmer gebucht, ganz entspannt bin ich heute 8,5 Stunden unterwegs gewesen. Der trail heute war wunderschön, wild, bunt, voller Felsen und uralter Baumriesen und tollen Gerüchen.
Ich hab kein Foto aber man Stelle sich vor,Beine Gruppe von Birken umringt von anderen Bäumen, das ganze ergibt eine Art Halle mit den Baumkronen als Dach. Da drin hat der Schall eine ganz eigene Wirkung. Man kann die Tiefe des Waldes hören, spüren, wie er atmet, seufzt. Am Rande der Birken ein Hügel mit einer grossen Fläche von lila Blumen. Und ein sonnenlicht-Schaft, der nur diese Blumenfläche beleuchtet: der ganze Wald war lila gefärbt!! Ein paar Minuten später und der Moment ist vorbei, das Licht anders...
Und solche Eindrücke erlebe ich die ganze Zeit, beeindruckt der vielen Facetten die so ein wilder Wald haben kann.
Oh! Heute, Tag 6 zum ersten Mal ohne Dauerschmerzen!! Gegen Ende des Tages, klar, aber das ist normal...aber tagsüber, kaum Schmerzen, und ich hatte Energie! Das wandern hat so richtig Spass gemacht. Es war keine Eile vorhanden, nicht dauernd die Uhr kontrolliert, sondern die Landschaft einfach an mir vorbeiziehen lassen.
Sehr angenehm
Nun sitze ich seit 16 Uhr in dem Hostel, hab wlan und eine Steckdose. Heute kann ich Fotos uploaden.
Ich befinde mich übrigens in einem Gebiet, wo nach der Eiszeit das "Inland-Eis" geschmolzen ist und damit Hügel, Furchen Löcher und Risse erzeugt hat und diese mit Geröll und Felsbrocken so gross wie Häuser gefüllt hat. Ich glaube es, ich spüre jeden dieser Details in meinen Sohlen!
In Granvik ist damit die erste Etappe meiner Wanderung erfolgreich abgeschlossen. Ich bin von Jönköping Bus Granvik 126 km zu Fuss gelaufen, über einen Pfad, dem E1 folgend, wo ich noch nie zuvor gewesen bin. Die Strecke ab hier nordwärts bin ich vor 2 Jahren schon Mal gelaufen. Mal sehen wie sich das anfühlt.....Platz nach Norden hab ich ja.
Tag 5 - mit dem Döner ist es schöner - 24 km
Tja, da hatte ich gestern Abend kein Empfang. Also kein Blog. Bis jetzt.
Gestern habe ich mich nach dem loslaufen in Richtung Mölltorp bewegt. Gegen 11 Uhr kam ich in die (klein-)Stadt. Als f dem Weg traf ich 2 Rentner-Paare, die am Beerensammeln waren. Die haben mich sogar fotografiert, als sie begriffen haben dass ich von Jönköping Bus hierher zu Fuss gelaufen bin. (Ohne Auto??) Die waren voll lustig drauf und gaben mir ein Stück Kuchen spendiert.
In der Stadt angekommen im Zentrum den Supermarkt aufgesucht und nur ein bisschen frisches brot und godis (schwedische Süßigkeiten, die per Gewicht bezahlt werden) besorgt. Und direkt gegenüber, gab es wie in jeder schwedischen Kleinstadt eine kebab-pizzaria! Sie hatten noch nicht auf, aber der Typ hat mir einen armlangen Döner dürüm serviert. Oh wie wunderbar! Fleisch, Fladenbrot, salat uns soße. Perfekt.
Satt wie sonst was bin ich nach einer Stunde wieder aus der Stadt rausgewandert. Mein Ziel war Granvik, das waren aber 40 Kilometer, das schaffe ich nicht an einem Tag, also wollte ich halb halb oder so....als ich kaum noch konnte, erreichte ich wieder eine Stadt/Dorf...hier ist doof zu campen, bin also noch weiter gezogen, gejagt von dunklen Gewitterwolken. Einige Kilometer nach der Stadt fand ich tatsächlich eine kleine, halb verlassene wander-Hütte, innen vollkommen ok, sogar Gardinen, Kerzen und Kamin, als es gerade zu regnen anfing. Hab also gut (sprich: trocken) geschlafen, hatte dort aber kein Signal.
Morgen noch 20 km bis Granvik.
Nett fand ich an einem trail-Marker befestigten Geburtstagsgruß an den 83 jährigen Wanderer Waldemar. Die Quote an dem Schild hat mich bewegt und lange beschäftigt: " Live Like a River, carried by the surprise of its own unfolding" es muss toll sein, dies mit 83 von sich zu behaupten.
Der trail wird wilder, der Wald tiefer. Heute hatte ich erst nach 2 Stunden Beschwerden. Langsam wird es besser, wobei ich immer noch das Gefühl habe, ich sei zu schwach.
Teilweise muss ich mich durch schulterhohe Vegetation und umgekippte Bäume kämpfen
Und ja, ich treibe mich sehr stark, und sollte das sein lassen. Es ist als würde ich den Frust der RL-Situation an meinem Körper auslassen. Bringt natürlich nix...vielleicht will ich auch nur das Gefühl erzwingen, dass ich was wert bin, was erreichen kann. Auch nicht der beste Weg...ich muss mich etwas mehr entspannen.
Tag 4 - Wolken, Regen und Road-Walk - 26,5 km
Spät losgekommen, starte ich um 8 bei bewölktem aber regenlosen Wetter. Es gibt kein Wind. Der trail führt mich durch stärker bewohntes Gebiet: Farmen, Sommerhäuser, Waldarbeit. Ich laufe an der Stadt Hjo vorbei.
80% des Trails heute sind Feld- und Waldstrassen, aus grobem Kies. Das war sehr hart auf die Füsse. Von hier geht es Richtung Mölltorp wo ich ein Resupply machen könnte. Außer Strom und die irrsinnige Lust auf pizza, habe ich gar keinen Bedarf.
Ich bin immer noch zu schwach! Ich meine ich laufe ausgeschlafen los und schön nach einer halben Stunde sind meine Beine wie Blei. Schultern und Füsse tun bei jedem Schritt weh und mir fehlt die Luft beim Aufstieg. Oh Stamina, wo bist du hin? Den Schmerz Versuche ich zu ertragen, sonst bleibt mir nur anhalten übrig. Ich achte natürlich darauf keine bleibenden Schäden zu verursachen....aber Muskelkater? Der soll weg, der Körper sich an dieses Pensum gewöhnen.
Meinen Nährstoff-Haushalt habe ich einigermaßen im Griff. Morgens gibt's Kaffee und Müsli, dann loslaufen. Die Zeit bis zur Mittagspause (4 bis 5 Stunden Abschnitt) verdrucke ich diverse Schokoriegel. Mittags länger Pause, dazu Tortillas, Erdnussbutter, Walnüsse und gerne mehr Kaffee. Ich Versuche dann noch Mal 4 Stunden oder so zu laufen (Schokoriegel) und abends gibt's dann gekochte Mahlzeiten, heute Schinkennudeln mit Salami-Stückchen und Olivenöl. Ich Komma da locker auf 3000 bis 3500 Kalorien.
Ich trinke deutlich mehr als die 3 Liter die ich trage, daher brauche ich täglich 1 oder 2 Wasserquellen. Nicht so ganz trivial. Gestern bekam ich ja 2,5 Liter Wasser geschenkt, heute hab ich sie mir erbettelt 😄. Da dass ein Pärchen auf der Terrasse im Morgenmantel in ihrem Sommerhaus und genossen den Ausblick auf die Wildnis. Dann lief ich da plötzlich durch und rief Guten Morgen, wie geht's? Dann hab ich gefragt ob sie mir ein bisschen Wasser geben könnten und konnte so 2 Liter reinstes Wasser ergattern.
Ein Farmer hat mich mit seinem Pickup eingeholt nur um dann den Motor abzustellen und sich mit mir zu unterhalten. Er sei 1961 mit Zelt und Fahrrad von hier nach Hamburg gereist und hat das Abenteuer nie Vergessen.
Glück hatte ich insofern dass es nur die letzte Stunde geregnet hat. Und auch: ich wollte bis 16 Uhr laufen...und um 16 Uhr nach 26,5 km finde ich im Wald eine Windschutzhütte! Es regnet unterdessen deutlich stärker und ich sitze (und würde heute schlafen) im Trockenen!
Tag 3 - haufenweise Beeren und Wunde Füsse - 32,6 km
Ich habe so viel gesehen und erlebt, das kann ich gar nicht alles aufschreiben. Viel unterschiedliche Landschaft, und es wird "hügeliger". Die sandigen Kieferwälder machen Platz für dunklere, Birken- und Tannenwälder, der Boden ist moosbedeckt wie eine grüne Kissenlandschaft.
Es hat die Nacht durchgeregnet aber morgens schien die Sonne auf einen nebligen Wald. Ich hab 12 Stunden geschlafen und bin erst um 7:30 los.
Ich begegne einem Spaziergänger mit zwei Hunden und wir plaudern eine Weile.
Die erste Hälfte des Tages ist der trail wunderschön.
Mir geht im Laufe des Vormittags wieder das Wasser aus, ich muss rationieren. Irgendwo müssen die 5 Liter am Tag ja herkommen.
An einer Hütte bei etwa 16 km treffe ich auf ein Pärchen, die mir ihr Wasser (2,5 Liter) schenken. yay!.
Beeren geben natürlich auch Wasser...und Vitamin C. Die Heidelbeeren bedecken angeblich 17% der Landesoberfläche.
Ich pushen mich sehr, immer wieder bis an die Grenze. Schultern, Schenkel, Füsse...alles tut weh. Allerdings ist dies (hoffentlich) ein Schmerz der wieder weg geht. So was wie eine Überdehnung oder andere Verletzung versuche ich natürlich zu vermeiden
Als ich schon nicht mehr weiter konnte und schön am Wegrand mein Zelt aufgeschlagen hatte, sah ich auf der Karte eine Windschutzhütte....ca noch 1-1,5 Stunden entfernt. Ich entschlossich trotz der Erschöpfung den Teil noch zu laufen. Mit letzter Kraft hab ich es geschafft und damit 32,6 km auf den Tacho gebracht....verrückt für Tag 3...hab ich denn gar nichts gelernt?
Ich fühle mich aber auch gehetzt, glaube ich muss mich beeilen. Und es sind viele schwere und bedeutsame Gedanken, die ich diesmal mitgebracht habe...keine guten Voraussetzungen für einen Long distance hike.
Zum Abendessen gab's Salami, Multivitamin Brause, kartoffelpuree in Linsensuppe. Lecker und ich bin satt geworden.
Nachts und morgen den ganzen Tag soll es wie in Hamburg regnen. Oh Joy!
Aber jetzt erst Mal gemütlich machen und mich schlafen legen. Die Hütte sieht wasserfest aus.
Tag 2 - durch die Sandkiefern - 21 km
Eine Stunde habe ich gebraucht zw. Aufstehen und loslaufen. Um 6 Uhr bin ich gestartet. Leider ging es mir immer noch nicht so gut, ich bin immer noch dehydriert. Erst gegen 10:00 mache ich Pause an einem wunderbar klarem Bach und filtere 3 Liter. Einen davon trinke ich sofort.
Ich hab ganz vergessen wie wichtig die richtige (größere) Menge Flüssigkeit im Körper ist. Seit gestern fühlte ich mich schwindelig und schwach. Nun gut, ich fordere auch viel von meinem Körper. Nach der Pause wird das langsam besser... Nur noch essen muss ich auch, dabei habe ich gar keinen Hunger. Ich baue wahrscheinlich ein großes Kalorien-Defizit auf. . auf die 3000 Kalorien, die ich wohl täglich verbrauche komme ich niemals. Ich muss mich zwingen eine Handvoll M&MS zu essen.
Ich hab ganz vergessen wie wichtig die richtige (größere) Menge Flüssigkeit im Körper ist. Seit gestern fühlte ich mich schwindelig und schwach. Nun gut, ich fordere auch viel von meinem Körper. Nach der Pause wird das langsam besser... Nur noch essen muss ich auch, dabei habe ich gar keinen Hunger. Ich baue wahrscheinlich ein großes Kalorien-Defizit auf. . auf die 3000 Kalorien, die ich wohl täglich verbrauche komme ich niemals. Ich muss mich zwingen eine Handvoll M&MS zu essen.
Der Weg heute morgen war recht leicht. Breite Wege, viele Kreuzungen und 2 Stunden lang feiner Sand, rundherum ein eher flacher, lichter Kiefernwald. Um 10 eine Pause und noch mal 3 Stunden. Den Rest der Strecke teilt sich der E1 den Platz mit einem MTB-Pfad. Super, nicht nur auf Schlangen achten sondern auch noch verrückte Fahrräder. Zum Glück keine gesehen.
Es geht hügelig an zahlreichen kleinen Seen vorbei. Die scheinen in dieser Gegend alle zu demselben Anglerklub zu gehören. Tatsächlich sind Angler die einzigen Menschen denen ich begegnet. Auf dem Trail selber habe ich noch niemanden gesehen.
Um 14 Uhr höre ich auf. Auch wenn ich noch 5 Stunden Tageslicht hätte. Mehr als ein paar Kilometer hätte ich nicht durchgehalten.
21 km sind geschafft und meine blauen Flecken und Muskelkater machen mir zu schaffen. Ich bin zu schwach. Worauf ich allerdings sehr achte, sind meine Füsse. Anzeichen von Hotspots oder Blasen? Anhalten....sonst nicht 😄. 2 Mal am Tag gibt's Reinigung und Fussmassage. Die Füsse sind wichtig.
Der Rest des Nachmittags vergeht daher mit ausruhen. Und heute werde ich mir eine Packung Travellunch gönnen. 7 Euro die Packung, aber es lohnt sich. Das Essen ist reichlich, lecker und reich an Energie
Der Vormittag war sonnig und schön, jetzt donnern Gewitterwolken um mich herum . Es gibt hier eine Windschutzhütte, in die ich flüchten kann und das Wasser des Sees ist sauber. Ein Angler, der zum ersten Mal seit 12 Jahren eine Angel in der Hand hat, leistet mir Gesellschaft.
Tag 1 - puh - 22 km
Boah, was für ein anstrengender Tag. Zum einen war ich total untrainiert und zum anderen hab im Bus 3 ungemütliche Stunden geschlafen.
Um 05:30 war ich am Start. Dann bin ich 2 Stunden durch den Regen gelaufen, der Bach 15 Minuten anfing. Und zwei weitere Stunden durch pitschnasse Vegetation. Aus meinen Schuhen lief bei jedem Schritt das Wasser raus.
Die ersten 10 km waren schlimm. Meine Füsse taten weh, genau wie meine Schultern und die blauen Flecken an der Hüfte. 2 oder 3 Mal bin ich angehalten und ich wollte nur noch meine Isomatte auf dem Boden Ausbreiten und mich hinlegen. Einmal sogar im Regen.
Mein Körper kann die Kraft noch nicht aufbringen, die ich von ihm haben will, ist es nicht gewohnt, das Gewicht zu tragen. Sieh zu, Körper! Ich will nach Norden!
Am schlimmsten heute aber war: ich hatte kein Wasser!! Die Flasche die ich im Bus mitgebracht habe, war nur zu ca 400ml voll. Und alles hatte geschlossen. 4 Stunden lang hab ich kein Wasser gefunden. Irgendwann gab ich aus einem kleinen Bach 1,5 Liter gefiltert. Erst danach ging's mir besser, ich war dehydriert. Und erst nach 7,5 Stunden hab ich das Ziel erreicht, was mir vorschwebte: die erste Hütte am See, bei 22 km.
Normalerweise soll man sich die ersten Tage schonen, der Körper braucht eine Weile um sich zu gewöhnen. Aber ohne Wasser wollte ich nicht anhalten.
Und ja, hier ist es voller Beeren! Hand ausstrecken und essen 😄 Außerdem blüht überall das Aua-Gras/die Heide
Und ja, hier ist es voller Beeren! Hand ausstrecken und essen 😄 Außerdem blüht überall das Aua-Gras/die Heide
Jetzt hab ich sie, meine Hütte am See. Kleiner Sandstrand, wundervolles Wasser (ich war schon 2 Mal drin), eine Mini-Insel für's Panorama, das ganze umringt von kieferbedeckten Hügeln.wundertoll! Und das coolste, es ist erst 14:30 und heute scheint sogar noch etwas die sonne.
Also relaxen, nachher was kochen, und bei der totalen Stille hier: entschleunigen. Und früh Schlafengehen.
Huch! Da ist er weg.
Spontan bin ich einfach los. Ich dachte mir, in der Wildnis in Schweden, da wär ich jetzt gerne. Und Zeit hab ich ja 😏
Es ist der 3te Versuch, dieses Jahr wandern zu gehen. Der geplante PCT ist wg. Corona geplatzt, die Reise mit meiner Tochter Clouds zu kurz ich habe dringenden Bedarf an Auslauf, freie Natur und re-perspektivierung meiner Lage. Und das geht am besten bei einem solo thruhike.
Ich sitze im Flixbus und bin auf dem Weg nach Jönköping, an der Südspitze des großen Vätter-Sees. Von dort habe ich nordwärts viele hundert Kilometer Platz. Grob geplant ist bis nach Smedjebacken zu kommen, Mal sehen. Das Ende ist ziemlich offen.
Die erste Nacht verbringe ich im Bus. Ungemütlich aber warm, trocken und free.
Ich werde wie gewohnt versuchen täglich auf dem Blog zu Posten. Vielleicht fehlt hin und wieder der Empfang oder Strom Dannenberg kommt der Beitrag später.
Ich bin relativ unvorbereitet. Weder trainiert, noch habe ich eine feste Strecke geplant. Ich habe sehr spontan meinen Rucksack gepackt und bin los....allein die Strecke zur Haltestelle war schon hart, hehe.
Neben den 9 Kg Basisgewicht meiner Ausrüstung kommen 6 Kg essen dazu. Das reicht ca 14 Tage. Resupply ist an mindestens 2 Stellen möglich. Bleibt nur auf einen schönen Spätsommer/Frühherbst zu hoffen und bitte bitte nicht so viel Regen !!! 😁
Tag 7 - der Exit-Point - 11 km
Der Wald ist triefend nass und es ist kalt bei 8 Grad als wir früh aufstehen. Kurzes frihstuck, ein Blick (sicher?), ein Nicken (ja). Wir packen, satteln auf und werden einen letzten Blick auf unser Zuhause-für-40-Stunden und laufen los.
In voller Regen-Montour dauert es nicht lang und der Nieselregen wird deutlich stärker. 11 km plätschern wir schwatzend den berg runter, bis zu dem Cafe von vorher.
Als würde man 3 Stunden lang unter der kalten Duschen stehen...daher gibt's auch keine Fotos - sorry
Wir sind die eigenen (triefnassen) Gäste. Der Bus nach Laxå wo der nächste Bahnhof ist, Fahrt nur mo-fr. Die Besitzerin hat Mitleid mit uns (wahrscheinlich eher von Clouds) und bietet an uns dahin zu fahren! Yay!!
Als wir ankommen steht da schon der Zug, 2 Minuten zur Abfahrt. Wir rennen mit unseren Backpacks in den zug und es geht los.
Ich kann keine Fahrkarte mehr buchen weil alle Plätze für den Rest des Tages ausgebucht sind (Corona-Effekt). Der Schaffner weiss das und geht uns aus dem Weg, wir fahren umsonst mit (yay!)
Dann in Karlsborg erfahren wir, Taxis gibt's nur von mo-fr !!? Ein kurdischer Pizzeria-Besitzer Fahrt uns die 16 km zu dem Dorf Granvik, wo mein Auto steht, für einen Preis. (Ja da kommt dann die Gerechtigkeit ins Spiel).
In Granvik bleiben wir und schlafen in der Herberge...unglaublich federnde Betten, eine heisse Dusche und nette Leute. Morgen treten wir dann die Rückreise mit dem Auto an.
Wir sind etwas enttäuscht, denn wir wollten den trail gerne gegangen sein. Wir sind uns aber auch einig: all das was sie gelernt hat, besonders den Mut, die Kraft und der Erfolg 7 Tage "unsupported" durch die schwedische Wildnis zu krakseln, kann ihr keiner nehmen oder nachmachen. Ich bin stolz auf sie.
Tag 6 - harte Entscheidung - zero-day 0 km
Die Strecken die wir laufen sind immer kürzer, die Anstrengung hört nicht auf. Energie-level und Motivation sinken hand-in-hand.
Für Clouds ist die Anstrengung höher als sie erwartet hat. Dass kein Ende in Sicht ist, befreit nicht ausreichend sondern befremdet und frustriert eher. Die comfort-Zone zu verlassen wird schlimm. Dass die ungemütlichkeit nicht zu überwinden ist verbündet sich mit dem inneren Schweinehund und wird zum unbesiegbaren Hindernis. Blocked, festgefahren wir gehen nicht weiter.
Der Wetterbericht zeigt 3 Tage lang Starken Dauerregen. Die Vorstellung so lange patschnass mit triefendem Zelt und nassen Socken weiterzuziehen schreckt ab. Wir entscheiden den Regentag in dem Windschutz zu bleiben. Wir Igeln uns ein und ein ganzer Tag vergeht an einem Flecken.
Wir reden viel, essen viel und treffen die harte Entscheidung: es reicht, wir nehmen den nächsten Exit-Point und fahren nach Hause.
Während wir die Windschutzhütte verlagern treffen wir interessante Leute, und jeder hat eine andere Geschichte: Daisy der Logistik-Experte, der mit Auto, Rad und kayak ein Verfahren entwickelt hat wie er alle 3 in bestimmter Sequenz einsetzt und so regelmäßig seine Fitness-Rundtour macht. Da ist der Hippie mit barfuß-Schuhen der die nächsten 3 Monate hier draussen verbringen will. Da sind Tageswanderer und thruhiker. Angeblich ist durch Corona eine Massenwanderung der Schweden in die Wälder geschehen was zu einer unnormalen Abwesenheit von Tieren führt....
Als wir in unsere Schlafsäcke kriechen sind wir froh ein festes, nicht wackelndes Dach über dem Kopf zu haben aber auch traurig denn es ist unsere letzte Nacht in diesem majestätischen, tiefen Wald.
Tag 5 - Schlangen und kalter Wind - 13 km
Da wir an einem langweiligen Strassenrand gecampt hatten, ging das einpacken und starten heute schneller (45 min) . Ein starker Wind und nur selten Mal Sonne hat uns heute den ganzen Tag begleitet. Es war dauerhaft fast zu kalt. Ein zu langsames Tempo führte dazu dass wir auch nicht richtig warm wurden. 10 bis 15 Grad haben wir bloß.
Der Wetterbericht zeigt 2-3 Tage Dauerregen! Wir wissen nicht genau was wir tun sollen. Die ersten 5 Tage waren wir nicht schnell / stark genug, die Strecken immer zu kurz. Anstrengung und Schmerzen waren stets Grund frühzeitig das Camp aufzuschlagen. Das kostet uns wahrscheinlich die Fähigkeit den trail zu vollenden. Dabei wollen wir es gerne, aber fürchten uns davor 20-25 km pro Tag durchzukeulen. Der ganze Regen demotiviert zusätzlich.
Wir haben heute nach 1,5 Stunden ein Cafe gefunden wo wir für 20 euro 1 Kaffee,v1 Cola und 4 belegte Brötchen verzehrt haben. Meine Powerbank steckte 1 Stunde an der Steckdose und den Rest des Tages am Solarpanel.....das reicht nicht, ich hab vielleicht noch 20 Prozent Strom....da muss ich bald das blogschreiben absetzen. Ich brauche den Strom für Navigation und Notfall.
Die Wälder die wir belaufen sind immer massiver, und wilder. Es ist erstaunlich wie vielseitig unberührter Naturwald sein kann. Die Stimmung, Gerüche und Farben ändern sich die ganze Zeit.
Nach dem Cafe sind wir noch 4 Stunden langsam gelaufen...13 km haben wir insgesamt geschafft. Neben ein paar kleineren ist uns heute eine grosse Schwarzgeld schlange begegnet, die mindestens ein Meter lang war! Seit 15 Uhr sind wir bei einem shelter tief im Wald an einem Bach und einer Natur-Quelle. Der Wind ist bitter kalt und heute Nacht startet der Regen. Aber erstmal sind wir geschützt und trocken. Mal sehen was der Tag morgen bringt...
Tag 4 - tiefer in die Wildnis rein - 19 km
Es dauert etwa 3 Stunden zwischen aufwachen und loslaufen....definitiv noch verbesserungswürdig.
Ein starker kalter Wind hat uns heute den ganzen Weg begleitet. Derselbe hat aber auch die regenwolken zerschnitten und wir hatten des öfteren Sonnenschein.
Man trifft nur hin und wieder Mal jemanden, die meiste Zeit sind wir allein.der Wald wird wilder, die Landschaft hügeliger. Die Natur um uns herum ist so riesig und so unberührt, der Wald zeigt sich alle 15 min vollkommen anders. Es ist sehr schön.
Wir haben langsam einen besseren Rhythmus gefunden und laufen länger und weiter. Gut. Nachmittags sehen wir am Pfadrand eine Kilo-Tüte Nudeln, Bohnen und eine Dose köttbullar. Der Rest ist alt und angefressen, aber die Dose nehmen wir mit ! Free food !!
Es gibt kartoffelpuree mit köttbullar zum Mittagessen und nach der 2 Stundigen Pause ziehen wir weiter.
Bis zum Etappenziel schaffen wir es nicht ganz und schlagen unser zelt bei Regen am Wegrand auf. Das Tacho zeigt 19 km. Nicht schlecht
Tag 3 - "Nearo" - 7 km
Was ist ein "Nearo"? Ein near-zero, wobei ein Zero ein Tag ist wo man nicht läuft...beim Nearo läuft man nur einen halben Tag und nutzt den Rest um sich auszuruhen.
Mein Schlaf war etwas ungemütlich, da ich eine Wurzelknolle genau unter der Schulter hatte. Zum Glück war die Nacht sonst ruhig, keine Überschwemmung, keine Mücken im Zelt.
Es war schwer Clouds aus dem Zelt zu kriegen, der Schlafsack war kuschelig warm und draussen feucht und kalt. Also wieder später los.
Der Wetterbericht warnte vor starkem Regen ab 14 Uhr und das eigentliche Ziel 18 km entfernt. Wir hatten definitiv keine Lust wieder im triefende nass zu laufen und bei den 2 kmh durchnitt, die wir hinbekommen wäre das wieder eine ziemliche Qual.
Also entschieden wir heute nur eine kurze Strecke zu laufen und waren kurz vor 2 an einem schönen großen See. Unser zelt steht der Regen kann kommen.
Von 16 bis 18 Uhr haben wir uns verkrochen und zu zweit im zelt gequatscht und gealbert und Essen gekocht. Die ersten Anzeichen von Hiker-Hunger machen sich bemerkbar: Snickers schmecken plötzlich wunderbar.
Auch kommen wir gut voran, brauchen nicht so oft Pausen.
So sind wir heute nur 7 km gelaufen. Und mit der Entscheidung haben wir auch akzeptiert dass wir die ganze Strecke des trails vielleicht nicht schaffen. So eine Reise muss immer auch ein Gleichgewicht zwischen Leistung und Spass sein, besonders da es für Clouds der erste thruhike ist.
So Geniessen wir heute einen ruhigen, erholsamem und etwas zu kühlen Nachmittag, bei Lagerfeuer und Studentenfutter.
Ab morgen sollen endlich ein paar Tage ohne Regen kommen.
Tag 2 - 12 km - durch den Regen
Wieder sehr spät losgekommen. Ein anstrengender Weg zum Wasserpunkt und Etappenziel. Clouds muss sehr mit sich selbst kämpfen. Die Kraft ist da, aber der Wille nicht sehr. Noch nicht, hoffe ich. Sonst schaffen wir den trail nicht.
Vom Wasserpunkt aus war es noch eine weite Strecke, der Himmel zog sich zu, es kamen immer mehr dicke dunkle Wolken..
Wir sind los, durch die Schauer und waren stundenlang nass...besonders die nassen Pflanzen führten zu Schuhen voller Wasser. Es war sehr unangenehm, aber irgendwann wird man nicht nasser und es wird ertragbar...
Tatsächlich als wir vollkommen fertig waren tauchte der shelter auf. Direkt an einem wunderschönen See und die Sonne kam gleichzeitig raus.
Hier zelten wir heute, wieder in einer Kule ( gab nix anderes) und es kommt nachts wieder Regen. Hoffentlich wird alles gut.
Tag 1 - qualvolle erste Tage
Morgens um 8 war es im Camp Recht kühl und feucht Die Sonne war noch hinter dwm Berg.
Gestern Abend hatte es so heftig geregnet, dass die Kule in der das Zelt stand ( sowie jede andere Kule) in wenigen Minuten voll Wasser war. Wasser, das mit Staub, Erde und blättern eine Art Schlamm wurde. Alles was wir unter die Apsiden gestellt hatten war voller Schlamm ...die Rucksäcke sind vollgelaufen, die Zeltwãnde, die Food- Beutel, Camp Schuhe alles war patschnass und dreckig.
Das müssten wir heute morgen erst Mal reinigen und trocknen..... Daher sind wir erst um 10:30 los.
Gestern war so ein klassisches Beispiel: die Welt um uns herum löst sich auf in den entfesselten Naturgewalten, alles ist Klatsch nass. Und doch wir haben es überlebt! Wir hatten am nächsten Morgen alles wieder gepackt und starklar gemacht und waren bereit den nächsten Tag zu schaffen.
Die Strecke zum Startpunkt des trails war mega anstrengend aber unfassbar schön. Diese Stille, der massige riesige Wald, die kristallklare Luft. Einfach wunderbar.
Aber wir kommen nur sehr langsam voran...1,5 kmh da kommt man nicht sehr weit.
Übrigens hat meine Tochter nun einen trailnamen: "Clouds" weil sie weder Sonne noch Regen mag und am liebsten bewölkt.angebluch hat sie auch macht über die Wolken 😊 Mal sehen was daran wahr ist...die nächsten 2 Tage soll es regnen...
Clouds hat heute stark gegen ihren inneren Schweinehund gekämpft - und nicht immer gewonnen. Für die 13 km haben wir den ganzen Tag gelitten....hoffentlich findet sie bald mehr Kraft.
Um 19:30 sind wir an einem wundervollen kleinen See angekommen: Köllnavatten. Wir schlafen heute nicht im zelt, sondern in der Windschutzhütte. Hier sind kaum Mücken. Und kein internet-Empfang.
Meine Schultern Schmerzen und meine Füsse pochen....Gute Nacht
Tag 0 - Anreise und 4,5 km
Wow és ging alles reibungslos. Mit dem Auto sind wir heute um 4:30 von Hamburg gestartet und durch die dänische und schwedische Grenze. Ich wurde nur nach meinem Pass gefragt.
11,5 Stunden später kamen wir in Granvik an. Der Besitzer des Hostels dort passt 3 Wochen auf mein Auto auf. Einen Kaffee hat er mir auch noch angeboten, bevor es losging.
4,5 km sind wir in den Wald reingewandert.
Sarah versenkte mit dem ersten Schritt ihren gesamten Schuh in die matsche und wir wurden von Horden von mosquitos angegriffen.
An einem traumhaften See haben wir unser zelt aufgeschlagen
Noch einen Tee und bisschen was gegessen, todmüde aber warm, trocken und glücklich beenden wir den Tag.
Noch 2 Mal schlafen
Wir werden es nun doch versuchen. Zusammen mit meiner zwölfjährigen Tochter habe ich mir vorgenommen trotz Corona eine Schweden-Fernwanderung zu machen.
Wir werden nördlich von Jönköping starten und dem Europa-Fernwanderweg E1 folgen, etwa 350 kilometer.
Schwierig wegen Corona ist die Anreise, denn die Durchreise durch Dänemark ist ungewiß. Laut den Regeln heute darf ein Deutscher Dänemark für einen Urlaub in Schweden durchqueren, allerdings müssen Buchungsbeweise vorgelegt werden. Da wir ja im Zelt übernachten haben wir sowas nicht - nur unsere Wanderkarten und die Ausrüstung. Die Anfahrt werden wir im Auto machen, am Startpunkt das Auto abstellen und nach Vollendung des Trails mit dem Zug irgendwie wieder zurück zum Auto fahren.
Schweden hat ein erhöhtes Infektionsrisiko aber wir hoffen durch die Autofahrt und die Wanderung selbst gut Abstand halten zu können. Riskant werden die Resupplies sein, denn bei den geplanten 21 Tagen müssen wir 1 bis 2 Mal in einen Supermarkt. Auch die Zugfahrt zurück zum Auto ist riskant. Unangenehm wird auch, dass wir bei unserer Rückkehr nach Hamburg 14 Tage in Quarantäne müssen. Das nehmen wir aber in Kauf und haben es organisiert bekommen.
Die letzten Wochen waren intensiv: Meine Tochter hatte keinerlei Ausrüstung und ich habe viel einkaufen müssen. Da ich ja von meiner eigenen Ausrüstung verwöhnt bin wollte ich natürlich "irgendwas".
Das Zelt zum Beispiel: in meinem 1-Personen Zelt war ja kein Platz, also habe ich mich entschieden das auf dem PCT meistverwendete 2-Personen Zelt zu kaufen: das Big Agnes Ultralight Tigerwall für fast 500 Euro (932g). Notfalls kann ich das auf meiner USA-Wanderung weiterverwenden. Schlafsak, Rucksack, Daunenjacke und Utensilien sind alles gute, leichte Ausrüstung geworden und wenn man alles auf einmal kaufen muss, recht teuer.
Die Stimmung schwankte immer zwischen der Vorfreude und der Sorge dass Corona mir abermal einen Strich durch die Rechnung ziehen könnte. Nun sind es noch 2 Tage, der Plan wurde mehrmals angepasst (2 Mal wurden mir Bustickets einfach so storniert) wir fahren mit dem Auto los und im schlimmsten Fall sind wir 6 Stunden nach Reiseantritt wieder zu Hause, weil wir nicht über die dänische Grenze durften.
Sonntag Abend soll es losgehen, und die Nacht durch nach Schweden hineinfahren. Ich werde wohl auf dem Weg nach Jönköping irgendwo eine ruhige Ecke suchen und ein bisschen (im Auto) schlafen. Montag Morgen/Mittag sollten wir dann unseren Startpunkt erreichen.
Dann haben wir 21 Tage Zeit um Smedjebacken eine Kleinstadt in der Höhe von Stockholm zu erreichen. 21 Tage mitten in der schwedischen Wilderness. Eigentlich doch die bessere Form von "social distancing" oder?
die letzten 2 Tage stehen ganz im Zeichen der Ausrüstung: Essen kaufen, Checklisten führen, Gewicht und dessen Verteilung optimieren. Jedenfalls zieht Jetlag wieder los! (Inshallah!) Und der Blog bekommt wieder etwas Aktivität. Noch 2 Mal schlafen!
Und so platzt der Traum
Den PCT zu laufen wird lediglich ein Traum bleiben, der wie bei so vielen Träumen"vielleicht irgendwann mal" umgesetzt werden kann.
Durch die Situation mit dem Coronavirus ist der PCT unmöglich geworden.
Es müssen nun alle Verträge aufgelöst, Versicherungen und Buchungen storniert werden. Für den Flug bekomme ich das Geld wieder zurück, bei anderen Buchungen bin ich mir nicht so sicher,
Es ist so unendlich schade: seit 4 Jahren erfüllt mich dieses Ziel mit Kraft und Lebensfreude. Die Planung verlief so gut dass nun alles fertig war, alles gepackt, alles organisiert. Ich wartete eigentlich nur noch auf den Abreisetag.
Ob ich das je wieder hinbekomme, dass alles so gut zusammenpasste, steht in den Sternen.
Ausrüstung für den PCT (mit Gewicht)
Hier ist die Ausrüstung, die ich auf dem PCT mitnehme. Ich habe sie mal nach Bereichen / Nutzen sortiert und das jeweilige Gewicht mit eingetragen. Auf so eine lange Wanderung kommt schon so einiges zusammen. Und "Ultra-Leicht" habe ich definitiv nicht geschafft.
Kleidung gesamt
Wechselkleidung - Schlafkleidung - Wetterschutz 2579g
kommt Essen und 3L Wasser dazu 6-7 Kg
1) Am Körper - was ich am meisten trage
| Socken: | Falke TK2 | 70g |
| Unterwäsche: | Merino Shorts | 60g |
| Wanderhose: | Columbia Silver Ridge Zip-off | 340g |
| T-Shirt: | Funktionshirt (kurz) | 139g |
| Wanderhemd: | Columbia Silver Ridge (lang) | 250g |
| Buff | 38g | |
| Trekking-Stöcke: | Leki Khumbu Antishock | 587g |
| Hut: | OR Helios Sun Hat | 60g |
| Schuhe: | Salomon X Ultra 3 | 840g |
| Gamaschen: | Dirty Girl Gaiters | 40g |
| Bandana | 29g | |
| 2453g |
2) Shelter und Tragen
| Zelt: | Skyscape Trekker | 815g |
| Zeltunterlage: | Tyvek Footprint | 100g |
| Heringe: | 5 Stck (MSR) | 10g |
| Isomatte: | Thermarest Z Lite Sol | 426g |
| Schlafsack: | Phantom Spark (bis -2C) | 750g |
| Inlet: | Seiden-Liner | 110g |
| Rucksack: | Osprey Exos 58L (ohne Deckel) | 1037g |
| Sitzpad | Thermarest Seat Pad | 60g |
| 3308g |
3) Wechselkleidung
| Socken (2tes Paar): | Falke TK2 | 70g |
| Packbeutel: | Sea to Summit Ultra Sil Packsack 9L | 20g |
| Badeshorts: | 120g | |
| Fleecejacke: | Jack Wolfskin Microfleece | 250g |
| Camp- & Flussschuhe: | TEVA Sandalen | 470g |
| Mücken-Kopfnetz: | Sea to Summit Headnet | 11g |
| Sonnebrille: | mit Hülle | 28g |
| Microspikes: | Kathula Microspikes | 370g |
| 1339g |
4) Schlafkleidung
| Leggins: | Merino Longjohn, Icebreaker | 182g |
| T-Shirt: | Merino T-Shirt (kurz) | 129g |
| Schlafsocken: | Falke TK5 kurz | 45g |
| aufblasbares Kissen: | Sea to Summit Aeros | 50g |
| Handtuch: | Microfaser | 49g |
| 465g |
5) Wetterschutz
| Daunenjacke: | Yeti Pike | 310g |
| Regen-/Windjacke: | OR Helium II | 180g |
| Regenhose: | Tschibo :) | 220g |
| Handschuhe: | LIOD Liner | 20g |
| Mütze: | OR Polartec Fleece | 45g |
| 775g |
Kleidung gesamt
Wechselkleidung - Schlafkleidung - Wetterschutz 2579g
6) Kochen
| 1L Flaschen: | Smart Bottles (4 Stck) | 129g |
| Wasserbeutel 1L: | Sawyer Water Bags (2 Stck) | 25g |
| Wasserfilter: | Sawyer Squeeze | 100g |
| Topf inkl. Tasse und 1L Eimer: | GSI Soloist | 315g |
| Spork: | Titan Spork | 18g |
| Messer: | Baladeo Steelcraft | 57g |
| Beutel: | Foodbag | 116g |
| Gaskartusche: | Primus medium (leer) | 150g |
| Feuerzeug: | Bic mini | 33g |
| 943g | ||
In den Sierras dazu |
+ Bärenkanister BV 500 (1160g) | 2103g |
7) Schreiben und Dokumente
| Pass, Permits, Geld, Karten: | 120g |
| Journal, Stifte, Reparaturzeugs: | 143g |
| Dry Bag 2L: | 17g |
| 280g |
8) Hygiene
| Hygienebeutel samt Nagelknipser, Pinzette, Zahnseide, Zahnbürste und -Pasta, Katzenschaufel und Klopapier | 183g | |
| Sonnencreme: | 47g | |
| Mückenmittel: | 92g | |
| Body-Glide | 46g | |
| Hand Sanitizer: | 52g | |
| Labello UV | 15g | |
| Baby Wipes | 90g | |
| 525g |
9) Elektronik
| Handy: | Pixel 3 | 188g |
| Powerbank: | Anker 20100 | 350g |
| Stecker: | Anker Dual USB Ladegerät | 78g |
| Adapter: | Eu nach US | 35g |
| USB Kabel: | 2 Stck. | 37g |
| Batterien | AAA 3x Reserve | 33g |
| Solar Panel: | Anker 3er Panel | 430g |
| Stirnlampe: | Black Diamond Spot | 88g |
| Dry Bag: | Sea to Summit Ultra Sil Nano 2L | 17g |
| 1252g |
10) Erste Hilfe
| Ibuprofens, Pflaster, Verband, Watte, Blasenpflaster, Antibiotika-Salbe, Leuko-tape, Mull, Alkohol-Pads, Durchfall-Pillen | 128g |
Gewicht gesamt
| Shelter und Tragen | 3308g |
| Kleidung | 2579g |
| Kochen | 943g (2103g in den Sierras) |
| Dokumente | 280g |
| Elektronik | 1252g |
| Hygiene | 525g |
| Erste Hilfe | 128g |
| 9015g |
|
| In den Sierras, 35 Tage, +Bearcan | (10175g) |
kommt Essen und 3L Wasser dazu 6-7 Kg
Ein Traum wird wahr - ich werde den Pacific Crest Trail in 2020 wandern!
Eine riesige Hürde konnte gestern überwunden werden, eine die sehr viel Bedeutung und am wenigsten zu beeinflussen war:
Ich habe erfolgreich einen Start-Termin beantragen können um wie geplant 2020 den PCT zu laufen.
Sehr viel Glück und die Hilfe von Freunden haben es ermöglicht, das Datum steht nun fest: 13. April 2020 starte ich an der mexikanischen Grenze und laufe dann nach Norden, um nach fast 6 Monaten die Grenze zu Kanada zu erreichen!
Ich kann es kaum fassen: seit 4 Jahren plane ich, um meinen Traum zu realisieren, den Pacific Crest Trail zu wandern, einen der berühmtesten und härtesten Wanderwege der Welt und ein lebensveränderndes Erlebnis zu vollbringen.
Die Verlosung der Start-Termine war wie jedes Jahr haarsträubend. 10 Tausend Menschen wollen zum Saison-Start zwischen Anfang und Ende April den Trail starten. Nur etwa 20 Prozent bekommen überhaupt einen Platz, da nur 50 Termine pro Tag verfügbar sind. Und ich habe einen Termin bekommen. Damit steht Startpunkt und Startdatum fest und beide sind ideal getroffen!
So viele Emotionen, die sich über Monate angesammelt haben, machen sich im Moment bemerkbar. Heulen vor Glück trifft es ganz gut :)
Nun beginnt eine Phase der konkreten Planung und das Ganze ist äußerst spannend. Ich halte Euch auf dem Laufenden.
Einen speziellen Dank an meine Arbeitskollegen und Freunde, ohne dessen Hilfe dies nicht zustande gekommen wäre.
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